EU-Förderung für Top-Forscher Zeilinger und Katzarkov

EU-Förderung für Top-Forscher Zeilinger und Katzarkov

Der renommierte Quantenphysiker Anton Zeilinger und der Mathematiker Ludmil Katzarkov erhalten die prestigeträchtigen "ERC Advanced Grants" der Europäischen Kommission. "Wir freuen uns über diese großartigen Erfolge unserer WissenschafterInnen. Das bestätigt unsere Strategie, Schwerpunkte bei der Berufung international renommierter Forscherpersönlichkeiten zu setzen", sagt der Rektor der Universität Wien, Georg Winckler.

Die Förderung von grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der neueren Schwerpunkte der Europäischen Union. Dafür wurde ein neues Instrument, der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) geschaffen. Gefördert werden Forschungsprojekte mit hohem Potenzial für Innovationen, aber auch mit hohem Risiko. Den ausgewählten Forscherpersönlichkeiten wird bei Förderung ein besonders hoher Freiraum zur Verwirklichung ihrer Visionen zugestanden. Ein internationales Gutachtergremium mit renommierten ExpertInnen entscheidet über die Förderungswürdigkeit der Anträge.

Für diese neu geschaffene, hoch dotierte Förderung mit fünf Jahren Laufzeit hatten sich insgesamt 2167 AntragstellerInnen beworben, davon 997 im Bereich "Physik und Technologie", die anderen in den Bereichen "Lebenswissenschaften und Medizin" sowie "Sozial- und Geisteswissenschaften".

Das Projekt von Ludmil Katzarkov beschäftigt sich mit auf den ersten Blick sehr abstrakten Themen der Mathematik, die allerdings ganz konkrete Anwendungen in der Physik haben. Es geht um die Analyse von Symmetrien und darauf aufbauende enge Zusammenhänge zwischen (abstrakter) Geometrie und mathematischer Physik. Das Projekt wird in enger internationaler Kooperation, insbesondere mit ForscherInnen am M.I.T. und am berühmten Steklov-Institut in Moskau durchgeführt und wird insbesondere auch Doktoratsstudierenden und Post-docs die Möglichkeit geben, einen Teil ihrer Forschungsarbeit an diesen Instituten durchzuführen. Das Projekt ist mit etwa einer Million Euro dotiert.

Ludmil Katzarkov wurde im April 2007 an die Universität Wien berufen. Zuvor war er von 1995 bis 2004 Professor für Mathematik an der University of California, Irvine, USA und danach an der University of Miami.

Das von Anton Zeilinger geplante Forschungsprojekt "Photonic Quantum Information Technology and the Foundations of Quantum Physics in Higher Dimensions" (Akronym: QIT4QAD) hat grundlegende Fragen der Quantenphysik zum Thema. Anton Zeilinger plant die Entwicklung einer innovativen Mikrooptik-Technologie, um neuartige Experimente zur Erforschung fundamentaler Tests der Quantenmechanik und technologischer Möglichkeiten der Quanteninformation durchzuführen. Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben kombiniert wichtige wissenschaftliche Herausforderungen mit innovativen Konzepten, die weit über den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik hinausgehen.

Im Zentrum des Projekts steht die Suche nach der Erkenntnis, wie die Welt funktioniert. Gibt es eine vom Beobachter unabhängige Realität? Oder beeinflusst der Beobachter die Wirklichkeit? Zeilinger sieht das größte Potenzial der geplanten Arbeiten jedoch nicht in der Beantwortung vorhandener, sondern in der Entstehung neuer Fragen.

Anton Zeilinger ist international führend in der Wissenschaft der Grundlagen der Quantenphysik und einer der Pioniere im neuen Technologiebereich der Quanteninformation. Er ist einer der meistzitierten Physiker in seinem Bereich und Träger zahlreicher internationaler Preise und Auszeichnungen. Der "ERC Advanced Grant" wird ihm die Erschließung neuer Bereiche in der Quantenphysik ermöglichen.

"Der neuerliche Erfolg Anton Zeilingers macht deutlich, dass ausgezeichnete Forschung dort stattfindet, wo exzellente WissenschafterInnen zusammenarbeiten – in Zeilingers Fall die Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften", so Heinz W. Engl, Vizerektor Forschung und Nachwuchsförderung, abschließend.

Näheres zum ERC Advanced Grant:
http://erc.europa.eu/

http://rp7.ffg.at/ideen

Näheres zur Arbeit von Anton Zeilinger:
http://www.quantum.at

Quelle: Redaktion/Universität Wien