EURO 2012 von

Italien steht im Viertelfinale

2:0 gegen Irland sichert den Aufstieg als Gruppenzweiter hinter Weltmeister Spanien

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    Da freut sich die ganze Mannschaft zum 1:0 für Italien in der 35. Minute

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    Antonio Cassano bei seinem 1:0 für Italien in der 35. Minute

Das 2:0 gegen Irland und die gleichzeitige EURO 2012. Die Italiener gewannen dank eines Kopfball-Treffers von Antonio Cassano (35.) und einem spektakulären Seitfallzieher des eingewechselten Mario Balotelli (90.). In der ersten K.o.-Runde spielt Italien am Sonntag in Kiew gegen den Sieger der Gruppe D.

Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli stellte seine Truppe ordentlich um. Das System wurde auf das alt bewährte 4-3-1-2 verändert, wobei vor allem die Defensive beinahe komplett neu formiert wurde. Interims-Verteidiger Daniele De Rossi kehrte ins Mittelfeld zurück und im Angriff löste Antonio Di Natale den bisher glücklosen und auch leicht am Knie verletzten Balotelli ab. Die Iren gingen unverändert, aber mit Damian Duff als Kapitän in ihre EM-Abschiedsvorstellung. Duff wurde damit anlässlich seines 100. Länderspiels angemessen gewürdigt.

Dass die Italiener von den von ihrem Landsmann Giovanni Trapattoni betreuten Iren keine Geschenke zu erwarten hatten, war von Anpfiff weg klar ersichtlich. Die Iren fighteten und legten sich ins Zeug, als ob es auch für sie noch um den Viertelfinal-Einzug ginge. Dadurch hatten die Italiener große Mühe, ihre technische Überlegenheit in brauchbare Torchancen umzumünzen.

Glück für Irland
Für die Iren wurde es erst nach einer knappen halben Stunde erstmals richtig brenzlig. Ein Schuss von Di Natale wurde vom irischen Verteidiger Sean St. Ledger mit dem Oberarm abgeblockt, der Elfer-Pfiff blieb jedoch aus (28.). Italien setzte damit zur ersten echten Drangphase an. Nach vergebenen Chancen von Di Natale (34.) und Cassano (35.) stellte Cassano auf 1:0 (35.). Nach einem Eckball von Andrea Pirlo landete ein Kopfball des 29-jährigen AC-Milan-Stürmers per Unterkante der Latte hinter der Linie.

Damit waren die Azzurri zur Pause dem Viertelfinale schon sehr nahe, denn beim Parallelspiel zwischen Spanien und Kroatien war man von dem von Italien befürchteten 2:2-Pakt weit entfernt. Die Italiener drängten auf die Entscheidung, Di Natale (47., 54.) und Cassano (48.) vergaben jedoch die Möglichkeiten auf den zweiten Treffer. Die Iren schafften es kaum einmal gefährlich vor das italienische Tor.

Buffon ist zur Stelle
Goalie Gianluigi Buffon musste erst bei einem Weitschuss von Keith Andrews (60.) erstmals eingreifen. Bei einem 23-Meter-Freistoß-Hammer von Andrews hatte Buffon deutlich mehr Mühe (79.). Für den abschließenden Höhepunkt und die endgültige Entscheidung sorgte schließlich der eingewechselte Balotelli, der nach Ecke von Alessandro Diamanti einen Seitfallzieher spektakulär in die Maschen setzte (90.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Iren aufgrund der gelb-roten Karte für Andrews (89.) nur noch mit zehn Mann vertreten gewesen.

Reaktionen
Cesare Prandelli (Italien-Teamchef): "Ich habe gelitten und Freude empfunden, viele Emotionen gehen mir durch den Kopf. Es war ein sehr schwieriges Spiel. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die uns schwer zugesetzt hat. Heute haben wir verstanden, dass es nicht nur Qualität, sondern auch Herz braucht. Wir müssen daran denken, dass das nächste Spiel mindestens so schwierig wie dieses wird. Hoffentlich spielen wir uns im Viertelfinale auch so viele Chancen heraus."

Giovanni Trapattoni (Irland-Teamchef): "Italien war technisch überlegen und präziser. Wir haben einige Fehler gemacht. Die beiden Tore sind nach Standardsituationen gefallen. Das war leider nicht das erste Mal, da waren wir ein bisschen naiv."

Robbie Keane (Irland-Stürmer): "Wir haben gut gespielt, hatten aber zu wenige echte Torchancen. Wir sind enttäuscht, aber die anderen Teams waren einfach besser. Unsere Fans waren fantastisch, sie hätten sich einen Sieg verdient gehabt."

Italien - Irland Endstand 2:0 (1:0)
Posen, Miejski-Stadion, 39.000, SR Cakir (TUR)

Tore: 1:0 (35.) Cassano
2:0 (90.) Balotelli

Italien: Buffon - Abate, Barzagli, Chiellini (57. Bonucci),
Balzaretti - Marchisio, Pirlo, De Rossi - Motta - Di Natale (75.
Balotelli), Cassano (63. Diamanti)

Irland: Given - O'Shea, St. Ledger, Dunne, Ward - McGeady (65.
Long), Whelan, Andrews, Duff - Keane (86. Cox), Doyle (76. Walters)

Gelb-Rote Karte: Andrews (89.)

Gelbe Karten: Balzaretti, De Rossi, Buffon bzw. O'Shea, St. Ledger

Die besten Spieler: Di Natale, Cassano, Balzaretti bzw. McGeady, Andrews