EURO 2012 Deutschland von

Neun Punkte sind "Klasseleistung"

Der Bundestrainer lobt seine Mannschaft für die weiße Weste aus der Todesgruppe B

EURO 2012 Deutschland - Neun Punkte sind "Klasseleistung" © Bild: Reuters/Keogh

Deutschland hat die Todesgruppe B mit einer weißen Weste überstanden. "Mit neun Punkten ist das eine Klasseleistung", lobte also auch DFB-Teamchef Jogi Löw. Dank des 2:1 gegen Dänemark ist Deutschland als einziges Team ohne Punkteverlust aufgestiegen und hat zum ersten Mal in der DFB-Geschichte alle drei EM-Gruppenspiele gewonnen. Im Viertelfinale am Freitag in Danzig soll Griechenland auch kein Stolperstein werden.

Lukas Podolski in seinem 100. Länderspiel und Jerome-Boateng-Ersatzmann Lars Bender ("Das Tor ist das schönste Geschenk für mich") sorgten dafür, dass die Deutschen ihre Pflichtspielsiegesserie seit dem 0:1 gegen Spanien im WM-Halbfinale 2010 auf nun schon 14 Partien ausbauten. Und dabei soll es nicht bleiben. Beim Heimflug von der Ukraine ins Teamquartier nach Polen heizte Jubilar Podolski über das Bordmikrofon die Stimmung weiter an. "100 Länderspiele sind ein Wahnsinn. Danke an alle - und ab ins Finale", rief der Arsenal-Spieler.

Die Erleichterung über den knappen Sieg, den dritten in Folge nach jenen gegen Portugal (1:0) und die Niederlande (2:1), war bei allen Protagonisten vom DFB-Chef bis zum Bundestrainer zu spüren. Denn mit dem ersten Platz in der selbst ausgerufenen "Todesgruppe" B kann nicht nur das kurzfristige Ziel EM-Titel weiter verfolgt werden. Auch das langfristige Projekt Löw läuft nun ohne Zweifel und Störungen weiter - vorerst bis zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Echtes Heimspiel im Viertelfinale
Mit dem Gruppensieg haben sich die Deutschen nach drei Flugreisen in die Ukraine auch das so heiß gewünschte Heimspiel nahe dem EM-Quartier erkämpft. Keine Reisestrapazen, dafür eine Topvorbereitung. "Wenn wir so spielen wie die ersten drei Spiele, werden wir auch gegen die Griechen weiterkommen", erklärte Torjäger Mario Gomez. "Gegen Griechenland sind wir auch Favorit", ergänzte der Dortmunder Mats Hummels.

Mit den Griechen hatte im Viertelfinale jedenfalls keiner gerechnet. Trotzdem warnte Löw vor dem Überraschungs-Europameister von 2004, gegen den die Deutschen in acht Partien noch ungeschlagen sind. "Sie sind Meister der Effizienz. Aus vergangenen Turnieren ist ja schon bekannt, dass sie wahnsinnig gut verteidigen können. Sie werfen sich in alles, sind hartnäckig", charakterisierte der DFB-Teamchef den Zweiten der Gruppe A.

Dominanz zu wenig genützt
Gegen die Dänen waren die Deutschen spielbestimmend, verabsäumten es aber, früher den Sack zuzumachen. "In der ersten Halbzeit hat uns bei drei, vier Situationen der Killerinstinkt gefehlt, um mit 3:0 oder 4:0 in Führung zu gehen", sagte Löw. Neben der mangelnden Chancenauswertung bekrittelte der DFB-Teamchef auch "zu große Lücken" in Mittelfeld und Abwehr. Ärgerlich sei auch der Kopfballgegentreffer von Michael Krohn-Dehli (24.) aus dem Nichts gewesen.

Am Montag war für den gebürtigen Polen Podolski und Co. vor allem Regeneration angesagt. Mit einer Radtour und einem Familienabend pflegte Löw den Teamgeist, anstatt am Feld zu arbeiten.