Europawahl 2014 von

Stadler: Europa muss Schutzmacht
für das Christentum werden

Der REKOS-Spitzenkandidat spricht über seine Vorstellung einer modernen Union

Europawahl 2014 - Stadler: Europa muss Schutzmacht
für das Christentum werden © Bild: APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER

Ewald Stadler erzählt im NEWS.AT-Interview, was in der Union seiner Meinung nach gut läuft, was nicht und wofür er sich im Europäischen Parlament besonders einsetzen möchte. Der 52-jährige Vorarlberger war lange Zeit Mitglied der Freiheitlichen, bei denen er dem traditionellen deutschnationalen Flügel zugerechnet wurde und auch die Parteiakademie leitete. 2008 wechselte Stadler nach internen Differenzen zum BZÖ, für das er 2011 im Nachrückverfahren ins EU-Parlament einzog. Im Oktober 2013 wurde er nach einem verlorenen Machtkampf mit Gerald Grosz aus dem Bündnis ausgeschlossen und gründete schließlich im Dezember mit Unterstützung der Christlichen Partei Österreichs und der Jungen Europäischen Studenteninitiative die Reformkonservativen.

THEMEN:

NEWS.AT : Warum wollen Sie in ein Parlament gewählt werden, für dessen Abschaffung Sie eintreten, Herr Stadler?
Stadler: Man kann Institutionen nur von innen verändern und reformieren. Ich will das EU-Parlament durch eine Delegiertenversammlung ersetzen, damit die Volksvertreter der Mitgliedstaaten mehr in die EU-Gesetzgebung eingebunden sind und die Interessen der Wahlkreise mehr beachtet werden.

NEWS.AT : In drei Worten: Was bedeutet die EU für Sie?
Stadler: Verbotsunion, Schuldenunion, Enteigungsunion.

»Die EU ist nicht zum Krieg führen da«

NEWS.AT : Wofür würden Sie sich im Europaparlament besonders einsetzen?
Stadler: Ich habe drei Hauptziele. Erstens: Die übermächtigen EU-Institutionen müssen ihre Macht zurück an die Mitgliedstaaten geben. Wir müssen wieder zur Kompetenzlage von der Zeit vor dem Maastricht-Vertrag zurück. Zweitens müssen wir als Neutrale die Militärunion verhindern, die EU ist nicht zum Krieg führen da. Alle Zahlungen an die Verteidigungsagentur und der Einfluss der NATO auf die EU müssen beendet werden. Drittes Hauptziel ist der umfassende Lebensschutz und die Umsetzung von Europas größter Bürgerinitiative - ONE OF US: Die Finanzierung von Abtreibung durch die EU-Kommission muss sofort gestoppt werden. Wenn die EU diese Forderung nicht umsetzt, dann müssen alle Beitragszahlungen an die Union gestrichen werden.

NEWS.AT : Was hat die EU Positives geleistet?
Stadler: Ganz aktuell kann ich der EU gar nichts Gutes abgewinnen.

NEWS.AT : Was müsste verbessert werden?
Stadler: Die EU ist detailverliebt, sie regelt jede Kleinigkeit. Große Themen bleiben auf der Strecke. Beispiel: Die Einführung eines echten Trennbankensystems bringt die EU nicht zusammen.

»Der Euro wird gesundschrumpfen«

NEWS.AT : Wie sollte die Zukunft der gemeinsamen Währung aussehen?
Stadler: Der Euro wird gesundschrumpfen. Wir REKOS verlangen die sofortige Beendigung der unsinnigen Euro-Rettungspolitik und eine Verkleinerung des Euro-Raumes auf einen „Kern-Euro“ in Ländern mit vergleichbarer Wirtschaftsleistung und Bonität. Mit den ehemaligen Euroländern, sowie allenfalls mit weiteren geeigneten Mitgliedsländern, sollte dann die „Kern-Euro-Zone“ den bewährten Wechselkurs-Mechanismus wieder einführen. Die Währungspolitik muss wieder auf ökonomischen Tatsachen statt auf ideologischen Vorgaben beruhen.

NEWS.AT : Was muss getan werden, um die Arbeitslosigkeit in der Union zu bekämpfen?
Stadler: Die Banken geben den Ton an und verweigern den kleinen Betrieben Kredite. Man muss die Macht der Banken brechen, um liquide Mittel für die Wirtschaft bereitstellen zu können. Warum ist Mario Draghi, der bei Goldman Sachs Griechenland beraten und die Krise mitverbrochen hat, Chef der EZB? Das ist untragbar.

NEWS.AT : Sind Sie für das geplante Freihandelsabkommen mit den USA?
Stadler: Ich bin gegen das TTIP. Im EU-Parlament werde ich das Abkommen ablehnen, weil es fundamentale Prinzipien der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verletzt. Als die USA ein ähnliches Abkommen mit Mexiko abgeschlossen haben, stieg die Arbeitslosigkeit und die bäuerliche Existenz wurde vernichtet, weil die mexikanischen Landwirte gegen die US-amerikanischen Großkonzerne nicht konkurrieren konnten. Eine Neuauflage dieses Szenarios will ich mit aller Kraft verhindern.

NEWS.AT : Wie sollte sich die EU in der Ukraine-Krise verhalten?
Stadler: Die EU muss aufhören, sich von den USA instrumentalisieren zu lassen.

»Einigkeit statt Einheitlichkeit«

NEWS.AT : Wie sieht Ihrer Meinung nach zeitgemäße, europäische Außen- und Sicherheitspolitik aus?
Stadler: Wir müssen innerhalb Europas für ausreichend Verständigung sorgen. Wenn die Franzosen beim Mali-Einsatz die Interessen in ihrer Ex-Kolonie durchsetzen wollen, dann sollen die 27 anderen EU-Staaten bitte dabei nicht mit hinein gezogen werden müssen. Für eine gute Zusammenarbeit gilt generell: Einigkeit statt Einheitlichkeit. Einigkeit muss aber bei jedem Thema immer wieder neu errungen werden.

NEWS.AT : Wie stehen Sie zu künftigen Erweiterungsrunden der EU? Stichwort Serbien, Westbalkan, Ukraine.
Stadler: Vor jedem neuen Beitritt eines Landes in die EU muss es in Österreich eine Volksabstimmung geben.

NEWS.AT : Wie soll die EU mit Flüchtlingen umgehen?
Stadler: Europa muss eine Schutzmacht für die weltweit am meisten verfolgte Religion werden, eine Schutzmacht für das Christentum.

NEWS.AT : Warum sollten die Menschen zur Wahl gehen?
Stadler: Die EU-Wahl ist eine Richtungswahl. Die Schwächung der Regierungsparteien schreitet mit jeder Wahl weiter voran.

NEWS.AT : Und warum sollten die Menschen genau Sie wählen?
Stadler: Wir REKOS sind die einzigen authentischen und seriösen EU-Kritiker. Wir kennen und leben die Identität Österreichs und Europas als christliches Abendland.

Kommentare

Liebe NEWS, seid ihr KOMIKER?

"NEWS.AT : Wie stehen Sie zu künftigen Erweiterungsrunden der EU? Stichwort Serbien, Westbalkan, Ukraine."

Serbien ist schon Teil des Westbalkans!

Klug, genau ,durchaus wählbar.
In einem Interview auf Gloria TV kritisiert der
EU-Abgeordnete Ewald Stadler (REKOS) den Hype um den
Song-Contest-Gewinner Tom Neuwirth, der als Conchita Wurst verkleidet
aufgetreten ist. "Der Kniefall der veröffentlichten Meinung und der
Politiker aller Parteien erschüttert mich. Fremdschämen hat für mich
eine neue Qualität bekommen.
HC Strache ist für die Wurst!

Ivoir

Er wird und will nach der Wahl wieder im Ameisenhaufen EU-Parlament untertauchen und seinen Traum von einem Europa als christliches Ghetto weiterträumen.

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Ewald Stadler ist viel besser als Haider! Ich habe auf You Tube seine reden in EU-Parlament gesehen,und ich sage nur: EINFACH SUPER
Also bis jetzt ist er unser BESTE vertreter in Brüssel!

harnof melden

Gloria.tv hat nun auch ein neues hochgeladen:
http://de.gloria.tv/?media=610206

Stimmt auf Youtube hatte die Rede bezüglich Botschafter Teczan 800.000 Klicks, und das neuste wo Stadler sich gegen die Russophobie im EU-Parlament erhebt (von 2013 !) hat 235.000 :
http://www.youtube.com/watch?v=UHbp5wvHlGk

Er versteht nichts von Wirtschaftspolitik
Er versteht nichts von Energiepolitik,
aber davon verstehen alle anderen EU Kandidaten auch nichts.

Deswegen das kleinste Überl am Stimmzettel.

Robert Cvrkal

Altkanzler Schmidt wirft EU wegen Ukraine und Georgien Größenwahn vor. So gesehen gibt es immer mehr die sagen, dass Europa sich auf einen falschen Kurs befindet.

Europa als christliche Bastion, in Asien die Islamisten, Hindus und Buddhisten, in Afrika die Naturreligionen und in Amerika die Wirtschaftsreligion.
Ich hab mein Koffer schon gepackt und übersiedel in die Antarktis.
Die Pinguin dort werden mir hoffentlich Asyl geben.

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Im gestrigen Interview Stadlers mit mokant.at kommt viel besser raus, was der Stadler für eine Person ist als bei dem faden Fragenkatalog, der hier abgearbeitet wurde. Ich würd mir bei Interviews ein bischen mehr Bemühen und Originalität/ Kritik und nachfragen wünschen.
Stadler glaubt ja, der 3. Weltkrieg kommt etc....
http://mokant.at/1405-eu-wahl-2014-parlament-rekos-stadler-russland-conchita/

harnof melden

Sehe ich auch so. Die Thematik um Russland und Ukraine ist sonst nur anderen Youtube-Nutzern teils bekannt. Dieses lange Interview habe ich als bisher bestes angesehen!

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