Eurofighter im "Anflug" auf Österreich: Güteprüfung des ersten Jets abgeschlossen

Nach Prüfung wird Betriebsübernahme vorbereitet "Profil": Deutschland weiß nichts von Darabos-Deal

Eurofighter im "Anflug" auf Österreich: Güteprüfung des ersten Jets abgeschlossen

Der Eurofighter hat seine letzte Bewährungsprobe bestanden. Die Güteprüfung des ersten Jets durch das österreichische Bundesheer ist abgeschlossen, er kann also nach Österreich einreisen. Wann das der Fall ist, war vorerst unklar. Vermutlich wird er nächste oder übernächste Woche einschweben. Für Ärger sorgt der Eurofighter derweil in Deutschland. Das Verteidigungsressort in Berlin wurde nämlich von den Anbietern noch gar nicht informiert, dass die Bundeswehr im Zuge des Deals sechs gebrauchte Flieger an Österreich abgeben soll.

Ein echtes Hindernis für die Vereinbarung dürfte das aber nicht sein. Denn der deutsche Rüstungsstaatssekretär Peter Eickenboom sicherte zu, dass man das Ansuchen nach Vorliegen einer entsprechenden Anfrage "wohlwollend" prüfen wolle. Verstimmt ist man, weil bisher nicht einmal ein offizielles Ansuchen gekommen ist: "Wir wären gerne vorher gefragt worden", sagte Eickenboom.

Das Büro von Verteidigungsminister Norbert Darabos wies jede Verantwortung von sich. Die Vereinbarung mit Eurofighter sei abgeschlossen, nun müsse sich der Anbieter der Flieger um das weitere kümmern. Eurofighter-Sprecher Wolf-Dietrich Hoeveler meint dazu: "Wir haben uns verpflichtet diese Maschinen zu liefern. Wie wir das machen, kann Österreich völlig egal sein. Die Details gehen niemanden was an."

Rechnungshof-Prüfung sorgt für Steit
Während es sich hier also eher um inner-deutsche Reibereien handelt, gibt es auch weiter inner-österreichischen Ärger. Anlass dafür ist die vom ÖVP-Parlamentsklub beantragte Rechnungshof-Prüfung zur Vereinbarung zwischen den Eurofighter-Anbietern und Verteidigungsminister Darabos. SP-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina spricht von einem "versuchten Foul" von VP-Klubobmann Wolfgang Schüssel, das letztlich aber mit einem Eigentor enden werde.

Denn es könne bei der - vom Bundesgeschäftsführer an sich begrüßten - Untersuchung nichts anderes herauskommen, als dass Österreich dank Darabos 400 Millionen Euro weniger zahlen müsse, als sie Schüssel schon ausgegeben habe. Vizekanzler Wilhelm Molterer wurde von Kalina empfohlen, sich lieber rascher als langsamer "aus der Umklammerung Schüssels zu lösen". SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter sprach von einer Fleißaufgabe der ÖVP, der RH hätte ohnehin von sich aus eine so genannte "Follow up-Prüfung" durchgeführt.

ÖVP ungerührt
Die VP reagierte ungerührt. Wehrsprecher Walter Murauer betonte sicher stellen zu wollen, "dass die österreichische Bevölkerung nicht verschaukelt wird". Verdachtsmomente, dass die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit nicht eingehalten worden seien, erkennt auch der Grün-Abgeordnete Werner Kogler. Schließlich sieht auch das BZÖ die Notwendigkeit einer Prüfung, unverständlich ist für Ex-Verteidigungsminister Herbert Scheibner nur, warum diese Darabos nicht selbst initiiert habe.

Völlig losgelöst dürfte bald der Eurofighter sein, wird doch jetzt nach der technischen Abnahme im bayerischen Manching nun auch die Betriebsübernahme vorbereitet. Ob der Betrieb dann im steirischen Fliegerhorst Zeltweg oder in Manching aufgenommen wird, ist nach wie vor offen. Zumindest einmal wird der Eurofighter schon in nächster Zeit in der Steiermark vorbeischauen. Denn vertraglich ist festgelegt, dass das Fluggerät erst dann ins Eigentum der Republik übergeht, wenn es in Zeltweg gelandet ist.

(apa/red)