EU gegen Handy-Abzocke im Ausland: Heute
Vorentscheidung zu Roaming-Gebühren

Billigere Handytarife sollen noch heuer kommen Handy-Gespräche sollen maximal 50 Cent kosten

EU gegen Handy-Abzocke im Ausland: Heute
Vorentscheidung zu Roaming-Gebühren

Im EU-Parlament steht eine entscheidende Weichenstellung für die Senkung der Kosten für Auslandstelefonate mit dem Handy in der EU an. Der Industrieausschuss stimmt über die geplante Festsetzung von Höchstgrenzen für Roamingtarife ab. Der Berichterstatter, ÖVP-Abgeordneter Rübig, glaubt an eine Einigung mit dem Ministerrat im Mai, damit könnte die Regelung noch im Sommer greifen.

Offen ist vor allem noch, ob die neuen Tarife für Auslandstelefonate generell für alle Kunden gelten sollen - wie die EU-Kommission dies vorgeschlagen hat - oder ob sich die Kunden selbstständig dafür entscheiden müssen. Rübig warnt neuerlich vor einem "Zwangstarif" für alle, der sich auf die Telekomunternehmen und ihre Beschäftigten negativ auswirken könnte und plädiert für die freie Konsumentenwahl.

Kritiker der Wahlmöglichkeit befürchten dagegen, dass damit nur wenige Handynutzer in den Genuss der niedrigen Roaming-Tarife kämen. Die Mehrheit der Kunden wechselt selten den Vertrag und informiert sich wenig über die genauen Tarife. Als Kompromissvariante könnte der Ausschuss auch eine Mischvariante vorsehen: bestehende Kunden müssten die günstigeren Auslandstarife extra wählen, wer einen neuen Vertrag abschließt hätte sie automatisch im Vertrag.

Die Parlamentarier wollen noch niedrigere Höchstgrenzen für Roaming: Bei einem angenommenen Anruf sollen maximal 15 Cent pro Minute anfallen bei einem selbst getätigten Anruf aus dem Ausland maximal 40 Cent (ohne Mehrwertsteuer). Die Telekomunternehmen sollen außerdem zwei Monate - ab Veröffentlichung der Verordnung - Zeit bekommen, um die neuen Euro-Tarif-Modelle auszuarbeiten. Die Verordnung soll nach drei Jahren überarbeitet werden.

(apa)