EURO-Innenministeriums-Projektchef Marek zufrieden: "EM war ein friedliches Fest"

Einzig bei Österreich gegen Deutschland war was los "Sehr wenige Dinge, die wirklich überrascht haben"

EURO-Innenministeriums-Projektchef Marek zufrieden: "EM war ein friedliches Fest" © Bild: Reuters/Stringer

Mit dem Verlauf der EM zeigte sich der EURO-Projektkoordinator im Innenministerium, Günther Marek, erwartungsgemäß sehr zufrieden. Entscheidende Bedeutung sei dabei dem ersten Spieltag in Österreich mit den Begegnungen Österreich-Kroatien in Wien und Deutschland-Polen in Klagenfurt zugekommen.

Frage: Wie sieht Ihre Bilanz der EURO 2008 aus?
Marek: Wir sind wirklich zufrieden mit dem Ablauf. Es gab sehr wenige Dinge, die uns wirklich überrascht haben. Wir waren sehr gut vorbereitet, von der Zusammenarbeit mit den ausländischen Beamten über die Risikobewertung bis hin zur Logistik. Es gab zwei Millionen Fans und dafür ein verschwindend geringes Maß an Zwischenfällen.

Frage: Im Vorfeld haben viele gesagt, dass der erste Spieltag in Österreich mit den Begegnungen Österreich-Kroatien in Wien und Deutschland-Polen in Klagenfurt sehr wichtig für den weiteren Verlauf der EM werden würde. War dem so? Inwiefern hatte die Aktion in Klagenfurt am 8. Juni Bedeutung, bei der 140 mutmaßliche Gewalttäter gestoppt wurden, bevor sie irgendwelche Aktionen setzen konnten?
Marek: Aus meiner Sicht war der erste Tag entscheidend. Es war gut, potenziellen Gewalttätern von Haus aus die Kompromisslosigkeit unseres Vorgehens vor Augen zu führen. Die Aktion in Klagenfurt wurde in einschlägigen Kreisen auch als Niederlage empfunden. Das hat man aus Einträgen in Internet-Foren herauslesen können. Eines muss man natürlich auch sehen: Wenn es zu Gewalttaten gekommen wäre, hätte das auch Signalwirkung gehabt und mögliche Gewalttäter zu weiteren Aktionen motivieren können.

Frage: Ein prekärer Einsatz war auch das Viertelfinale zwischen Kroatien und der Türkei, bei dem kroatische Fans nach dem brisanten und für ihre Mannschaft unglücklichen Spielverlauf ihrem Unmut durch Ausschreitungen auf der Ottakringer Straße Luft machten. Wie sehen Sie diesen Einsatz? Gibt es da Verbesserungsmöglichkeiten?
Marek: Nach einer Evaluierung wird man bei jedem Einsatz Möglichkeiten finden, etwas besser zu machen. Meiner Überzeugung nach war es unter den gegebenen Umständen aber der bestmögliche Einsatz. Man hat versucht, so lange wie möglich nicht jede Kleinigkeit zu ahnden, weil man damit ja unter Umständen weitere Aktionen provoziert. Kroatien-Türkei waren aber nicht szenetypische Auseinandersetzungen. Da gab es sehr viele Fans und andere Streitigkeiten.

Frage: Gab es Mannschaften, bei deren Anhang die Polizei besonders aufgepasst hat?
Marek: Nein. Wir haben jedes Spiel mit derselben Aufmerksamkeit behandelt. Bei manchen Spielen stand etwa der Personenschutz im Vordergrund, wegen der zahlreichen Staatsgäste. Jedes Spiel hatte seine eigene Herausforderung.

Frage: Bekannte österreichische Gewalttäter haben bei der Begegnung Österreich-Deutschland versucht, Aktionen zu setzen. Kam dies überraschend für die Polizei?
Marek: Es war nicht überraschend, dass unsere Szene gerade beim Deutschland-Spiel in Erscheinung getreten ist. Aber unsere szenekundigen Beamten waren sofort zur Stelle.

Frage: Wie geht es für Sie nach der EURO weiter?
Marek: Ich fahre nicht weg. Wir machen ein Handbuch für die Europäische Union. Für mich gibt's erst im September Urlaub.
(apa/red)

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