EURO 2012 England von

England lässt Wayne Rooney los

Lange genug hat er zusehen müssen. Gegen die Ukraine darf der Stürmer endlich spielen.

Mit ihrem wieder spielberechtigten Superstar Wayne Rooney auf dem Feld will es England den heimischen Kritikern zeigen. Vor der EM-Endrunde als schlechtestes englisches Team aller Zeiten abgestempelt, steht die Mannschaft um Neo-Teamchef Roy Hodgson vor dem letzten Spiel der Gruppe D heute Abend (20.45 Uhr, live im NEWS.AT-Ticker) gegen die Ukraine vor dem Einzug ins Viertelfinale. Leicht wird es der Co-Gastgeber den Briten in Donezk aber nicht machen, träumen Andrij Schewtschenko und Co doch ebenfalls noch vom Aufstieg.

Den Hausherren hilft in der Donbass-Arena nur ein Sieg weiter - und zumindest die Fans werden ihr Team nach vorne peitschen wollen. Die Stimmung ist dort schon Stunden vor dem Spiel grandios, wie unser Video vom Frankreich-Match zeigt. Mit drei Zählern liegt die Ukraine je einen Punkt hinter Spitzenreiter Frankreich und dem Zweiten England. Den beiden Aufstiegsfavoriten reicht damit bereits ein Remis, Frankreich könnte sich im Parallelspiel gegen Schweden unter gewissen Umständen sogar eine Niederlage leisten.

Rooney scharrt in den Startlöchern
An ein Aus denken die "Three Lions" aber ohnedies nicht. Nach zwei Partien als Zuschauer strotzt vor allem Rooney vor Tatendrang. Einer aus dem zuletzt gegen Schweden erfolgreichen Duo Andy Carroll und Danny Welbeck wird deshalb nur auf der Bank Platz nehmen. Erwartet wird, dass Rooney den Platz neben Welbeck, seinem Teamkollegen bei Manchester United, einnimmt. Das Gespann war in der abgelaufenen Saison für 30 Tore des englischen Vizemeisters verantwortlich. "Wayne sitzt in den Startlöchern. Seine Qualität und Sehnsucht ist für alle zu sehen", sagte Trainer Hodgson.

Rooney selbst gab sich demütig. Er hoffe auf einen Platz in der Start-Elf. "Die Burschen haben alles getan, um uns diese Ausgangslage zu erarbeiten. Ich hoffe, ich bekomme meine Chance, um meinen Teil zum Aufstieg beizutragen", sagte der 26-Jährige. Die Erwartungshaltung in ihn schraubte Rooney trotzdem herunter: "Ich kann die EM nicht alleine gewinnen. Aber ich fühle mich gut, bereit und freue mich, wieder auf dem Platz zu stehen."

Ukraine bangt um Schewtschenko
Anders als England bangt die Ukraine hingegen um ihren Superstar. Ob Fußball-Idol Schewtschenko einlaufen kann, ist ungewiss. Der 35-jährige Kapitän leidet an einer Blessur in seinem ohnedies lädierten Knie. Die Chancen auf einen Einsatz des Angreifers bezeichnete der ukrainische Teamarzt am Montag mit 50:50. Schewtschenko soll nach dem Abschlusstraining selbst entscheiden, wie es um seine Fitness steht. Anstelle des Kapitäns der Osteuropäer könnte Marco Devic als Sturmpartner von Andrij Woronin fungieren.

Der ukrainische Teamchef Oleg Blochin kündigte England gegenüber Sport Express einen "leidenschaftlichen Kampf bis zuletzt" an. "Egal ob wir gewinnen oder nicht. Ich verspreche vollen Einsatz meiner Spieler", kündigte er an. Gegenüber dem Frankreich-Spiel (0:2) am vergangenen Freitag werde es Änderungen in der Aufstellung des Co-Gastgebers geben. Rochaden sind vor allem in der Abwehr möglich, die in den bisherigen Auftritten nicht immer sattelfest wirkte.

Nicht nur auf Rooney schauen
Für Blochin ist im Rennen um den Aufstieg noch nichts verloren. "Nach dem Sieg gegen Schweden habe ich vor zu viel Euphorie gewarnt, und die Niederlage gegen Frankreich hat die Mannschaft zum Glück endgültig auf den Boden der Tatsachen geholt", sagte der ehemalige sowjetische Teamstürmer. Gegen England werde man sich auch nicht allein auf Rooney konzentrieren. Diese Meinung vertrat auch Schewtschenko. "Er ist ein sehr guter Spieler und kann ein Team entscheidend verändern. Aber man muss erst sehen. Das ganze englische Team ist gut, nicht nur Rooney."

Die Ukraine kämpft in Donezk auch gegen einen Fluch: In vier Partien in der Donbass-Arena gingen die Heimischen noch nie als Sieger vom Platz.

England - Ukraine:
(20.45 Uhr, Donezk, Donbass-Arena, SR Viktor Kassai/HUN)

England: 1 Hart - 2 Johnson, 6 Terry, 15 Lescott, 3 Cole - 16 Milner, 4 Gerrard, 17 Parker, 11 Young - 10 Rooney, 22 Welbeck
Ersatz: 13 Green, 23 Butland - 14 Jones, 12 Baines, 18 Jagielka, 5 Kelly, 19 Downing, 8 Henderson, 20 Oxlade-Chamberlain, 9 Carroll, 21 Defoe

Fraglich: 7 Walcott (Muskelverhärtung im Oberschenkel)

Ukraine: 12 Pjatow - 9 Gusew, 5 Kutscher, 13 Schewtschuk, 2 Selin - 11 Jarmolenko, 4 Tymoschtschuk, 18 Nasarenko, 19 Konopljanka - 10 Woronin, 7 Schewtschenko
Ersatz: 23 Gorjainow, 1 Kowal - 3 Chatscheridi, 17 Michalik, 20 Rakizki, 21 Butko, 8 Alijew, 6 Garmasch, 14 Rotan, 15 Milewskij, 22 Devic, 16 Selesnjow

Fraglich: 7 Schewtschenko (Knieblessur)