Euro-Krise von

Euro-Zone wackelt

Politische Unsicherheit und trübes Wachstum: Moody's warnt vor weiteren Staatspleiten

Euro-Krise - Euro-Zone wackelt © Bild: APA/DPA/Dedert

Die Ratingagentur Moody's warnt vor einem Zerfall der Eurozone. Noch gehe die Agentur in ihrem Szenario von einem Forbestand aus, wie es in einem Sonderbericht zur Schuldenkrise am Montag heißt. Doch wegen drohenden weiteren Staatspleiten, sei die Gefahr weiterer negativer Entwicklungen gestiegen. Als Gründe nennt die Agentur unter anderem politische Unsicherheiten in Griechenland und Italien sowie die trüben Wachstumsaussichten im Euroraum.

Die Wahrscheinlichkeit, dass neben Griechenland andere Euro-Länder Zahlungsprobleme bekommen könnten, sei nicht mehr länger vernachlässigbar, so die Agentur. Sollten gleich mehrere Länder in Schwierigkeiten geraten, seien zudem Austritte aus dem Euroraum denkbar. Eine solche Eskalation der Krise würde sich laut Moody's negativ auf die Kreditwürdigkeit aller Länder im Währungsraum und in der Europäischen Union auswirken.

Darüber hinaus kündigte die Agentur an, die Gesamtsituation im Währungsraum einer neuen Bewertung zu unterziehen. Sollte die Politik nicht zeitnah weitere Schritte zur Stabilisierung der Lage ergreifen, könnten letztlich alle Ratings im Euroraum und möglicherweise auch in der EU unter Druck geraten. Eine derartige Neubewertung soll bis zum ersten Quartal 2012 abgeschlossen sein.

Van Rompuy beruhigt
Von Schreckensmeldungen und der Abschaffung der Gemeinschaftswährung will man in Brüssel indes nichts wissen. Kurz vor seinem Treffen mit Barack Obama, versicherte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, dass der Euro nicht untergehen werde. Allerdings fügte er hinzu: "Nagelfeste Garantien kann man dafür nicht geben. Aber es besteht wohl der feste politische Wille." Der Euro sei immer ein Projekt gewesen, in das viel Energie hineingeflossen sei. Bisher hätte sich die Finanzmärkte nur gegen ein paar Länder in der Eurozone gerichtet, aber inzwischen sei das Vertrauensklima so schlecht, dass es es sich gegen die Eurozone als ganzes richte, konstatierte Van Rompuy. Er erwartet, dass beim nächsten EU-Gipfel Ende kommender Woche große Schritte im Kampf gegen die Krise gesetzt würden.

Kommentare

melden

Euro Raum und EU Jetzt zeigt sich der wahre Nachteil der gemeinsamen Währung: mitgefangen - mitgehangen. Jene Länder die sich schon in die Währungsunion hineingeschlichen haben und den Abwärtstrend in Gang gesetzt haben ziehen nun alle anderen Staaten die sich zumindest bemüht haben (und auch Nettozahler sind) in den Abgrund. Und die EU Politik hat auf der ganzen Linie versagt. Wir werden es ihnen zu danken wissen.

melden

Re: Euro Raum und EU Wenn Sie mich fragen hat nicht die EU-Politik,sondern das ganze System versagt,denn was wir derzeit erleben sind die morbiden Auswirkungen der Privatisierung der Politik und die finden Sie in jedem Land der Erde.
Aber vielleicht hat es auch den Vorteil,dass die Menschen langsam zu begreifen anfangen, dass es höchst unklug ist, das ganze Leben nach Vorgaben von Leuten ausgerichtet zu haben, die meinen den Sinn des Lebens in einer Bilanz zu finden, die meinen, Menschen nur unter dem Aspekt der pekuniären Nützlichkeit bewerten zu müssen.

Aber man wird ja sehen, was passiert, denn man darf live dabei sein,es lebe die Spaß- und Konsumgesellschaft.

melden

Re: Euro Raum und EU @brabus/higgs70 --> Das sehe ich nicht so, ich denke wir haben sehr lange sehr gut "auf Kosten" der Staaten gelebt, welche wir jetzt mit nicht annähernd so viel Geld sponsern .. gut der Vergleich ist vlt. etwas pauschal aufgestellt, aber ich sage mal durch EU, etc. war eine wirtschaftl. Kooperation mit vielen Staaten überhaupt erst auf dem Niveau möglich, wie es derzeit der Fall ist. Deutschland und Österreich als starke Export-Länder haben dadurch Milliarden verdient. Jetzt müssen wir halt ein paar € in den Topf zurück zahlen, wo wir uns jahrelang hunderte rausgenommen haben. Reden wir in 2-3 Jahren weiter, wenn die ganze Situation bereinigt ist, wir werden der USA, welche vor wesentlich größeren wirtschft. Problemen steht, deren globale Vormachtstellung abgerungen haben.

melden

Re: Euro Raum und EU Ihr Wort in der Verantwortlichen Ohr! Nur glauben Sie nicht, dass die 2-3 Jahre ein wenig kurz gegriffen sind? Wenn wir davon ausgehen, dass wir es seit 40 Jahren nicht geschafft haben ein absehbares Problem mit den Pensionen abzufangen ( und das ist von der Komplexität her Zitzimitzi im Gegensatz zu dem worüber wir hier reden), dann sehe ich schwarz für eine kurzfristige Lösung in dieser Sache...und für eine langfristige wird die Zeit nicht reichen.
Ich will Sie ja nicht in eine Depression reden,aber aus meiner Sicht wirds die harte Tour-und die wird brutal.

Mit den Exportmilliarden haben Sie natürlich recht, nur änderts leider nichts an der Tatsache, dass es ein Fehler war, Länder mit Abwertungstradition ohne Wirtschaftsänderung in eine Hartwährungsunion zu drängen.

melden

Re: Euro Raum und EU Hm, es ist halt schwer zu sagen, was die bessere Lösung gewesen wäre. Hätten wir damals einer Erweiterung der €uro-Zone nicht zugestimmt, würden wir jetzt vlt. vor anderen Problemen (hohe Arbeitslosigkeit, etc.) stehen und auf eine Erweiterung der €uro-Zone drängen .. verbunden mit mehreren Zugeständnissen an die aufzunehmenden Länder .. wir haben uns damals eh sehr gut positioniert, was Übergangsregelungen, etc. betrifft ... :-/

zuerst der euro, dann der dollar oder? abwerten ist immer noch besser als den spekulanten unsere steuern zu zahlen. mit 1: 0,9 zum dollar haben wir genauso gut gelebt wie heute mit 1:13. nur die politik müsste dann mehr für ihre schulden bezahlen und könnte nicht mehr die wähler kaufen. unsere banken haben auch geglaubt im osten das tolle gasschäft zu machen. sollen die spekulanten ihr geld nicht den europäern sondern den anderen geben. sie werden auf längere sicht die selben erfahrungen wie unsere banken machen.

Rating-Agenturen Die unberechtigte Herabsetzung des Frankreich-Ratings hat bewiesen, dass man den Erörterungen der Rating-Agenturen nicht immer glauben kann - dementsprechend sollten solche Herabstufungen und Prophezeiungen in der Öffentlichkeit betrachtet und verbreitet werden. Die Agenturen S&P, Moody´s, etc. übertreiben in ihren Veröffentlichungen schon, um Aufmerksamkeit zu erregen, die Medien muliplizieren diese Übertreibungen nochmals und überschlagen sich mit Falschmeldungen bzw. manipulierten Kernaussagen. Mein Vater sagte immer: "Wenn du die Hälfte glaubst, bist du noch immer zu 50% angelogen."

Seite 1 von 1