EU-Jobs von

Van Rompuy drängt auf Juncker-Rückzieher

"Gehe davon aus, dass Juncker sich selbst aus dem Rennen nehmen wird"

Jean Claude Juncker im Portrait © Bild: APA/EPA/THIERRY ROGE

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy drängt offenbar auf einen Rückzieher des konservativen Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker im Rennen um den Job des EU-Kommissionschefs. "Ich gehe davon aus, dass Juncker sich in den kommenden Wochen selbst aus dem Rennen nehmen wird, wenn die Kritik an ihm so weitergeht", sagte ein Berater van Rompuy laut "Spiegel Online" am Freitag.

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Laut dem deutschen Medium gilt die Variante auch in deutschen Regierungskreisen als plausibel. Juncker selbst hatte noch kurz zuvor betont, er sei von Tag zu Tag optimistischer, das Spitzenamt zu erreichen. Dafür müssen ihn die Staats- und Regierungschefs formell mit qualifizierter Mehrheit vorschlagen. Dort gibt es erheblichen Widerstand vom britischen Premierminister David Cameron und anderen Regierungschefs. Das EU-Parlament hat allerdings klar gemacht, dass es keinen anderen Kandidaten als einen der von den europäischen Parteienfamilien vorgeschlagenen Spitzenkandidaten akzeptieren wird.

Hahn klar für Juncker

Dass der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heißt, ist für EU-Regionalkommissar Hahn hingegen klar: "Es gibt ein eindeutiges Wählervotum", sagte Hahn am Freitag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. "Es hat klare Ansagen im Vorfeld gegeben und daher sollte es auch klare Reaktionen danach geben."

Hahn betonte, es gehe hier um sehr weitreichende, sehr wichtige Personalentscheidungen. "Es hat ein klares Votum gegeben bei der Europawahl. Es hat im Vorfeld eine klare Festlegung gegeben auch der Staats- und Regierungschefs, auch auf den diversen Parteikonventen, dass der Repräsentant, der Spitzenkandidat der stimmenstärksten Partei Kommissionspräsident werden soll. Das ist ja auch in der Folge immer wieder bekräftigt worden von vielen. Es geht aber nicht nur um diese eine Position, es geht um mehrere andere Positionen, und da ist es verständlich, dass das ein bisschen Zeit braucht. Auch in diesem Bereich gilt Qualität vor Geschwindigkeit", betonte der österreichische EU-Kommissar.

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