Umstritten von

EU-Wahl: Haider für
NATO-Beitritt Österreichs

Die BZÖ-Spitzenkandidatin sprach sich für einen Beitritt zum Militärbündnis aus

Ulrike Haider ist für einen NATO-Beitritt Österreichs. © Bild: APA/Herbert Neubauer

Ulrike Haider-Quercia, BZÖ-Spitzenkandidatin für die EU-Wahl und Tochter des früheren Kärntner Landeshauptmanns, hat mit ihrem Auftritt in der gestrigen "ZiB2" für gehöriges Aufsehen gesorgt. Im Interview sprach sie sich unter anderem für den Beitritt Österreichs zur NATO aus und konnte sich an Interviews, die sie vor wenigen Wochen gegeben hatte, angeblich nicht mehr erinnern.

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So hatte Haider der Tageszeitung "Österreich" am 27. Februar ein Interview gegeben, in dem sie eine Volksabstimmung über den Euro forderte. Darauf angesprochen bestritt die 37-Jährige die Aussagen jedoch und meinte, "in der Zeitung steht sehr viel".

Im "ZiB2"-Studio forderte sie nun eine "emotionslose" Debatte über die Zukunft der gemeinsamen Währung, Denkbar wäre sowohl der Verbleib im derzeitigen System, als auch die Teilung in einen "harten" und einen "schwachen" Euro oder die Rückkehr zu den Landeswährungen.

Umstrittene NATO-Forderung

Ein weiterer Aufreger war Haiders Forderung nach einem NATO-Beitritt Österreichs. Auf die Frage "Sind Sie dafür, dass Österreich der NATO beitritt?", antwortete sie mit einem klaren "Ja". Eine in Österreich nicht sehr beliebte Position, ist die Zustimmungsrate zu einem Beitritt zum Nordatlantikpakt doch traditionell ziemlich gering. Sie sei sich der geringen Popularität dieses Standpunktes aber bewusst, so Haider.

Ihre Position wirkt zusätzlich etwas absurd, äußerte sie sich doch gleichzeitig lobend über die Neutralität und betonte, daran "festhalten" zu wollen, auch wenn sie leider "faktisch in vielen Punkten" nicht mehr eingehalten werde. Dass der Beitritt zu einem Militärbündnis auch das theoretische Ende der Neutralität bedeuten würde, blieb jedoch unerwähnt.

Für Verbleib in der EU

Bei der Volkabstimmung über den EU-Beitritt 1994 hätte Haider gegen den Beitritt gestimmt, "weil die kritischen Punkte, die die EU mit sich bringt, damals absehbar waren". Die heutigen Entwicklungen würden diese Befürchtungen bestätigen. Bei einer eventuellen Abstimmung über den Verbleib in der Europäischen Union würde Haider aber "natürlich" für einen Verbleib in der Union stimmen. Österreich habe in der EU "einen guten Weg" hinter sich und den gelte es zu gestalten und weiterzubringen.

In den Sozialen Netzwerken hat Haider mit ihrem wackligen Auftritt für Reaktionen zwischen Mitleid und Spott gesorgt - im folgenden eine kleine Auswahl.

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Kommentare

gings um charisma 6% wären drinn. Aber die Frau DDr
muss auch für ein diletantisches Parteprogram,telekom ,fehlentscheidungen wie petzner und stadler rauszukicken aber den verurteilten westi zum wahlkampfmanager zu ernennen (gerald grosz war sein padawan) gerade stehen. So sind 2-3% das höchste der Gefühle! Mitleid:nur mit menschen die arm sind. Bzö ist am politischen selbstverstümmeln!

gings um charisma 6% wären drinn. Aber die Frau DDr
muss auch für ein diletantisches Parteprogram,telekom ,fehlentscheidungen wie petzner und stadler rauszukicken aber den verurteilten westi zum wahlkampfmanager zu ernennen (gerald grosz war sein padawan) gerade stehen. So sind 2-3% das höchste der Gefühle! Mitleid:nur mit menschen die arm sind. Bzö ist am politischen selbstverstümmeln!

RobOtter

Gratuliere der BZÖ zu diesem Mut zur Selbstentleibung!

Heuer hat man die Qual der Wahl.
eine 2% Partei in Umfragen oder eine 1% Partei in Umfragen.
Ich bin mir nur bei einem sicher: Zwischen Rekos und BZÖ gehts um jede stimme^^. Bin gespant wer von beiden letzter wird.
EU-Aus jetzt wählen!

Wieso bleibt diese Person nicht bei dem was sie kann? Als Anwältin scheint sie ja halbwegs erfolgreich zu sein. Wieso sollte sich speziell Kärnten und in weiterer Folge ganz Österreich von einer Haider nochmal über den Tisch ziehen lassen?

Personen die augenscheinlich an schubweiser Demenz leiden, sollten nicht in der Politik mitmischen und versuchen sich an Stellen zu positionieren, für die sie in keiner Weise auch nur den Ansatz einer Befähigung aufweisen.

Wenn ich nicht irre hamma noch sowas wie eine Verfassung, d.h. es gilt: :"(1) Zum Zwecke der dauernden Behauptung seiner Unabhängigkeit nach außen und zum Zwecke der Unverletzlichkeit seines Gebietes erklärt Österreich aus freien Stücken seine immerwährende Neutralität.....
(2) Österreich wird zur Sicherung dieser Zwecke in aller Zukunft keinen militärischen Bündnissen beitreten und die Errichtung militärischer Stützpunkte fremder Staaten auf seinem Gebiete nicht zulassen. "

Und wers politisch aufheben will, wird wohl aufs Popscherl knallen.

wintersun melden

Jaja schliessen wir uns nur den Kriegstreibern an, Neutralität ist eh was für Schwache oder wie? Die Beweggründe der Frau würden mich durchaus interessieren.

Ja ich weiß, wir sind ja nur mehr "auf dem Papier neutral". Aber warum genau eigentlich? Welche Umstände bewirken dies, und sind diese demnach nicht illegal wenn wir neutral sind? Wäre es nicht vernünftiger zurück zur "echten Neutralität" zu kehren und ein ethisches Vorbild zu sein anstatt mit dem Wind in die Kriegstreiberei zu gehen?

Als neutrales Land ist man zwar in keinem militärischen Bündnis das einen schützt, aber gerade wenn man in einem größeren Bündnis ist, erhöht sich doch die Chance dass man auch als Feind bewertet und somit angegriffen wird? Weiters sollte es doch illegal sein ein neutrales Land anzugreifen, sollte das nicht als Schutz reichen?
Ich nehme an unser Bundesheer könnte sich gegen stärkere Nationen eh nicht lang verteidigen.

Über Antworten würde ich mich freuen.

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Seh ich auch so. Und ich will keine Landsleute von mir beim nächsten Bruch des Völkerrechts dabei haben und deshalb hamma die Neutralität, die dagegensteht irgendeinem französischen Kriegszwerg oder einem deutschen Sponti der sich vor Kriegsbegeisterung die Hose nass macht, hinterherzuzappeln.
Die Neutralität schützt uns halt immer noch davor in jedem internationalen bewaffneten Konflikt mitmischen zu müssen, denn anleiern werden wir schon aus den Größenverhältnissen heraus wohl keinen.

wintersun melden

Ich bin auch entschieden dagegen, sich mit in einen (am "besten" auch noch illegalen) Krieg reißen zu lassen, nur weil die Psychopathen in der wirtschaftspolitischen Riege anderer Länder wie ein hechelnder Hund ihre Begeisterung nicht mehr halten können.

Aber warten wir's ab, wir sind ja in so einer tollen Union, derer ich es nicht nur zutraue, sondern mir fast sicher bin dass es früher oder später "kommen muss" (das alte Lied der Alternativlosigkeit) - die Rede ist von einem EU-Militär.

Durchaus vorstellbar dass man versuchen wird uns zu zwingen, unsere Neutralität "im Sinne des Bündnisses" aufzugeben.

Wie Sie bereits erwähnten, "möglich ist alles" nur hat man meist das Gefühl dass die Würfel gezinkt sind, natürlich nicht zu unseren Gunsten.

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naja, solange man die Neutralität nicht verfassungskonform abschafft gilt sie und einstweilen darf man auch noch trotz des Vertrags von Lissabon davon ausgehen, dass das in Kraft ist ( http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2008/PK0288/index.shtml ).
Und auch wenn das schlawutzige Verhältnis dieses Landes zu seinen Rechtsgrundlagen immer unerträglicher wird, wäre es wohl politischer Suizid daran zu rütteln - bis heute hat mir kein Repräsentant der hoheitlichen Verwaltung bis auf Schüssel gesagt, dass das Geschichte sei und selbst der ist blitzschnell zurückgerudert - da die Österreicher, die einst aufgezwungene Neutralität, inzwischen "lieb" gewonnen haben. Und ich hoffe schon, dass das so bleibt.

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Wie man locker in einem Interview eine Partei vernichtet. Frank Stronach mit der Todesstrafe, Haider mit der NATO. Gerde jetzt ist der Kriegstreiber NATO außerordentlich unbeliebt.

christian95 melden

Stimmt.
Aber mit diesem Verein, der hochgradig mit Parteigünstlingen besetzt ist und bald nicht einmal mehr Sprit für die alten Geräte hat, wäre sachlich ein Nato-Beitritt durchaus vernünftig. SPÖ+ÖVP haben unser Heer seit Jahren doch kaputt gespart.

nonaned melden

Also ohne jetzt für oder gegen Frau DDR. Haider zu schreiben, muss ich doch feststellen, dass es ein Armutszeugnis für den ORF ist, wenn Grundlage eines Interviews angebliche Aussagen in

nonaned melden

Fortsetzung:
der komischen Zeitung Österreich Grundlage sind. Ist der Herr Moderator nicht in der Lage, sich selber Fragen auszudenken? Braucht dazu die Zeitung Österreich (da steht ja immer nur die Wahrheit drin, hahaha) als Grundlage - das sagt doch alles. Da weiss man ja, auf welches Glatteis man den Interviewpartner führen will. Soviel zum unabhängigen ORF!!!!

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