Euro-Länder unterstützen Griechenland:
Finanzspritze von 110 Milliarden Euro ist fix

30 Mrd. Euro sind noch für dieses Jahr vorgesehen Österreichs Anteil am Kreditrahmen beträgt 2,28 Mrd.<br>Finanzminister Pröll will die Banken mit ins Boot holen

Euro-Länder unterstützen Griechenland:
Finanzspritze von 110 Milliarden Euro ist fix © Bild: Reuters

Die Staaten der Euro-Zone wollen das hochverschuldete Griechenland mit einer beispiellosen Finanzhilfe vor dem Ruin bewahren und die gemeinsame Währung stabilisieren. Die Finanzminister beschlossen bei einem Sondergipfel in Brüssel eine dreijährige Notfinanzierung über 110 Milliarden Euro für das Land. Die Länder der Euro-Gruppe stellen insgesamt 80 Milliarden bereit, 30 Milliarden kommen vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder wollen bei einem Sondertreffen am 7. Mai auch Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise Griechenlands ziehen.

Die Länder der Euro-Zone übernehmen je nach Wirtschaftskraft Anteile an den Notkrediten: Österreich beteiligt sich mit 2,28 Mrd. Euro am Rettungspaket, wenn der gesamte Kreditrahmen ausgeschöpft wird. Deutschland übernimmt gut 22 Milliarden. Zuvor hatte die griechische Regierung nach tagelangen Verhandlungen einem weiteren drakonischen Sparprogramm mit zahlreichen harten Schnitten für die Bürger zugestimmt.

Österreich steuert 2,28 Mrd. bei
Österreich beteiligt sich nach Worten von Finanzminister Josef Pröll mit 2,28 Milliarden Euro am Rettungspaket der Eurozone für Griechenland. Diese Summe würde seitens Österreichs anfallen, wenn der gesamte Kreditrahmen von 80 Mrd. Euro, der auf die Euro-Länder entfällt, schlagend würde, sagte Pröll in Brüssel. Damit liege Österreich über der 2 Mrd. Euro-Schwelle, die laut Zahlungsbilanzstabilisierungsgesetz für Hilfe gelte. Bisherige internationale Hilfspakete - etwa im Fall von Ungarn - hätten aber gezeigt, dass der Rahmen nicht immer voll ausgeschöpft werde. "Wenn alles fällig wird, müssen wir die Obergrenze ändern." Er wolle im Parlament diskutieren, ob eine Änderung gleich oder später erfolgen soll, sagte der Finanzminister. Pröll betonte, es handle sich um Kredite, nicht um Geschenke an Griechenland. Das Milliardenpaket sei "schmerzhaft für die Griechen, notwendig für Europa und sinnvoll für Österreich". Es gehe um die Wirtschaft und um Arbeitsplätze in Österreich.

Der Finanzminister will nun auch die Banken an Bord holen: Er wolle die österreichischen Banken zusammenrufen, um zu sehen, "ob die Banken über Maßnahmen ihrerseits auch einen Teil auf freiwilliger Basis für die Unterstützung liefern können", sagte Pröll nach dem Treffen in Brüssel. Für die Märkte sei der heutige Beschluss ein klares Signal. "Wir haben in Griechenland einen drohenden Dominoeffekt verhindert."

Paket notwendig für Sicherung der Euro-Zone
"Wir haben alles Menschenmögliche getan, damit sich Griechenland sanieren kann", erklärte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte ihre Unterstützung für das Hilfspaket an. Wie Merkel verteidigte auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet das Paket mit der Notwendigkeit, die Stabilität in der gesamten Eurozone zu sichern. Merkel plädierte überdies für drastische Maßnahmen: Defizitsünder sollten künftig grundlegende EU-Rechte - wie etwa das Stimmrecht - verlieren. In Deutschland will sich auch die Privatwirtschaft an den Hilfen beteiligen. Dafür seien informell zwei Milliarden Euro zugesagt. Demnach soll Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann die Hilfen initiiert haben. Die Versicherer Allianz und Münchener Rück wollen sich nach Medienberichten daran beteiligen. Auch Siemens und Daimler seien um Beiträge gebeten worden.

Griechen müssen Gürtel deutlich enger schnallen
Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou räumte in einer vom Fernsehen direkt übertragenen Kabinettssitzung ein, dass den Griechen zur Bewältigung der Finanzkrise erhebliche Lasten zugemutet würden. Die Härten seien aber unvermeidlich, um einen Staatsbankrott zu verhindern und das riesige Haushaltsdefizit von 13,9 Prozent im vergangenen Jahr bis 2014 wieder unter die EU-Grenze von drei Prozent zu drücken. "Die vor uns liegenden Jahre werden hart, aber wir werden es schaffen." Papandreou sagte, den Griechen stehe ein steiniger Weg bevor. Die Finanzkrise drohe sich für Griechenland und Euro-Zone von einem Feuer zu einem Flächenbrand auszuweiten. "Es zu löschen wird sehr kostspielig, und die Lasten, die die Griechen schultern müssen, sind noch schwerer. Ich habe alles getan und werde alles tun, damit das Land nicht bankrott geht", versicherte der Regierungschef.

Bevölkerung droht mit weiteren Streiks
Die Regierung hat bereits gegen den Widerstand der Bevölkerung die Beamtengehälter massiv gekürzt, Steuern angehoben und die Erhöhung der Pensionen gestoppt. Neben den aktiven Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sollen nun auch die Pensionierten zur Kasse gebeten werden. Die Verbraucher müssen eine auf 23 von 21 Prozent angehobene Mehrwertsteuer berappen. Die Abgaben auf Sprit und Alkohol steigen um zehn Prozent. Die Proteste der Bevölkerung gegen das Sparpaket setzten sich fort: Am Maifeiertag lieferten sich Polizei und Demonstranten in Athen unmittelbar vor dem Parlament gewalttätige Auseinandersetzungen. In Anspielung auf die Militärdiktatur in dem Mittelmeerland (1967-1974) skandierten viele Demonstranten die Parole: "Nein zur IWF-Junta". Die beiden größten Gewerkschaftsverbände in Griechenland kündigten für die nächsten Tage weitere Streiks an.

(apa/red)

Kommentare

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Österreicher auf die Straße Das Griechische Volk soll jetzt das einsparen, was die POLITIKER versch...en haben, klar, daß die streiken. Und wir ÖSTERREICHER sollen für das zahlen, was die Griechischen POLITIKER verbrochen haben..??!!! Wir zahlen für die Obercapos der Banken, die Unsummen verspekuliert haben (wo ist das Geld, irgendwer muss doch drauf sitzen...) .. wie lange lassen wir uns das alles njoch gefallen, kann man mit uns wirklich alles machen

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Österreicher auf die Straße / 2 wer glaubt, daß wir das Geld irgendwann zurückbezahlt bekommen, der soll ruhig weiterträumen...Hr. Pröll z.B.
denn dann sind die Griechen ja erst recht bankrott, wenn die ALLEN wieder alles zurückzahlen sollen..wie denn, sonst tätens jetzt das Geld net brauchen, wenn das so einfach wäre, dann bräuchten sie ja den "Kredit" JETZT nicht....wer stösst sich da gesund....

Auf die Strasse So wie die Griechen, nur ohne Gewalt, sollten alle anderen Menschen in Europa auch streiken!
Wie lange lassen wir uns dieses Puppentheater auf unsere Kosten noch vorspielen?

Monopoly Jetzt was i wia Politika Monopoly spiel´n.

I hoff dem Pröll geh´n die Freikartn für des Gefängniss net aus.

Also 3 Sachen kann sich der Hr. Pröll abschminken. Erstens wird es so sicher wie das Amen im Gebet zu einem Schuldennachlass für Greischenland kommen und zweitens, und das ist meiner Meinung nach das viel größere Problem, der Dominoeffekt ist nicht aufgehalten, sondern wird jetzt erst A la Dominoday erst richt loslegen (Spanien, Portugal, Irland). Drittens kann ich mir nicht vorstellen, dass auch nur eine einzige Bank (eh angefressen von der Bankensteuer) ins Boot kommt, wie es der Finanzminister träumt. Trotz aller Bedenken muss ich aber leider zugeben, dass aus Währungspolitischen Überlegungen die "Rettung Griechenlands" unabdingbar war. (das einfache Volk zahlt ohnedies mörderisch drauf, und die Verursacher kommen wieder ungeschoren davon)

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Dazu kann ich nur eine Frage stellen!! Haben sie den Pröll ins Gehirn geschissen !!!???
Verzeiht meine Ausdrucksweise, aber was anderes fällt mir zu dem Gehirnamputierten Politiker nicht ein!!

bin mal neugierig obe es 2 Jahre dauern wird bis uns eine saftige Steuererhöhung ins Haus steht, weil wir ja soooo großzügig sein müssen und 2,28 mrd., die wir selbst nicht haben und für die wir wahrscheinlich nen Arsch voll Zinsen berappen müssen, selber dringendst brauchen werden !! aber dann wird es wahrscheinlich niemanden geben der sie uns gibt !!

Ein HOCH auf die SCHWEIZER !!!!

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Hallo Schoki! Bist Du ein 3-B-Schweizer?

es ist so weit.... dass ich mir auch eine \'finanzspritze\' vom staat geben lasse, wenn ich über meine verhältnisse lebe !!! danke lieber vater staat, dass du so grosszügig bist !

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EU ja - aber nicht so! Deutschland, Österreich, Frankreich, Benelux-Länder und Skandinavien. Das wäre eine EU wie ich sie mir sehr gut vorstellen könnte. Um wieviel besser könnte es den genannten Ländern heute gehen wenn sie nicht für all jene die entweder zu dumm oder zu bequem sind um etwas zu erwirtschaften, zahlen müßten. Griechenland ist erst der Anfang - die nächsten Kandidaten die lieber unterm Olivenbaum liegen anstatt zu arbeiten stellen sich schon an.

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Re: EU ja - aber nicht so! Ein Kern Europa kommt sowieso, hoffe ich!!!

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Re: EU ja - aber nicht so! Kling gut und logisch. Nur das größte Problem ist die noch - wenn auch nur hauchdünn vorhandene - Neutralität Österreichs, da Deutschland politisch zu amerika-lastig ist u.uns sofort (aufgrund Politiker mit vorauseilendem Gehorsam in die VOLL-Mitgliedschaft der NATO drängen würde..und unsere Soldatren dürfen dann noch verstärkter Kanonfutter bei8 den barfüssigen sein.....

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Meine 4-köpfige Famile braucht auch 21,600.--EUR Kredit pro Jahr, das wäre genau die selbe Kredit pro Kopf Quote wie die Grichen haben.

Meine Sanierungspläne mit dem Kredit

Kauf eines Baugrundes
Bau eines Plusenergiehaus
2012 dann ein BYD e6 Elektroauto

Mit dem was ich dann am Stromverkauf verdiene, mit Treibstoffkosten und Betriebskosten einspare, kann ich dann locker die Kreditrückzahlung bedienen.

http://wohnen.pege.org/2008-bauprojekt/gemini.htm

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Re: Meine 4-köpfige Famile braucht auch träum weiter

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