Euro-Krise von

Obama warnt Europa

US-Präsident zeigt sich tief besorgt über mögliche globale Folgen der Euro-Krise

Euro-Krise - Obama warnt Europa © Bild: APA/EPA/Reynolds

US-Präsident Obama äußert sich kritisch zur Euro-Krise und warnt vor globalen Folgen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (DCU) sowie der deutsche Vizekanzler und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gehen auf Distanz zu FDP-Vizekanzler Philipp Rösler wegen seiner Griechenland-Aussagen. Die Nervosität wächst auch mit Blick auf Italien.

So lange die Euro-Krise "nicht gelöst ist, werden wir weiterhin Schwächen in der Weltwirtschaft sehen", sagte Obama dem spanischsprachigem Dienst der Deutschen Presse-Agentur sowie anderen spanischsprachigen Weltagenturen. Das Thema werde daher beim G-20-Gipfel im November in Cannes (Frankreich) ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

Es ist das erste Mal, dass sich Obama derart besorgt über die seit Monaten anhaltende Euro-Krise äußert. Zwar sei derzeit Griechenland das größte Sorgenkind. "Das größere Problem aber ist es, was in Spanien und in Italien passiert, falls die Märkte diese beiden großen Märkte herausfordern."

Keine gemeinsame Wirtschaftspolitik
Eindringlich äußerte sich Obama zum grundsätzlichen Problem hinter der Euro-Krise: "Europa hat derzeit zwar eine geeinte Währung, aber es verfügt über keine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Und das schafft große Probleme".

"Letztlich müssen sich die großen Länder in Europa und deren politische Führer zusammenfinden und eine Entscheidung darüber fällen, wie sie die Währungsintegration mit einer effektiveren und abgestimmten Haushaltspolitik zusammenbringen", meinte Obama. In den vergangen Wochen waren die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy kritisiert worden, sich nicht entschlossenen genug für eine Krisenlösung einzusetzen.

Merkel: "Keine unkontrollierte Insolvenz"
Spät, aber doch hat sich Merkel nun doch in die Griechenland-Debatte eingeschaltet. Sie will nach eigenen Worten eine unkontrollierte Insolvenz des Schuldensünders vermeiden. Es müsse alles daran gesetzt werden, den Euro-Raum politisch zusammenzuhalten, um Dominoeffekte auszuschließen, sagte die deutsche Kanzlerin im rbb-Inforadio.

Angesprochen auf die Äußerung von Wirtschaftminister Philipp Rösler (FDP), dass es in Sachen Griechenland keine Denkverbote geben dürfe, warnte Merkel vor einer unkontrollierten Zahlungsunfähigkeit. Diese würde nicht nur Griechenland treffen, sondern die Gefahr sei sehr groß, dass es auch etliche andere Länder treffen könnte. Jeder sollte "seine Worte sehr vorsichtig wägen", mahnte Merkel. "Was wir nicht brauchen können, ist Unruhe auf den Finanzmärkten, die Unsicherheiten sind schon groß genug."

Am Mittwoch soll eine Dreier-Telefonkonferenz zwischen Merkel, Frankreichs Staatspräsidenten Sarkozy und dem griechischen Regierungschef Papandreou stattfinden.

Österreich über Debatte unglücklich
In Österreich zeigten sich Wirtschaftsminister Mitterlehner und Finanzstaatssekretär Schieder am Dienstag über die aktuelle Debatte um eine mögliche Pleite Griechenlands unglücklich. Schieder kritisiert vor allem Rösler für seine Aussagen. Auf die Frage, was passieren werde, wenn Griechenland zahlungsunfähig werde, sagte er, es sei noch zu früh, diese zu beantworten. Diese Frage würden die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen am Freitag und Samstag im polnischen Breslau behandeln.

Italien bittet China um Hilfe
Die schwierige Finanzlage Italiens steht im Mittelpunkt eines Treffens von Regierungschef Silvio Berlusconi am Nachmittag mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in Straßburg. Italien verhandelt nach Berichten der britischen "Financial Times" und der Nachrichtenagentur Bloomberg seit Wochen intensiv mit Vertretern chinesischer Investmentfonds über den Kauf italienischer Staatsanleihen und eine Beteiligung an führenden Unternehmen.

Kommentare

Obama warnt Der gute Mann soll sich doch bitte um sein eigenes Land kümmern und nicht uns Europäer auch noch mit seinen Weisheiten beglücken. Seine Poltik des grenzenlosen \'Schuldenmachens und \'Geldruckens ist länge mal breite gescheitert und jetzt kommen noch weise Ratschläge die wirkich entbehrlich sind. Amerika will zwei Sachen auf keinem Fall ein geeintes Europa und eine starken Euro. Alle anderen Aktionen erklären sich aus diesen beiden Punkten.

Politik Die aktuellen geistigen Ergüsse der Politiker zeigen wieder mal, dass nur leere Worthülsen der Beschwichtigung diesen Köpfen entrinnen. Keiner spricht die wahren Ursachen an, und noch weniger stellt sich einer hin um diese Ursachen zu bekämpfen. Es wird nur zugedeckt (mit unserem Steuergeld) und das dumme Volk beschwichtigt. Und die Negativspirale dreht sich weiter - bis zum großen Knall. Aber da wirds dann wieder niemand gewesen sein ....

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