EURO 2012: EM-Splitter von

Wettfavoriten aus D

Buchmacher setzen beim Tippen auf Deutschland. Interesse an EM in den USA steigt.

EURO 2012: EM-Splitter - Wettfavoriten aus D © Bild: Reuters/Ordonez

Für die meisten Buchmacher ist Deutschland nun Topfavorit auf den Gewinn der Fußball-EM. Das DFB-Team, das als einziger EURO-2012-Teilnehmer in der Gruppenphase ohne Punktverlust blieb, wurde vor dem Viertelfinale mit einer Quote von 1:3 geführt, gefolgt von Titelverteidiger Spanien (1:3,25), Portugal (1:7), Italien, England (je 1:8) und Frankreich (1:9,5). Die großen Außenseiter sind erwartungsgemäß Tschechien (1:40) und Griechenland (1:50).

In den Werkshallen von VW dürften am Freitagabend etliche Bänder still stehen, denn die Beschäftigten müssen während des EM-Viertelfinalspiels der Deutschen nicht arbeiten. "Jeder, der das Spiel sehen will, kann dies tun", sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh. Das habe er mit dem Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn vereinbart. Im Wolfsburger Stammwerk könne zum Beispiel jeder zur Übertragung des Spiels Deutschland - Griechenland nach Hause gehen. Auch in den Werken Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter und Zwickau gebe es Vereinbarungen zwischen den Werksleitungen und dem Betriebsrat.

Interesse in den USA wächst
In den USA verfolgen auf dem TV-Sender ESPN fast doppelt so viele Zuschauer die EM in Polen und der Ukraine als die EURO 2008. Die Liveübertragungen von den 24 Gruppenspielen seien im Schnitt von etwas mehr als einer Million Menschen gesehen worden. Vor vier Jahren beim Turnier in Österreich und der Schweiz waren es nur rund 552.000 gewesen. Die bisher höchste Einschaltquote verzeichnete der Sportsender bei der Partie zwischen Titelverteidiger Spanien und Italien am 10. Juni, als 2,113 Millionen registriert wurden.

Polen uneinig
Beim Europameister-Tipp sind sich Polens Regierende uneinig. Sportministerin Joanna Mucha verriet in einem Interview dem Rundfunksender TOK FM: "Ich setze auf Deutschland." Damit stellte sich die Ministerin gegen Regierungschef Donald Tusk, der an einen erneuten Triumph von Titelverteidiger und Weltmeister Spanien glaubt.

Malouda von Ukrainern positiv überrascht
Frankreichs Teamspieler Florent Malouda war vor der EM wegen der Medienberichte über vermeintlichen Rassismus in der Ukraine besorgt. Sein Aufenthalt im Land des Co-Gastgebers hat den 32-Jährigen aber positiv überrascht, auch Freunde und Familie hätten ihm nur Gutes berichtet. "Die Ukrainer sind sehr nette Menschen", sagte der in Französisch-Guyana geborene Malouda über die bisherige Zeit in Donezk und Kiew.

"Karel Poborsky" düst nach Warschau
Mit einem Sonderzug namens "Karel Poborsky" sind am Donnerstag Tausende tschechische Fußballfans von Prag aus zum EM-Viertelfinale ihrer Nationalmannschaft gegen Portugal nach Warschau gereist. Bei der EM 1996 hatte Poborsky mit einem legendären Heber das 1:0-Siegtor im Viertelfinale gegen Portugal erzielt. "Die Stimmung ist gut, die Fans sind optimistisch", berichtete der tschechische Rundfunk aus dem Zug. "Karel Poborsky" sollte nach etwa neun Stunden Fahrzeit in der polnischen Hauptstadt ankommen. Bei Manchester United trug der pfeilschnelle Stürmer den Spitznamen "The Express Train".