EU will nicht gegen Nahrungsspekulationen vorgehen: Kommissarin glaubt an Märkte

Keine Eingriffe wegen Preisspekulationen geplant Agrarkommissarin Boel rechnet mit größeren Ernten

EU will nicht gegen Nahrungsspekulationen vorgehen: Kommissarin glaubt an Märkte © Bild: Reuters/Ranoco

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel sieht trotz steigender Nahrungsmittelpreise und zunehmender Spekulation mit landwirtschaftlichen Gütern keinen Grund zum Eingreifen. "Ich glaube an Märkte und wehre mich dagegen, alle Details unserer Gesellschaft zu regulieren", sagte Fischer Boel der "WirtschaftsWoche". Sie räumte ein, dass auch durch Spekulation die Preise in die Höhe getrieben werden.

"Daran habe ich keinen Zweifel, auch wenn ich nicht genau sagen kann, wie stark dieser Effekt ausfällt." Die Zahl der Finanzprodukte im Agrarbereich sei jedenfalls dramatisch gestiegen.

Doch die gestiegenen Preise würden zunehmend auch die Landwirte stimulieren, die Ernten zu steigern. Für 2008 rechne sie mit deutlich steigenden Erntemengen, sagte die EU-Kommissarin. In diesem Jahr dürften sich die Preise auf hohem Niveau stabilisieren, aber unter den bisherigen Spitzenwerten. Die Getreideernte in Europa dürfte um zehn Prozent steigen. "Höhere Preise stimulieren die Produktion. Dieser Grundsatz gilt auch für die Landwirtschaft."

Fischer Boel bekräftigte, die Agrarsubventionen weiter von der Produktion abkoppeln zu wollen. Die Subventionen sollten insgesamt auf ein Niveau von unter 30 Prozent der bäuerlichen Einkünfte sinken.
(apa/red)