EU-Wettbewerbsfähigkeit: Österreich dank Erweiterung bei 'Lissabon-Strategie' Dritter

Verbesserungen bei Wachstum und Beschäftigung Ranking: Nur Dänemark & Schweden vor Österreich

Österreich ist bei der Umsetzung der EU-Wachstums- und Beschäftigungsziele - besser bekannt unter dem Namen "Lissabon- Strategie" - unter die Top 3 Europas aufgestiegen. Durch die EU- Erweiterung habe Österreich weiter an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen und sei dadurch im Ranking 2005 von Platz 4 auf Platz 3 hinter Dänemark und Schweden vorgerückt, so das Londoner "Centre for European Reform".

Laut den Daten des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo soll die österreichische Wirtschaft heuer um 2,4 Prozent wachsen, nach 1,9 Prozent 2005. Im EU-Schnitt dagegen rechnet man 2006 nur mit 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum, nach 1,7 Prozent im Vorjahr. Umso verwunderlicher bezeichneten die Experten angesichts dessen "die feindliche Haltung in Österreich gegen die Erweiterung.

Dass Österreich eines der wenigen Länder ist, in dem sich trotzdem die Situation am Arbeitsmarkt verschlechtert hat, wird auf die bisher sehr geringe Arbeitslosigkeit und auf einen europäischen Trend zurückgeführt. Auch in Schweden und Großbritannien, wo die Arbeitslosenquote ähnlich niedrig liege wie in Österreich, sei die Zahl der Jobsuchenden zuletzt gestiegen. Hier erlebe man eine gewisse Angleichungstendenz in der EU.

Gute Noten erhält Österreich vor allem für seine Arbeitsmarkt- und Sozialreformen, in den Kategorien Frauenbeschäftigung, für die geringe Zahl an Schulabbrechern und für die Fortschritte in der Energieeffizienz. Im Forderfeld liegt die Alpenrepublik zudem in den Lissabon-Disziplinen Wohlstand, Produktivität und Langzeitarbeitslosigkeit, im Mittelfeld dagegen nur bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Aufholbedarf ortet das Londoner Institut außerdem bei der Beschäftigung älterer Arbeitskräfte. (apa)