EU: Große Preisunterschiede beim Autokauf
In Finnland günstig, aber in Österreich teuer

Preisdifferenzen von bis zu 30 Prozent sind möglich Autokauf ist in neuen Mitgliedsländern meist günstiger

EU: Große Preisunterschiede beim Autokauf
In Finnland günstig, aber in Österreich teuer

Ein Auto kostet viel Geld. Wie aber aus einem aktuellen Vergleichstest der EU-Kommission hervorgeht, bestehen beim Kauf eines Neuwagens zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsländern immer noch große Preisdifferenzen. Der Autokauf in Österreich stellte sich dabei als einer der teuersten heraus. Ebenfalls tiefer in die Tasche greifen muss man in Deutschland, günstiger kommt man in Finnland davon.

In der EU gibt es beim Kauf eines Neuwagens weiter große Preisunterschiede. Wie aus dem jüngsten Preisvergleich der EU-Kommission für das erste Halbjahr 2006 hervorgeht, sind die Preise - ohne Steuern - im Schnitt in Dänemark, Ungarn und Finnland am günstigsten und in Tschechien und Deutschland am höchsten. Österreich zählt gemessen am Nettopreis ebenfalls zu den teuren Autokauf-Ländern in der EU.

Bis zu 30 Prozent Preisunterschied
Der größte Preisunterschied unter den 10 bestverkauften Autos in der EU wurde beim Ford Focus festgestellt, der in Deutschland um 30 Prozent mehr kostet als in Finnland. Ein deutscher Verbraucher, der dieses Auto völlig legal in Finnland steuerfrei kauft und in Deutschland anmeldet und versteuert, könnte rund 4.000 Euro sparen, so die Kommission. Die Dänen selbst profitieren von ihren niedrigen Autopreisen übrigens kaum, weil hohe Luxus-Steuern von mehr als 200 Prozent diese mehr als wettmachen. Auch in Finnland sind die Steuern auf Autos sehr hoch.

Österreich im Spitzenfeld
In Österreich sind unter den 85 verglichenen Modellen vor allem die Kleinwagen wie Citroen C2, Mazda 2 oder Seat Ibiza am teuersten in der EU. Bei den Mittelklasse- und Luxusautos liegen die Preise nur bei Audi A4, Skoda Superbe und Landrover Discovery voran. Insgesamt kosten in Österreich neun Modelle am meisten in der EU, in Deutschland elf Modelle.

Autos sind in den neuen Mitgliedsländern günstiger
Im Schnitt sind die Autopreise vor Steuern in den neuen Mitgliedstaaten noch immer um rund 3,6 Prozent niedriger als in den 15 alten Mitgliedsländern. Nach Angaben der EU-Kommission differieren die Preise nach einer anfänglichen Annäherung im Zuge der EU-Erweiterung nun wieder stärker.

Preise von Luxuswagen sind stabil
Generell werden die Preisunterschiede bei kleinen und mittleren Autos laut EU-Kommission derzeit größer, während Luxuswagen von BMW, DaimlerChrysler & Co in den EU-Ländern ähnlich viel kosten. Brüssel erklärt das vor allem mit Preissenkungen in den neuen Mitgliedstaaten, mit denen die Autohersteller mehr Käufer anziehen wollen. Die größten Preisunterschiede wurden dementsprechend auch bei Autos von Herstellern wie Renault, Fiat, Peugeot, Citroen, General Motors und japanischen Herstellern festgestellt.

Grundlage der Untersuchung
Die Beobachtungen der EU-Kommission basieren auf den empfohlenen Listenpreisen der 85 bestverkauften Modelle von 17 europäischen und 8 japanischen Autohersteller ohne Rabatte oder Sonderangebote. (APA/red)