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EU-Wahl: FPÖ räumt
in Steiermark ab

Hochburgen und Negativ-Rekorde: Wie die Parteien in den Bundesländern abschneiden

EU-Wahl: Wähler auf dem Weg zu einem Wahllokal in der Steiermark. © Bild: APA/BARBARA GINDL

Die EU-Wahl 2014 hat zum Teil wieder Rekordergebnisse in traditionellen Hochburgen der Parteien gebracht. Während sich die SPÖ auf ihre burgenländischen Gemeinden verlassen konnte, punktete die ÖVP wie gewohnt vor allem in Tiroler Kleinstgemeinden. Die FPÖ holte ihre besten Ergebnisse in steirischen Gemeinden, die Grünen punkteten wie immer in Wien. Die NEOS punkteten am besten in Vorarlberg.

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Die ÖVP erzielte ihr bestes Ergebnis (noch ohne Berücksichtigung der Briefwahlstimmen, die erst am Montagabend vorliegen, Anm.) in der Tiroler Kleinstgemeinde Hinterhornbach. In dem 73 Wahlberechtigte großen Bergdorf stimmten 90,5 Prozent für die Volkspartei - damit löste die 1.100 Meter hoch gelegene Gemeinde am Fuße des Hochvogels in den Allgäuer Alpen die bisherige Top-Gemeinde Jungholz ab, wo vor allem die FPÖ stark zulegen konnte. Das schwächste Ergebnis verzeichnete die ÖVP erneut im steirischen Vordernberg mit 4,5 Prozent der Stimmen.

Burgenland wählt SPÖ

Die SPÖ punktete einmal mehr in ihren burgenländischen Hochburgen. Wie schon bei der Nationalratswahl im vergangenen Herbst fuhr die Sozialdemokratie in Burgenlands kleinster Gemeinde Tschanigraben mit 73,7 Prozent ihr stärkstes Gemeinde-Ergebnis ein - und legte gegenüber der EU-Wahl 2009 ganze 10,4 Prozentpunkte zu. Aber auch in der Top-Gemeinde von 2009 steigerte sich die SPÖ: In Selzthal (Steiermark) votierten 68,8 Prozent für die Kanzlerpartei (+5,4). In zwei Gemeinden gab es für die Roten einen "Nuller": Sowohl in Jungholz (Tirol) wie auch in Sibratsgfäll (Vorarlberg) konnte die SPÖ wie schon 2009 keinen Wähler für sich gewinnen.

FP-Gewinne in steirischen Gemeinden

Das starke Abschneiden der FPÖ im "Reformpartner"-Land Steiermark spiegelte sich auch in den Gemeindeergebnissen wider: In Reichendorf in der Oststeiermark erzielte die Partei mit 49,4 Prozent fast die absolute Stimmenmehrheit - ein Plus von 25,7 Prozentpunkten. Starke Verluste erlitt hier vor allem die ÖVP, die 26,8 Prozentpunkte einbüßte. In der FP-Hochburg von 2009 - dem Steirischen Rinegg - setzte es hingegen ein Minus von 7,7 Prozentpunkten. Die schwächsten Ergebnisse musste die FPÖ in Vorarlberger und Tiroler Gemeinden hinnehmen. Am wenigsten überzeugen konnte die FPÖ in der VP-Hochburg Fontanella (Vorarlberg), wo nur 1,4 Prozent für die FPÖ votierten. Auffallend: In der rund 1.100 Meter hoch gelegene Gemeinde entschieden sich mit 9,7 Prozent überdurchschnittlich viele Wähler für Ewald Stadlers Liste REKOS.

Grüne punkten in Wien und Vorarlberg

Die Grünen punkteten wie gewohnt in Wien, verzeichneten bei dieser EU-Wahl aber auch in Vorarlberg zwei ihrer Top-5-Ergebnisse. Spitzenreiter war einmal mehr Wien-Neubau, wo 36 Prozent Grün ankreuzten. Das zweitstärkste Gemeindeergebnis der Grünen kam aber diesmal bereits aus Vorarlberg: In Röthis entschieden sich 33 Prozent für die Öko-Partei; und auch in der Vorarlberger Gemeinde Sulz kamen die Grünen auf 30,6 Prozent. Gar keine Wähler konnten die Grünen in acht Gemeinden für sich gewinnen, vor allem in hoch gelegenen Kleinstgemeinden in Tirol verweigerten die Wahlberechtigten der Partei ihre Stimme. Mit der Auszählung der Briefwahlstimmen sind die Grünen nach Vorarlberg und Wien auch in einem dritten Land zweitstärkste Partei, nämlich in Tirol. Abgesehen von Tirol haben die Briefwähler in keinem Bundesland eine Umreihung bewirkt. Dafür rührten sie dort kräftig um: Die ÖVP blieb zwar Erste. Aber die Grünen machten gegenüber dem Sonntags-Ergebnis zwei Plätze wett - sind also jetzt Zweite, dafür die FPÖ Dritte und die SPÖ nur Vierte.

NEOS im Ländle stark

Die erstmals bei einer EU-Wahl angetretenen NEOS konnten sich ganz auf den Heimvorteil von Parteichef Matthias Strolz verlassen: Alle fünf Top-Ergebnisse erzielte die Partei in Vorarlberger Gemeinden. Am meisten Zuspruch erhielten die NEOS wie schon bei der Nationalratswahl in Strolz' Heimatgemeinde Dalaas mit 24,6 Prozent. In neun Gemeinden gab es einen "Nuller", vor allem in tiefschwarzen Tiroler Bergdörfern war für die Pinken nichts zu holen.

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