Euro-Krise von

Berlusconi schlägt zurück

Italiens Premier kontert Merkel und Sarkozy: "Europa kann uns keine Lehren erteilen"

Euro-Krise - Berlusconi schlägt zurück © Bild: Reuters

Italiens Ministerpräsident Berlusconi hat verärgert auf Kritik aus Brüssel wegen Verspätungen bei der Verabschiedung eines Konjunkturpakets reagiert. "Niemand innerhalb der EU kann den Partnern Lektionen erteilen", teilte er am Montagabend mit. Italien werde seine Verschuldung unter Kontrolle bringen und bis 2013 eine ausgeglichene Bilanz vorweisen", sagte Berlusconi.

Eine eilig einberufende Sondersitzung des italienischen Kabinetts über weitere Reformen ist am Montagabend allerdings ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Berlusconi traf sich mit der Lega Nord, die die beabsichtigte Heraufsetzung des Pensionsalters auf 67 von derzeit 65 Jahre ausdrücklich ablehnt. Berlusconi ist auf die Unterstützung der Partei angewiesen.

"Italien wird lächerlich gemacht"
Europa habe trotzdem nichts von Italien zu befürchten, der drittgrößten Wirtschaft im EU-Raum und Gründungsmitglied der EU, schrieb Berlusconi. Außenminister Franco Frattini rief den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf, sich nicht über Italien lustig zu machen. Sarkozy hatte beim Gipfeltreffen in Brüssel auf die Frage nach der Lage Italiens mit einem schelmischen Lächeln geantwortet und einen vielsagenden Blick mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgetauscht. "Es ist unangebracht, unser Land lächerlich zu machen", so Frattini. Auch die Lega kritisierte Sarkozy und Merkel. "Sie sind irritierend", sagte der Lega-Fraktionschef in der Abgeordnetenkammer Marco Reguzzoni.

Merkel und Sarkozy hatten Berlusconi am Sonntag massiv unter Druck gesetzt. In italienischen Medien wurde das als Erniedrigung für den 75-Jährigen gewertet. Berlusconi kündigte an, bei dem kommenden EU-Gipfel am Mittwoch, konkrete Vorschläge zur Schuldenreduzierung vorzulegen.

Kommentare

Und unsere Politiker? Haben die auch so ein Rückgrat wie Berlusconi?

Faymann und Spindelegger reisten nach Brüssel mit der Vorstellung: "Schauen wir einmal was dort am Tisch liegt".

Daher wird die Kritik vom Kommissar Hahn immer vertsändlicher, als er meinte, die österreichische Regierung soll sich mehr einbringen.

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