EURO 2012 Splitter von

Die Azzurri sind ein Familienbetrieb

Wie der Vater so der Sohn. Niccolo Prandelli ist der Konditionstrainer der Azzurri

EURO 2012 Splitter - Die Azzurri sind ein Familienbetrieb © Bild: GEPA/Richiardi

Im Trainerstab der "Squadra Azzurra" arbeiten gleich zwei Prandellis. Neben Cheftrainer Cesare gehört auch dessen Sohn Niccolo als Konditionstrainer zur italienischen Fußball-Nationalelf. Im Frühjahr holte Cesare seinen Filius extra für die EM-Vorbereitung zu den Azzurri.

"Niccolo ist hier, weil er gut ist, nicht weil er mein Sohn ist", erklärte der Chefcoach und beendete damit das aufkommende Gerede über eine angebliche Bevorzugung seines Sohnes. Normalerweise ist Prandelli junior beim italienischen Erstligisten Parma als Konditionstrainer angestellt. Vater und Sohn arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. Schon während Cesare Prandellis Trainerzeit bei Fiorentina gehörte Niccolo als Konditionstrainer zum Team.

Viel Geld für ein Leiberl
Robert Lewandowski hat auch nach dem frühen EM-Aus in Polen nicht an Popularität verloren. Der Stürmer des deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund hatte sein EM-Trikot der Stiftung des Fernsehsenders TVN für eine Wohltätigkeits-Auktion überlassen. Zehn Tage lang konnten Fans im Internet ihr Gebot abgeben. Die Versteigerung endete am Dienstag. Lewandowskis Trikot mit der Nummer neun erzielte knapp 405.000 Zloty (95.187 Euro), berichtete der Nachrichtensender TVN 24. Das Geld soll für die Renovierung eines Kinderkrankenhauses verwendet werden.

Psychisch top in Form
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat nach Ansicht des deutschen Sportpsychologen Henning Plessner die mentale Fähigkeit, den EM-Titel zu holen. "Sie ist dieses Mal so gut eingestellt wie selten zuvor", sagte Plessner vor dem Halbfinal-Duell am Donnerstag gegen Italien. Am Anfang habe er Angst gehabt, dass die Mannschaft an der hohen Erwartungshaltung scheitern könnte, mittlerweile habe er den Eindruck, dass das Team sehr stabil sei. Die psychologische Komponente habe beim Fußball allerdings nur einen Anteil von fünf bis zehn Prozent. "Ungefähr sechzig Prozent machen die physischen Leistungsunterschiede aus, der Rest ist Zufall", sagte Plessner. Fußball sei damit eine der zufallsanfälligsten Sportarten. Psychologisch wirke auf dem Spielfeld neben der mentalen Stärke der einzelnen Spieler, der Teamzusammenhalt und die Überzeugung, das angestrebte Ziel auch erreichen zu können.

Jagt auf rassistische EURO-Twitterer
Nach dem Viertelfinal-Out von England im Elfmeterschießen gegen Italien (2:4) hat die Polizei Ermittlungen wegen rassistischer Beleidigung der englischen Fehlschützen Ashley Young (Latte) und Ashley Cole (gehalten) eingeleitet. Zuvor hatte ein Bürger abfällige Kommentare über die beiden Spieler beim Internet-Kurznachrichtendienst Twitter gemeldet. Die Polizei, die den Verursacher in London vermutet, stellte klar, dass solche beleidigende Kommentare möglicherweise eine "Störung der öffentlichen Ordnung" darstellten. Im März war ein "Twitterer" wegen eines ähnlichen Vorfalls zu 56 Tagen Gefängnis verurteilt worden.

Frauenwitze nicht erwünscht
Die von zwei polnischen Moderatoren präsentierte polnische Eska Rock Poranny WF Radiomorgenshow ist abgesetzt worden. Das Duo hatte am 12. Juni nach dem Gruppenspiel der Ukraine gegen Schweden während der Radio-Live-Sendung ukrainische Frauen beleidigt. "Wir wollen uns bei allen Personen entschuldigen, die sich durch die Worte unserer Moderatoren beleidigt gefühlt haben", hieß es in einer Aussendung von Eska Rock. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft und prüft, ob sich die beiden Journalisten mit ihren Bemerkungen strafbar gemacht haben. Auch der Medien-Ethikrat wird sich mit der Sendung befassen. Für einen der beiden Journalisten bedeuten die angeblich satirisch gemeinten Bemerkungen auch ein vorzeitiges EM-Aus: Die UEFA stoppte seinen Einsatz als Stadionsprecher in Warschau, berichtete das Internetportal press.pl.

BMW hat ein Herz für Fußballfans
Fußball-Vergnügen statt Fließband-Arbeit: Bei zahlreichen deutschen Autoherstellern stehen am Donnerstagabend während des EM-Halbfinales die Bänder still, damit die Belegschaft den Klassiker Deutschland gegen Italien nicht versäumt. So können die rund 2.500 Mitarbeiter im BMW-Werk Regensburg gemeinsam das EM-Halbfinale verfolgen, das während der Spätschicht im Werk auf drei Großbildleinwänden übertragen wird, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Trotzdem soll es keine Verzögerung bei den Auslieferungen geben: Die Produktion werde anschließend durch "verschiedene Flexibilitätsmaßnahmen" nachgeholt. Auch bei Volkswagen rollt der Ball statt die Bänder.

Tennis trifft Fußball
Der Schweizer Tennis-Superstar Roger Federer tippt auf einen Finaleinzug von Spanien bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine. Demnach werde die Partie der Spanier in Donezk am Mittwoch gegen Portugal mit einem 2:1-Sieg enden. Der 30-Jährige spielt derzeit beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon, verfolgt aber auch die "lässige" EURO interessiert mit. "Ich habe selber immer sehr gerne Fußball gespielt, also verfolgt man so eine Europameisterschaft automatisch", sagte Federer.

Deja Vu
Das EM-Semifinale zwischen Deutschland und Italien am Donnerstag in Warschau ist eine Neuauflage des WM-Halbfinales von 2006. Am 4. Juli setzten sich die Italiener damals dank zweier später Treffer von Grosso und Del Piero in Dortmund mit 2:0 nach Verlängerung durch. Bei den Deutschen standen vom jetzigen Kader Philipp Lahm, Miroslav Klose, Lukas Podolski und Per Mertesacker in der Startformation, Bastian Schweinsteiger wurde eingewechselt. Aufseiten der Italiener waren Gianluigi Buffon und Andrea Pirlo von Beginn an im Einsatz, Daniele de Rossi und Andrea Barzagli gehörten dem Kader an.