Europawahl 2014 von

EU-Wahl: Karas will
Delegationsleiter bleiben

Niederösterreichs Landesparteichef Pröll geht von Hahn als EU-Kommissar aus

Othmar Karas © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

ÖVP-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl, Othmar Karas, möchte auch weiterhin die ÖVP-Delegation im Europaparlament leiten. Das erklärte er bei seinem Eintreffen vor dem Parteivorstand am Montag in der ÖVP-Zentrale. Der niederösterreichische Landesparteichef Erwin Pröll geht davon aus, dass Johannes Hahn wieder EU-Kommissar wird.

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Karas erklärte am Weg vom Auto in die Zentrale knapp: "Ich möchte Delegationsleiter bleiben."

Auf die Frage der Journalisten, wer nächster EU-Kommissar wird, verwiesen die meisten Vorstandsmitglieder erst auf die anstehenden Diskussionen sowie das Prozedere. Erwin Pröll hielt fest, dies müsse man Jean-Claude Juncker fragen. Pröll geht davon aus, dass er der nächste Kommissionspräsident wird, und dieser hege eine Wertschätzung für Johannes Hahn. "Nach der Buchform" müsste Hahn dies zufolge wieder in der Kommission vertreten sein. Grundsätzlich habe Hahn "ausgezeichnete Arbeit geleistet", auch aus niederösterreichischer Sicht, so der Landeshauptmann. Entscheiden werde Juncker selbst: "Von mir braucht er keinen Tipp."

Aus dem Wahlergebnis soll die Bundespartei laut Pröll lernen, dass man konsequent weiter arbeiten und viel bei den Bürgern sein müsse - während der gesamten Periode.

Entscheidung für nächsten Kommissar steht noch nicht an

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner erklärte vor dem Parteivorstand, die Entscheidung über den nächsten Kommissar stehe heute noch nicht an. Auch der steirische Landesparteichef Hermann Schützenhöfer erklärte, jetzt freue man sich erst einmal, dass die ÖVP "dank Othmar Karas" auf dem ersten Platz gelandet ist.

Ähnlich formulierte es Gabriel Obernosterer aus Kärnten. Man werde in den Gremien diskutieren. Die Kommissarsfrage sei heute aber nicht das Thema: "Heute können wir zufrieden sein, aber nicht überheblich." Es gebe zwar ein Minus vor dem Ergebnis, dennoch sei es besser als erwartet. Die Schwachstellen müsse man sich nun anschauen.

Haslauer: "Man kann immer besser werden"

Auch Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer räumte ein: "Man kann immer besser werden." Die EU-Wahl könne jedoch nicht eins zu eins auf die Innenpolitik umgelegt werden. "Froh über das gute Ergebnis" zeigte sich auch der Tiroler Landeschef Günther Platter. Die Strategie der Westachse, Claudia Schmidt als Listenvierte zu platzieren, "war gut". Der große Erfolg von Karas sei unumstritten, und auch die Mobilisierung habe funktioniert, freute sich Platter.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl meinte zur Kommissarsfrage lediglich: "Fragen Sie den Herrn Juncker." Familienministerin Sophie Karmasin hat keine "Personenpräferenz". Zunächste müsse man wissen, um welche Fachbereiche es geht.

Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka, Fritz Neugebauer oder Maria Fekter etwa eilten ohne Kommentar in die Vorstandssitzung.

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