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EU-Attacken von Varoufakis in Wien

Griechischer Ex-Finanzminister hielt Vortrag in der Wirtschaftsuniversität

Yanis Varoufakis © Bild: APA/Robert Jaeger

Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis hat die Wiener Bühne zu einer Attacke auf die Eurokrisen-Politik der EU-Staaten genutzt. In seinem Vortrag in der Wirtschaftsuniversität am Mittwochabend unterhielt er zudem hunderte Zuhörer mit ökonomischen Ideen und politischen Seitenhieben, und rief zur einer neuen Allianz von Europas Linken auf.

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Die gegenwärtigen EU-Institutionen seien in der Finanzkrise ab 2008 am Schutz der Mitgliedsstaaten gescheitert. "Eine Europäische Union wäre eine großartige Idee - aber wir haben keine", sagte Varoufakis. Die Eurozone lasse es an "Schock-Absorbern" vermitteln, die Ausgleich zwischen reichen und armen Staaten ermöglichten. "Die gemeinsame Währung hält es mit dem Motto der Bourbonen, die nichts lernten und nichts vergaßen", sagte der Ökonom.

Der griechische Ex-Finanzminister tourt seit Wochen für Vorträge durch Europa. Auch in Wien wurde ihm ein begeisterter Empfang bereitet. Nach tausenden Anmeldungen sperrte die WU auch Nebenräumen auf, um Schaulustigen per Video-Stream das Verfolgen des Vortrages zu ermöglichen.

Geheimgesellschaft Eurogruppe

Seine Amtszeit als Finanzminister von Jahresanfang 2015 bis Juli sei schwierig und ihr Ende für ihn "traumatisch" gewesen, räumte Varoufakis in seinem Vortrag ein. Immerhin habe er aber eines erreicht. "Die Leute wissen jetzt, dass die Eurozone kein Protokoll über ihre Sitzungen führt. ... Die Europäer sollten wissen, dass ihre Wirtschaft von einer Geheimgesellschaft regiert wird", sagte der 54-Jährige.

Yanis Varoufakis
© APA/Robert Jaeger Der Andrang auf Varoufakis war enorm

Mit seinem früheren Chef Alexis Tsipras zerwarf sich Varoufakis. Der griechische Regierungschef habe mit dem Akzeptieren neuer Sparmaßnahmen im Gegenzug für weitere Bailout-Gelder im Juli "kapituliert", sagte Varoufakis, der infolge zurücktrat. Persönlich angreifen will er Tsipras dennoch nicht. "Ich könnte nie ein schlechtes Wort über ihn verlieren", betonte der flamboyante Wirtschaftswissenschafter.

In Wien rief Varoufakis zu einer neuen Allianz der Linken in Europa auf. Es müsse eine europaweite "Konversation" über neue Wege des Zusammenlebens geben. Darin solle jeder teilnehmen können, unabhängig in welcher Partei oder gesellschaftlichen Gruppe man angehören. Ideen steuerte Varoufakis auch gleich selbst bei: Die Europäische Zentralbank solle etwa Lebensmittelmarken für Arme finanzieren, mit der Unterschrift von EZB-Präsident Mario Draghi darauf. "Denkt nur daran, was für einen einigenden Effekt das für Europa hätte", sagte Varoufakis.

Kommentare

Auch wenn sich Varoufakis mit einigen Politikern zerworfen hat, gegen deren Politik ist, doch er wird nicht untergriffig, nicht persönlich beleidigend, das war gegenüber Merkel und Schäuble nicht anders. Er vertritt eine andere Politik und für die kämpft er. Er macht Werbung und Vorträge für seine Politik. Das ist legitim, das machen die anderen auch.

Eines muß man Tsipras wirklich lassen: Er fackelt nicht lange, sondern läßt die Bevölkerung abstimmen. Er sagt, wofür er steht, was er machen kann und was die anderen von ihm wollen. Auch wenn es vielen bei uns nicht paßt, aber ich halte das für ehrliche aufrichtige Politik. Auch wenn ich keinen aufhabe, aber symbolisch ziehe ich meinen Hut vor ihm.

Varoufakis und auch Tsipras haben bei den Verhandlungen gesagt, was Sache ist. Viele Medien und auch Politiker haben gezielt Desinformation betrieben, um die beiden ins schlechte Licht zu rücken. Wo kämen wir denn hin, wenn wir auf Linke hörten?"

Bei den Milliarden an Hilfsgeldern, die nach Griechenland gegangen sind, ging es nicht um Griechenlandhilfe und Unterstützung der Menschen, daß die wieder Fuß fassen können. Die Banken sollten gerettet werde, aber noch viel mehr der Euro. Man sagt, die griechische Regierung schützt die Reichen und kassiert die normalen Leute ab. Das macht die EU doch genauso.

Ich glaube vielmehr, daß der Mann ganz recht hat mit dem, was er sagt. Man müßte vielmehr hinhören und nachdenken. Zum Beispiel seine Aussage: "Eine europäischen Union wäre eine großartige Sache, bloß wir haben keine." Das erleben wir Tag für Tag. Jedes Land kocht sein eigenes Süppchen, Solidarität gibt es nicht. Das sehen wir derzeit am Beispiel der Flüchtlingskrise.

strizzi1949
strizzi1949 melden

Und für den Schwachsinn, den der verzapft, wird er auch noch bezahlt? Was der kann, hat er ja in seiner Heimat schon gezeigt! Wieso lässt man so einen Kasperl in der Wirtschaftsuniversität seine krausen Gedanken verbreiten? Ich dachte, dort lernt man, wie man es machen sollte! Als was ist der dort aufgetreten? Als Beispiel, wie man es nicht macht?

neusiedlersee melden

Auf Wirtschaftsunis wird gelehrt, wie man Wirtschaft macht, wie sie heute in Europa + im sogen, Westen praktiziert wird: Progressives "unbegrenztes" Wachstum, Ausbeutung der Lohnarbeiter, Kapital kommt vor Menschenrechten und -würde. Beispiel: Veruntreuung wird im Allgem. mit höheren Strafen belegt als Totschlag od. fahrlässige Tötung.



tja>@christian95;
hat wie immer zu manchem Thema/Thread nichts mitbekommen(denn es hat ja nichts mit der FPÖ zu tun>aber aufplustern) was auch im Sinne unserer/euro Politik leider nicht nachvollziehbar ist.ALLE EU-STAATEN haben ihr kONTO überzogen!! da muss ich leider auch neus..x.see. recht geben(auch zuerst TIPP,CETA,etc..>den und noch unbekannten XYZs!!

neusiedlersee melden

Mir scheint, das Wichtigste des News-Artikels ist niemandem aufgefallen. Der ehem. griech, Finazminister sagte:
"Die Leute wissen jetzt, dass die Eurozone kein Protokoll über ihre Sitzungen führt. ... Die Europäer sollten wissen, dass ihre Wirtschaft von einer Geheimgesellschaft regiert wird"
Und diese "Gesellschaft" hat uns unter totaler Kontrolle. Nur die Menschen wollen es nicht wahrhaben.


neusiedlersee melden

Und die geistig und materiell Ärmsten sagen fröhlich in TV-Kameras: Mich kann man überwachen, ich habe nichts zu verbergen.Genauso wie man sie es gelehrt hat.
Im Moment läuft sehr diskret die Abschaffung des Bargeldes. Das Neueste: Jeder, auch Asylanten + Mittellose bekommen ein Konto. Der Menschenwürde wegen? Aber geh! Jeder MUSS ein Pflichtkonto haben. BARGELDVERBOT ist längst beschlossen!!!


gustigusti melden

Oooh ja, von den "ich hab eh nichts zu verbergen"-Leuten kenn ich auch einige! Fällt mir sogar richtig schwer die aufzuklären. Ich verwende dann meistens das Bsp. mit dem Autofahren, dass bei totaler Überwachung jede Sekunde, in der du ein paar km/h zu schnell dran bist, zur Anzeige kommt.
Leider haben viele ein Brett vorm Kopf. Zum Aus von Bargeld werden sie sicher sagen, 'ist ja viel bequemer'

neusiedlersee melden

Sie haben recht. Aber die Verblödung des Volkes durch die Politik unter Zuhilfenahme der Medien schreitet rasant fort. Die totale Versklavung wie sie geplant ist, hat es in der geplanten Form noch nie gegeben.

Tavington melden

eben. die eu hat griechenland bankrott gemacht. die griechische bevölkerung hat keinen cent von dem milliarden gesehen. wir wissen alle, wo diese milliarden sind, aber wir dürfen darüber nicht reden, wie der beispiel von frau winter zeigt.

christian95 melden

Die Griechen hatten € 100 Mrd. Schulden. Danach kamen € 370 Mrd. Rettungspakete der EU und nun hat Griechenland 320 Mrd. Staatschulden......

giuseppeverdi melden

320 Milliarden sind ohnehin nicht so viel. Wenn wir die ausgegliederten Schulden von Österreich dazu nehmen, dann sind wir schon weit darüber!

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Richtiger ist, die EU hat Griechenland zuBetrug und Bankrott verführt.
Und christian hat recht: Ö's Gesamtschulden sind sicher das Dreifache von den für Griechenland genannten.
Deswegen das Bargeldverbot. Mit einem Klick kann man jedem Kontobesitzer einen Teil zur Schuldentilgung stehlen.
Es wird bald zu einer Zersplittterung der EU kommen.
Ö. wird den deutschen Weg nicht mehr lange mitgehen.

Querdenker62 melden

Unsere Steuergelder bleiben ja nicht in Griechenland sondern werden gleich an amerikanische und deutsche Banken weiter gereicht. Den Griechen geht es dadurch immer schelchter und sie haben inzwischen viel mehr Schulden als vor der Krise.

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Hauptsächlich zur EZB nach Frankfurt. Die drucken Geld, senden es an griechische Banken und diese "tilgen" damit die laufenden Zinsen der EU-Kredite.
Im normalen Geschäftsleben eine Sache f.d. Staatsanwalt. Nicht so f.d. Geheimgesellschaft EU.
Unb Griechenland ist nur ein Beispiel für unsere Zukunft.

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