Euro-Krise von

Es geht aufwärts

Euro steigt vor EU-Gipfel auf höchsten Stand seit Anfang September

Euro-Krise - Es geht aufwärts © Bild: APA/DPA/PLEUL

Der Euro erlebt einen Höhenflug und ist auf dem höchsten Stand seit Anfang September. Die Anleger sind auch am Dienstag guter Dinge geblieben und haben die Gemeinschaftswährung weiter steigen lassen. Händlern zufolge waren hauptsächlich kurzfristig orientierte Investoren aktiv, strategische Anleger hielten sich wie schon in den vergangenen Tagen zurück. Der Euro kletterte bis auf 1,3959 Dollar

"Der Euro hält sich recht robust, und ich könnte mir vorstellen, dass wir noch vor dem EU-Gipfel die 1,40 Dollar sehen", sagte ein Händler. Irgendwie habe man sich mit einem Schuldenschnitt für Griechenland zwischen 50 und 60 Prozent abgefunden. "Und man vertraut darauf, dass der Gipfel am Mittwoch handfeste Ergebnisse bringt", sagte der Händler. "Daneben habe ich den Eindruck, dass wieder verstärkt auf ein neues Geldlockerungsprogramm in den USA spekuliert wird, und das scheint den Dollar etwas zu schwächen." Am Montagabend hatte der einflussreiche Chef der Fed von New York, William Dudley, gesagt, dass er weitere Ankäufe von Staatsanleihen durchaus für möglich halte. Innerhalb einer Woche hat damit das dritte Mal ein Fed-Vertreter weitere Hilfen für die klamme US-Wirtschaft signalisiert.

Warten auf Brüssel
Hauptthema in den Handelsräumen blieb der anstehende EU-Gipfel. Bisher zeichnet sich ab, dass der Rettungsfonds EFSF auf mehr als eine Billion Euro gehebelt werden soll. Zwei Varianten werden diskutiert; Investoren können offenbar mit beiden gut leben. "Ich sehe keine großen Unterschiede", sagte der Chef-Volkswirt der Deka Bank, Ulrich Kater. "Beide Optionen haben eine Chance auf Akzeptanz an den Finanzmärkten."

Angst vor Kollaps
Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibt die Ansteckungsgefahr. Einige Analysten fürchten, dass selbst eine Billion Euro nicht ausreichen wird, um im Zweifel auch Italien oder Spanien zu stützen.

Am Rentenmarkt schwankte die Stimmung zwischen Bangen und Hoffen. Aber auch hier waren laut Händlern hauptsächlich kurzfristig orientierte Anleger unterwegs. Der richtungsweisende Bund-Future schwankte bei sehr dünnem Geschäft in einer Spanne von rund 90 Ticks und lag zuletzt 44 Ticks niedriger bei 134,33 Zählern. Griechische Zehnjährige legten 48 Ticks zu, so dass die Rendite unter 25 Prozent fiel. Nachhaltig seien diese Bewegungen nicht, warnten Händler.

"Vor dem Gipfel sehen wir nur unbeständige Positionsanpassungen", sagte Nomura-Zinsstratege Sean Maloney. "Die Sichtweisen wechseln kontinuierlich zwischen 'Glas halb voll' und 'Glas halb leer'. Die einlaufenden Schlagzeilen machen es einem sehr schwer, sich ein Urteil über ein angemessenes Preisniveau zu bilden."

Brüssel contra Berlusconi
Die Rendite der italienischen Papiere blieb knapp unter sechs Prozent. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte sich gegen den Druck aus Paris und Berlin verwahrt und erklärt, kein Land in der Europäischen Union könne sich zum Lehrmeister aufschwingen. Die EU-Kommission versuchte daraufhin die Wogen zu glätten und sagte, mit dem Druck auf Italien gehe es nicht darum, die Regierung des Landes lächerlich zu machen oder deren Souveränität in Frage zu stellen. Dennoch müsse Italien konkrete Reformpläne vorlegen.

"Sehr viel mehr Geld in die Hand nehmen"
Das italienische EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi forderte unterdessen, zur Lösung der Schuldenkrise sehr viel Geld in die Hand zu nehmen. "Es ist wichtig zu realisieren, dass eine finanzielle Auffanglösung proportional zur Größe des systemischen Risikos ausfällt, vor dem wir stehen", sagte Bini Smaghi laut einem am Dienstag veröffentlichten Redemanuskript bei einer Veranstaltung in der vergangenen Woche in Frankfurt.

Kommentare

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Wie lange gibts den Euro noch ? Wenn man die Berichte von den Medien verfolgt ,kann man an den EURO nicht mehr glauben , die Banker wissen selber nicht ,die Politiker haben keine Ahnung ! Dieser EUR-Höhenflug wird darum dann um so tiefer abstürzen ,die Schuldenländer werden das Ihrige dazu beitragen !

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Re: Wie lange gibts den Euro noch ? Also wie lange es den Euro noch gibt, weiß ich nicht. Ich weiß nur eines. Das Schicksal des Euro wird sicher nicht in Athen entschieden. Wenn es ein Endspiel gibt, dann findet das in Rom statt und der Final Count down hat bereits begonnen. Die Entscheidung liegt wohl großteils am Spielmacher Berlusconi, die Verteidiger Merkozy haben\'s nicht mehr in der Hand.

Fast synchroner Absturtz Bei all den EU Problemen, wie schlecht geht es der USA? Man kann ja da von eines fast synchronen Absturtz sprechen

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