EURO 2012 von

Schweden-Sieg zum Abschied

Frankreich stolpert mit 2:0. Zlatan Ibrahimovic erzielt noch ein Traumtor.

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    Da freuen sich Ibrahimovic und Larsson zum Sieg ihrer Mannschaft.

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    Emir Bajrami im Zweikampf mit Mathieu Debuchy.

Mit wenig Glanz ist Mitfavorit Frankreich ins Viertelfinale der EURO 2012 eingezogen. Die enttäuschenden Franzosen mussten sich in Kiew zum Abschluss der Gruppe D den bereits ausgeschieden gewesenen Schweden 0:2 (0:0) geschlagen geben, schafften es aber als Zweiter hinter England in die K.o.-Phase.

Dort trifft die Truppe von Teamchef Laurent Blanc nun am Samstag in Donezk auf Welt- und Europameister Spanien. Die Vorentscheidung vor 64.000 Zuschauern fiel durch ein Traumtor von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic in der 54. Minute. Sebastian Larsson machte dann in der Nachspielzeit mit dem 2:0 (91.) die Überraschung perfekt.

Frankreich-Coach Laurent Blanc nahm für die letzten 90 Minuten der Gruppenphase zwei Veränderungen in der Startformation vor. Hatem Ben Arfa sollte anstelle von Jeremy Menez auf der rechten Seite wirbeln, im Mittelfeld wurde Yohan Cabaye durch Yann M'Vila ersetzt.

Abschied mit Anstand
Für Schweden ging es nur noch um einen EM-Abschied mit Anstand. Bei Österreichs kommendem WM-Qualifikations-Kontrahenten nahm Ola Toivonen für den verletzten Johan Elmander die Rolle der Sturmspitze ein, im Mittelfeld ersetzte Emir Bajrami Rasmus Elm.

Nicht nur die Fans der Skandinavier, die im Olympia-Stadion ganz klar den Ton angaben, hatten aber sichtlich noch Lust auf die EURO. Denn Schweden startete furios. Nach zwei gefährlichen Kopfbällen von Toivonen (3.) und Sebastian Larsson (4.) umkurvte Toivonen Frankreich-Goalie Hugo Lloris, traf aber aus spitzem Winkel nur die rechte Stange (10.).

Nur Ribery gibt Gas
Frankreich ging verhalten zu Werke und hatte abgesehen von kleineren Möglichkeiten durch Antreiber Franck Ribery (8., 45.) und Karim Benzema (18.) Mühe, der immer mehr unter der drückenden Hitze leidenden Partie den Stempel aufzudrücken.

Bei den Schweden war von Offensivstar Ibrahimovic lange nichts zu sehen. Das änderte sich aber in der 54. Minute eindrucksvoll. Nach Flanke von Larsson schoss der Stürmer des AC Milan den Ball aus zwölf Metern volley und wuchtig zum 1:0 ins linke Eck. Nach dem Traumtor von Ibrahimovic blieb Schweden am Drücker, Lloris musste gegen Christian Wilhelmsson (57.) und Olof Mellberg (58.) mit Glanzparaden retten.

Frankreich vergibt Chancen
Nach einer Stunde übernahm dann Frankreich das Kommando und belagerte den schwedischen Strafraum. Die besten Chancen auf den Ausgleich vergaben Samir Nasri (65.) sowie die eingewechselten Menez (82.) und Olivier Giroud (83.). Im Konter besorgten die Schweden den 2:0-Endstand, nach einem Lattenschuss von Pontus Wernbloom nagelte Larsson den Abstauber unter die Latte (91.). Der Aufstieg der Franzosen war aber nie ernsthaft in Gefahr, da im Parallelmatch England mit einem 1:0 gegen die Ukraine alles klar machte.

Reaktionen
Laurent Blanc (Frankreich-Teamchef): "Wir haben verdient verloren, wir waren in allen Belangen schlechter. Schweden hat für die Ehre gespielt, und das haben sie hervorragend gemacht. Schweden hat viel mehr Herz gezeigt und hat hervorragende Spieler wie Ibrahimovic. Ibrahimovic hat uns vor große Probleme gestellt. Das Positivste ist, dass wir aufgestiegen sind."

Zlatan Ibrahimovic (Schweden-Stürmer, Torschütze zum 1:0): "Heute ist mir wirklich ein fantastisches Tor gelungen. Wir haben super gespielt. Hätten wir in den ersten beiden Partien so eine Leistung gezeigt, wären wir ganz sicher nicht ausgeschieden."

Erik Hamren (Schweden-Teamchef): "Wir waren voll motiviert und haben mit vollem Einsatz gespielt. Auch aus Respekt vor den anderen Mannschaften in der Gruppe."

Schweden - Frankreich Endstand 2:0 (0:0)
Kiew, Olympia-Stadion, 64.000, SR Proenca (POR)

Tore: 1:0 (54.) Ibrahimovic
2:0 (91.) Larsson

Schweden: Isaksson - Granqvist, Mellberg, J. Olsson, M. Olsson -
Svensson (78. Holmen), Källström - Larsson, Ibrahimovic, Bajrami (46.
Wilhelmsson) - Toivonen (78. Wernbloom)

Frankreich: Lloris - Debuchy, Rami, Mexes, Clichy - Nasri (77.
Menez), Diarra, M'Vila (83. Giroud) - Ben Arfa (59. Malouda), Ribery
- Benzema

Gelbe Karten: Svensson, Holmen bzw. Mexes
Die besten Spieler: Toivonen, Ibrahimovic, Mellberg bzw. Ribery