EU plant KMUs unter die Arme zu greifen:
Vergünstigte Kredite sollen erweitert werden

'Wollen sicherstellen, dass unsere Wirtschaft gut läuft' Ausgabe-Modell der USA in Europa nicht angestrebt

Die EU will kleineren und mittleren Unternehmen mehr Kredite anbieten und ihnen damit in der Konjunkturkrise unter die Arme greifen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) solle ihren Finanzierungsrahmen für vergünstigte Kredite in den kommenden drei Jahren auf 30 Milliarden Euro erweitern, sagte Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde beim Treffen der EU-Finanzminister in Nizza.

Damit würde den Unternehmen ungefähr das Doppelte an Krediten angeboten als bisher. "Wir warten nicht einfach ab, wir halten nicht unsere Hände still. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Wirtschaft gut läuft", sagte die Vertreterin der derzeitigen EU-Ratspräsidentschaft.

Durch die Kreditmarktkrise und ihre Folgen für die Banken ist es für kleinere und mittlere Unternehmen schwieriger geworden, Investitionen zu finanzieren. Bisher stellt die EIB jährlich rund fünf Milliarden Euro für diese Klientel zur Verfügung. Die Kredite können über die Geschäftsbanken zu günstigeren Konditionen abgerufen werden.

Lagarde betonte, die EU müsse zur Stabilisierung des Marktes einen Beitrag leisten, um dem Wachstum wieder auf die Sprünge zu helfen. Die EU-Kommission sagt in der Euro-Zone für 2008 ein Wachstum von nur noch 1,3 Prozent und damit nur etwa halb so viel wie im vergangenen Jahr voraus. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erstmals seit Beginn der Währungsunion 1999 leicht geschrumpft.

Die USA haben angesichts der Krise ein Konjunkturprogramm über 100 Milliarden Dollar aufgelegt. Diesen Weg lehnen die EU-Minister für Europa ab. Staatliche Ausgabeprogramme lösten nur ein kurzes Strohfeuer aus, führten auf lange Sicht aber zu steigenden Staatsschulden, sagte der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Finanzminister Jean-Claude Juncker bei dem Treffen in Nizza. Die vereinbarte Defizitgrenze von drei Prozent müsse eingehalten werden, betonte Lagarde zum Abschluss der Gespräche. (apa/red)