EURO 2012 Frankeich von

Ein "petit" Schritt zum Viertelfinale

Den Franzosen würde gegen Schweden schon eine knappe Niederlage reichen

Frankreichs Teamchef Laurent Blanc will sich gegen Schweden nicht in Rechenspielen üben. Schon mit einem Unentschieden gegen die bereits aus dem Aufstiegsrennen ausgeschiedenen Skandinavier würden sich "Les Bleus" heute (20.45 Uhr, live im NEWS.AT-Ticker) in Kiew für das EM-Viertelfinale qualifizieren. Selbst eine knappe Niederlage würde reichen. Nach 23 ungeschlagenen Partien in Serie gingen die Franzosen die Aufgabe dementsprechend zuversichtlich an.

Für Frankreich wäre es der erste Sprung in ein Viertelfinale seit der WM 2006. "Wir müssen uns konzentriert vorbereiten, um zu gewinnen. Wir wollen die Gruppe als Erster beenden", betonte Antreiber Franck Ribery.

Überheblich sollte die Equipe Tricolore nicht antreten. Schon einmal erlebte Frankreich ein skandinavisches EM-Desaster. 1992 musste man mit dem heutigen UEFA-Boss Michel Platini als Trainer Schweden und Dänemark in der Gruppe den Vortritt lassen. Frankreich mit Libero Blanc in der Abwehr hätte damals schon ein Unentschieden gegen Dänemark für das Überstehen der Gruppenphase gereicht. Der spätere Europameister düpierte Frankreich jedoch mit einem 2:1-Sieg.

"Wir spielen auf Sieg"
Gegen Schweden sollte ein "deja vu" von damals vermeidbar sein. Die Bilanz spricht klar für Frankreich: Erst ein Pflichtspiel ging gegen die Skandinavier verloren - vor 43 Jahren. Blanc ("Wir spielen auf Sieg") könnte es sich wohl auch leisten, die nach Gelben Karten von einer Sperre bedrohten Jeremy Menez, Mathieu Debuchy und Philippe Mexes zu schonen. Der ehrfürchtig "Le Presidente" genannte Trainer hat aber bereits angekündigt, sein Team nur im Notfall umstellen zu wollen.

Dieser ist vorerst nicht gegeben. Frankreich hat bei der EM vor allem in der Offensive begeistert. Einzig Stürmer Karim Benzema grämte sich bisher angesichts seiner Torlosigkeit. "Er spielt auch für die Mannschaft, er verteidigt, er attackiert, er bewegt sich viel", meinte Ribery und erläuterte den Plan für das Spiel gegen Schweden: "Wir versuchen ihn einzubeziehen, zu ihm zu passen, damit er ein Tor schießen kann." Sollte nun auch Benzema in die erhoffte Topform kommen, würde Frankreich endgültig in den Kreis der Titelaspiranten aufsteigen.

Für Schweden geht es um die Ehre
Die Schweden haben ihrerseits die frühe Heimreise vom Turnier bereits fix gebucht. Doch zumindest Zlatan Ibrahimovic gibt für den Abschied noch ein Ziel aus. "Es geht um die Ehre. Ich möchte nicht punktlos nach Stockholm zurückkehren", kündigte der Superstar an. Auch wenn Ibrahimovic bisher mit einem Treffer zum Auftakt und einem mittelmäßigen zweiten Auftritt eher enttäuschte, nötigt der hünenhafte Kapitän immer noch Respekt ab. "Sie haben da einen großartigen Spieler, er heißt Ibra", scherzte Blanc auf die Frage nach dem wichtigsten schwedischen Akteur.

Schweden - Frankreich:
(20.45 Uhr, Kiew, Olympiastadion, SR Pedro Proenca/POR)

Schweden: 1 Isaksson - 2 Lustig, 3 Mellberg, 4 Granqvist, 5 M. Olsson - 7 Larsson, 6 Elm, 9 Källström, 20 Toivonen - 10 Ibrahimovic - 22 Rosenberg

Ersatz: 23 Hansson, 12 Wiland - 15 Antonsson, 13 J. Olsson, 17
Safari, 19 Bajrami, 18 Holmen, 16 Wernbloom, 21 Wilhelmsson, 8
Svensson, 11 Elmander, 14 Hysen

Frankreich: 1 Lloris - 2 Debuchy, 4 Rami, 5 Mexes, 22 Clichy - 6 Cabaye, 18 Diarra - 14 Menez, 11 Nasri, 7 Ribery - 10 Benzema

Ersatz: 16 Mandanda, 23 Carrasso - 3 Evra, 21 Koscielny, 13
Reveillere, 17 M'Vila, 19 Martin, 12 Matuidi, 20 Ben Arfa, 15
Malouda, 8 Valbuena, 9 Giroud