Europawahl 2014 von

EU-Wahl: FPÖ holte sich
die meisten Martin-Wähler

Ein Viertel der Liste-Martin-Wähler von 2009 wanderten zu den Freiheitlichen

HC Strache © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

Bei der EU-Wahl 2009 hatte die Liste Martin 17,7 Prozent der Stimmen und damit den dritten Platz erreicht, durch den Nicht-Antritt waren somit eine halbe Million Stimmen zu haben. Erwartungsgemäß konnte sich die FPÖ bei der Wahl 2014 das größte Stück dieses begehrten Protestwähler-Kuchens sichern, insgesamt 26 Prozent oder 130.000 Stimmen gewannen die Freiheitlichen auf diesem Weg dazu, wie die ORF/SORA-Wählerstromanalyse der EU-Wahl zeigt.

THEMEN:

99.000 weitere FPÖ-WählerInnen von 2014 waren bei der letzten Wahl zu Hause geblieben. 33.000 Stimmen konnte die FPÖ vom BZÖ gewinnen, 28.000 von der SPÖ und 26.000 von der ÖVP. Die FPÖ mobilisierte diesmal 64% der WählerInnen von 2009 wieder für sich. 58.000 ehemalige FPÖ-WählerInnen sind diesmal zu Hause geblieben. Jeweils 15.000 Stimmen gingen an ÖVP, Grüne, NEOS und Sonstige verloren. 14.000 weitere Stimmen verlor die FPÖ an die SPÖ.

Der zweite große Wahlsieger, die Grünen, mobilisierten bei dieser Wahl 70% ihrer WählerInnen von 2009. Den größten Verlust erlitt die Partei mit 35.000 Stimmen an die NEOS gefolgt von 20.000 an die NichtwählerInnen. 11.000 Stimmen gingen an Sonstige, 9.000 an die SPÖ und 8.000 an die ÖVP. Zugewinne erzielten die Grünen von ehemaligen NichtwählerInnen (65.000 Stimmen). 54.000 Stimmen sind ehemalige Martin-WählerInnen, 40.000 kamen von der ÖVP, 36.000 von der SPÖ und 14.000 vom BZÖ.

Auch ÖVP und SPÖ profititeren von Martin

Die ÖVP konnte bei dieser Wahl 70% ihrer WählerInnen von 2009 erneut mobilisieren. Den größten Verlust von 102.000 Stimmen erlitt die ÖVP an die NichtwählerInnen. Weitere Stimmen gingen an die NEOS verloren (48.000), an die Grünen (40.000) sowie an die FPÖ (26.000). An die SPÖ verlor die ÖVP 23.000 Stimmen. Den stärksten Zugewinn erzielte die ÖVP mit 63.000 Stimmen von NichtwählerInnen der EU-Wahl 2009. 54.000 Stimmen kamen von der Liste Martin, 19.000 von der SPÖ, 15.000 von der FPÖ und 13.000 vom BZÖ.

Die SPÖ konnte 73% der WählerInnen von 2009 wieder für sich gewinnen. Auch hier ging der größte Verlust (69.000 Stimmen) an die NichtwählerInnen. 36.000 Stimmen verlor die SPÖ an die Grünen, 28.000 an die FPÖ, 19.000 an die ÖVP und 14.000 an die NEOS. Zugewinne erzielte die SPÖ von ehemaligen NichtwählerInnen (67.000). 57.000 Stimmen kamen von Martin-WählerInnen von 2009, 23.000 von der ÖVP, 14.000 von der FPÖ und 11.000 vom BZÖ.

Das BZÖ konnte bei dieser Wahl nur mehr zwei von 100 WählerInnen (2%) von 2009 erneut für sich gewinnen. 33.000 ehemalige BZÖ-WählerInnen wählten diesmal FPÖ und 29.000 gingen nicht zur Wahl. 16.000 BZÖ-Stimmen konnten die NEOS für sich gewinnen, 14.000 die Grünen, 13.000 die ÖVP, 12.000 Sonstige und 11.000 die SPÖ. Zustrom erhielt das BZÖ primär von ehemaligen NichtwählerInnen (6.000 Stimmen).

NEOS wildern überall

Erstmals in das Europäische Parlament ziehen die NEOS ein. Ihre Wählerschaft setzt sich wie folgt zusammen: 48.000 sind ehemalige ÖVP-WählerInnen, 46.000 stammen von der Liste Martin, 40.000 waren 2009 nicht zur Wahl gegangen. 35.000 NEOS-WählerInnen kommen von den Grünen, 16.000 vom BZÖ, 15.000 von der FPÖ, 14.000 von der SPÖ und 10.000 von Sonstigen der EU-Wahl 2009.

Die Reformkonservativen sowie die Listen Europa Anders und EU-Stop werden in der Wählerstromanalyse unter "Sonstige" zusammengefasst. Sie erhielten Stimmen vor allem von ehemaligen NichtwählerInnen (49.000) sowie von Martin-WählerInnen von 2009 (39.000).

Kommentare

strizzi49 melden

Es ist immer wieder das selbe - die ganze zeit wird über unsere EU-Parlamentarier geschimpft, dass die nix machen für Österreich! Dann sind Wahlen und wer gewinnt? Wieder die gleichen, die bisher gegen uns gearbeitet haben! Verehrte Österreicher, Ihr seid wahrlich ein Volk von Idioten! Da könnt Ihr einmal was ändern, aber Ihr macht es nicht!

christian95 melden

Das erinnert mich an den Spruch eines Politikers beim Glaserl Wein:
"Wir können machen was wir wollen, die Trotteln wählen uns eh alle wieder". Sofort wurde er wieder nüchtern und bestritt so etwas je gesagt zu haben. - Und stimmts nicht?

Seite 1 von 1