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EU-Wahl: Gusenbauer
lobt ÖPV-Kandidat Karas

Reaktionen nach Wahl: Ex-SPÖ-Bundeskanzler spricht von anständigem Ergebnis

Alfred Gusenbauer über die EU-Wahl 2014 © Bild: APA/BARBARA GINDL

Für den ehemaligen SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat die EU-Wahl 2014 im Land ein anständiges Ergebnis gebracht, "mit dem man gut leben kann". Bei allem Geraunze hätten die Leute die proeuropäischen Parteien gestärkt. Die ÖVP habe einen guten Spitzenkandidaten gehabt, sagte Gusenbauer am Montagabend in Richtung Wahlsieger.

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Bei der SPÖ, die sich im wesentlichen auf ihren Stammwählerbereich konzentriert habe, glaube er nicht, dass der Spitzenkandidat noch zusätzlich sehr viele Stimmen gebracht habe, sagte Gusenbauer Montagabend bei einer Podiumsdiskussion beim heurigen Sparkassentag in Wien. Fehler im Wahlkampf der davor ziemlich "gehypten" NEOS hätten Grünen und ÖVP noch zusätzliche Schübe gebracht, vermutet Gusenbauer.

Treichl: Unaufgeregtes Ergebnis

Für Erste-Chef Andreas Treichl war der Wahlausgang in Österreich ein Signal, dass man trotz eines relativ trockenen Wahlkampfs und "lehrerhafter" Auftrittsweise Erfolg haben könne. Das freue ihn für Othmar Karas (ÖVP), der anders sei als viele andere Politiker, hohen Respekt in Brüssel genieße und der "für seine Arbeit gewählt" worden sei. Ansonsten fand Treichl das Wahlergebnis in Österreich nicht besonders aufregend. Außer dass die Grünen ihr bestes Ergebnis brachten. Das finde er toll, und er würde sich mehr "Van der Bellens" bei den Grünen wünschen.

Grafik: Das EU-Wahlergebnis 2014
© APA/Martin Hirsch Das Ergebnis der EU-Wahl 2014.

Im Wahlsieg der Nationalisten in Frankreich sieht Treichl eine massive Abfuhr für die inkonsistente und unaufrichtige Politik der jetzigen Regierung in Frankreich. Als sehr gutes Zeichen indes wertet er den Wahlausgang in Deutschland, weil es eine große Nation in Europa gebe, die keine wesentlichen rechtsradikalen oder nationalistischen Tendenzen habe.

Van der Bellen: Keine Angst um Frankreich

Der frühere Grüne Parteichef Alexander van der Bellen hat trotz des Wahlsiegs der Nationalisten um Marine Le Pen in Frankreich keine Angst um Frankreich. Er habe da schon Vertrauen in die Franzosen. Wenn jetzt alles gut gehe, werde der EVP-Kandidat Jean-Claude Juncker zum Kommissionspräsidenten gekürt, es sei denn, die Ministerpräsidenten versuchten etwas anderes. Das wäre für ihn eine grobe Verletzung des Fair Play. Fakt sei, dass die Wähler nur die Zusammensetzung des Parlaments entschieden. Ein Problem sieht er in Europa darin, dass es hier "zwei Regierungen" gebe, die EU-Kommission und den Rat, der sich "als Oberregierung gebärdet."

Eurokritische Parteien: Barroso besorgt über Erfolg

Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat sich besorgt über den Erfolg eurokritischer Parteien bei der Europawahl gezeigt. "Wenn man daraus einen Trend machen will, dann diesen: Die Menschen auf der Straße haben den Eindruck, dass sie nicht mehr kontrollieren können, was passiert", sagte Barroso am Montag bei einer Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Portugal.

Das Vertrauen in die politische Führung habe dramatisch abgenommen. Das bereite einen fruchtbaren Boden für Populismus und Nationalismus. Eurokritische Parteien machten sich das zunutze, erklärte Barroso: "Sie mobilisieren gegen Europa - das ist viel einfacher, als sich für etwas stark zu machen."

Kommentare

die SPÖ wird jetzt mitglied bei ÖVP und alle arbeitnehmer von ÖVP+SPÖ gründen DPÖ :)))

Manfred Kremser Derpradler

Solche Leute haben aus der Sozialdemokratie einen Selbstbedienungsladen für Egozentriker gemacht, denen es hauptsächlich darum geht, auf Kosten der Steuerzahler ein Luxusleben zu führen. Gusenbauer ist dafür ein Paradebeispiel!

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