EU provoziert China mit Tibet-Einladung: Dalai Lama soll Brüssel Besuch abstatten

Chinesische Regierung protestiert gegen Einladung China wirft Dalai Lama Stiftung der Unruhen vor

EU provoziert China mit Tibet-Einladung: Dalai Lama soll Brüssel Besuch abstatten © Bild: AP/Jackson

Vor dem Hintergrund der Tibet- Proteste wollen die Außenminister der Europäischen Union den Dalai Lama nach Brüssel einladen. Die Minister würden die Einladung an das tibetische Exil-Oberhaupt richten, wenn der slowenische Ratsvorsitz dies "demnächst" entscheide, kündigte Frankreichs Außenminister Kouchner an. China hat gegen die Einladung an den Dalai Lama unterdessen scharf protestiert.

Der Dalai Lama verlange weder den Boykott der Olympischen Sommerspiele in Peking noch die Unabhängigkeit Tibets, sagte Kouchner. Es sei deshalb "an der Zeit", wieder Gespräche aufzunehmen. Die EU-Außenminister hatten die Volksrepublik China aufgerufen, einen "wesentlichen und konstruktiven Dialog" mit dem 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, zu führen, der seit seiner Flucht im Jahr 1959 im indischen Exil lebt. Die chinesische Führung und das Oberhaupt der Tibeter sollten über "alle Schlüsselfragen" sprechen, forderten die EU-Minister.

Die chinesische Führung hat das tibetische Exil-Oberhaupt für die Unruhen in Tibet und den benachbarten Provinzen verantwortlich gemacht. Der Dalai Lama hatte zuvor die Siedlungspolitik Chinas in Tibet als "demografische Aggression" und eine Art von "kulturellem Völkermord" bezeichnet. Peking hat nach eigener Darstellung genügend Beweise, dass die Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa von Exil-Tibetern im Auftrag des Dalai Lama organisiert worden sind.

Bei den Olympischen Spielen in Peking hat die Sicherheit nach den Worten des chinesischen Staats- und Parteichefs Hu Jintao höchste Priorität. Ohne Sicherheit könne es keine erfolgreichen Spiele geben. Zudem würde das Image Chinas in der Welt andernfalls Schaden erleiden.

(apa/red)