EU hofft beim Klimaschutz auf Obama:
Ambitionierte Ziele des neuen US-Regierung

Dimas: 'Klimaschutz hat Priorität vor Wirtschaftskrise' Weg zu Nachfolge-Kyoto-Abkommen in Kopenhagen

Die EU-Kommission hofft beim Klimaschutz auf Rückenwind durch den künftigen US-Präsidenten Barack Obama. "Die neue amerikanische Regierung hat vielversprechende Vorschläge gemacht, was sie für nötig hält im Kampf gegen den Klimawandel", sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am Rande der Weltklimakonferenz im polnischen Posen (Poznan). "Sie sind mehr oder weniger auf einer Linie mit uns."

Obama habe auch gesagt, dass er sich im Rahmen der Vereinten Nationen für den Klimaschutz einsetzen wolle. "Er hat einige ambitionierte mittel- und langfristige Ziele." Dies sei ein ziemlicher Unterschied zur noch amtierenden US-Regierung.

Dimas hält die Weltklimakonferenz in Posen bereits jetzt für einen Fortschritt. "Alle Länder haben zugestimmt, dass eine internationale Klimaschutzvereinbarung immer noch Priorität hat auch in Zeiten einer Wirtschaftskrise", sagte der EU-Kommissar. Er sei sehr zufrieden, dass in Posen ein detailliertes Arbeitsprogramm auf dem Weg zu einem Nachfolge-Kyoto-Abkommen bei der Konferenz in Kopenhagen 2009 vereinbart worden sei. Außerdem gebe es einen Zeitplan für das nächste Jahr. Die Vertreter von rund 190 Staaten wollen in Posen die Weichen für Kopenhagen stellen.

Der EU-Kommissar kritisierte, dass sich manche Industrieländer weigern, eine Senkung des Treibhausgasausstoßes zwischen 25 und 40 Prozent bis 2020 festzuschreiben. "Es ist sehr wichtig, dass Industrieländer die Vorschläge für ihre Verpflichtungen voranbringen, sagte Dimas. "Die Europäische Union hat dies schon getan." Deshalb erwarte er auch von anderen Industriestaaten vergleichbare Vorschläge. Es gebe aber Staaten, die solche Ziele schon auf der Klimakonferenz in Bali 2007 abgelehnt hätten. "Ich hoffe, dass sie auf die Signale hören, die die Wissenschaftler uns geben."
(apa/red)