Wien ist anders von

So hat Wien bei der
EU-Wahl abgestimmt

In der Hauptstadt ist Grün das neue Pink: Öko-Partei in neun Bezirken vorne

Lunacek und Glawischnig © Bild: APA/HERBERT P. OCZERET

Mit Spannung war das Ergebnis der EU-Wahl in Wien erwartet worden, vor allem für die NEOS schien alles offen. Und die Neo-Partei erreichte tatsächlich auf Anhieb 8,5 Prozent, in manchen Bezirken kam Pink sogar auf deutlich mehr. Aber: Als stimmenstärkste Partei etablierten sich in den inneren Bezirken - und nicht nur dort - die Grünen. Das größte Plus insgesamt setzte es einmal mehr für die FPÖ.

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Insgesamt änderte sich an der Spitze nichts, also zumindest nicht die Partei. Die SPÖ kam in Wien erneut auf Platz eins, wenn auch mit einem kleinen Minus von 0,61 Prozentpunkten im Vergleich zu 2009 (27,96 Prozent statt 28,57 Prozent). Den Zweiten der vorigen Wahl, die ÖVP, erwischte es schlimmer: Sie kam auf 15,81 Prozent (2009: 18,22 Prozent) und fiel auf den vierten Platz zurück.

Grüne im Vormarsch

Stattdessen sind nun die Grünen auf den zweiten Platz aufgerückt: Die 20,65 Prozent stellen ein Plus von 3,64 Prozentpunkten dar. Weit auffälliger ist jedoch: Die inneren Bezirke - abgesehen vom 1. Bezirk - sind inzwischen durchgehend grün dominiert: In Wien-Landstraße verdrängten die Grünen mit 26,29 Prozent die SPÖ von Platz Eins. In Wien-Wieden musste die ÖVP weichen, denn die Wähler entschieden sich hier zu 28,37 Prozent für Grün. Statt bei der SPÖ machten auch die Margaretner ihr Kreuz heuer mehrheitlich lieber bei den Grünen, die 28,37 Prozent von sich überzeugen konnten.

Auch Währing und Hernals grün dominiert

Der sechste und siebente Bezirk hatten sich schon 2009 als grüne Hochburgen erwiesen und blieben das auch heuer: In Mariahilf bekamen die Grünen 32,43 Prozent der Stimmen, in Neubau waren es sogar 36,01 Prozent. Auch in der Josefstadt (31,41 Prozent) und im Alsergrund (29,6 Prozent) schnitten Ulrike Lunacek und ihr Team wie auch schon 2009 am besten ab. Erstmals bei EU-Wahlen konnte man auch im sonst ÖVP-dominierten Währing punkten. Hier entfielen 26,96 Prozent der Stimmen auf Grün, was auch hier Platz Eins bedeutet. Von der SPÖ eroberte man mit 26,01 Prozent dagegen Hernals - und damit den insgesamt neunten grünen Wiener Bezirk.

Blaue mit größtem Zuwachs

Die FPÖ konnte zwar keinen Bezirk für sich gewinnen, sie darf sich aber trotzdem einmal mehr über das größte Plus in der Bundeshauptstadt freuen: Die Blauen legten in Wien um 4,04 Prozentpunkte zu und kamen auf 19,36 Prozent. Das bedeutet Platz drei - der 2009 von der Liste Martin eingenommen wurde. Stark waren und sind die Freiheitlichen traditionell in den großen Flächenbezirken. In Simmering kamen sie etwa auf 30,18 Prozent.

Pinke Potenziale

Auf die NEOS, die bundesweit auf 7,61 Prozent kamen, entfielen in Wien 8,5 Prozent. Wobei in jenen Innenbezirke, in denen ihnen im Vorfeld die größten Chancen eingeräumt wurden, das Abschneiden deutlich besser war. In Neubau lautete das Ergebnis 11,09 Prozent, in Mariahilf sogar 12 Prozent. Wo die wahren pinken Potenziale schlummern, zeigte sich jedoch auch: In der Wiener Innenstadt, in der die ÖVP zwar stärkste Partei blieb aber 8,9 Prozentpunkte einbüßte, kamen die NEOS auf 13,02 Prozent. In den bürgerlichen Hochburgen Josefstadt und Währing wurden 12,48 bzw. 12,39 Prozent errungen.

Wien bei der EU-Wahl
© APA/Margret Schmitt

Kommentare

So ganz zum Jubeln find ich dieses Ergebnis für die Grünen nicht. Sie sind auf Platz 4. Und wenn ich mir die Stimmen Zuwächse anderer Parteien in den Wiener Bezirken anschaue, dann schon gar nicht.

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