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Meine Fan-Tour: Tag 5

"Noch befinden wir uns im totalen Fußballmodus"

Euro-Fanzone © Bild: APA / AFP PHOTO / PATRICK KOVARIK

Wenn unsere Jungs eine ähnliche Leistungssteigerung hinlegen wie wir auf dem Golfplatz, dann kann am Samstag gegen Portugal eigentlich nichts schiefgehen. Trotzdem schwankt unsere Stimmung seit der Rückkehr aus Bordeaux im Stundentakt. Einmal überlegen wir, die Euro Euro sein zu lassen und vorzeitig die Heimreise anzutreten. Dann machen wir uns ernsthaft Gedanken, ob wir nach dem erfolgreichen Achtelfinale unseren Aufenthalt in Frankreich besser gleich bis zum Viertelfinale verlängern.

Die Ferienanlage Domaine Pont Royal neben dem österreichischen Teamhotel hat sich von Dienstag auf Mittwoch auf wundersame Weise geleert. Ob das mit der 0:2-Niederlage gegen Ungarn zusammenhängt, haben wir noch nicht herausgefunden. Auch die österreichischen Journalisten, die hier wohnen, verkriechen sich offensichtlich nach der Arbeit in ihren Appartements. Nicht, dass wir mit einer täglichen Fußball-Party gerechnet hätten. Aber ganz so beschaulich muss es ja auch nicht zugehen.


Irgendwie müssen wir die Zeit bis zum Match am Samstag ja totschlagen. Gut, wir könnten Ausflüge in die Umgebung machen, uns zum Beispiel die Toiletten beim Papstpalast in Avignon anschauen. Oder die Ziegelei von Les Milles in Aix-en-Provence. Oder das Marquis-de-Sade-Denkmal in Lacoste. Das Buch „111 Orte in der Provence die man gesehen haben muss“ haben wir sicherheitshalber im Reisegepäck.

Aber das alles muss warten. Noch befinden wir uns im totalen Fußballmodus. In den Ferienmodus umschalten können wir auch noch nach dem Portugal-Spiel. Da sind sie wieder, diese düsteren Gedanken. Höchste Zeit, dass wir eine Flasche Wein aufmachen. Die haben wir ausnahmsweise nicht aus dem Südburgenland mitgenommen, die haben wir hier gekauft. Schmeckt aber auch ganz passabel.

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