EU hat seit 1. Jänner 27 Mitgliedsstaaten: Bulgarien und Rumänien sind beigetreten!

Union reicht vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer Basescu: "Durch den Beitritt gewinnen wir Frieden"

EU hat seit 1. Jänner 27 Mitgliedsstaaten: Bulgarien und Rumänien sind beigetreten!

Rumänien und Bulgarien sind als Mitglieder Nummer 26 und 27 in der Europäischen Union begrüßt worden. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der als Vertreter der am Neujahrstag begonnenen EU-Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik nach Bukarest gereist war, sagte, Rumänien habe einen langen und schwierigen Weg zurückgelegt, um den Beitritt zu schaffen. "Willkommen in der Familie der Europäischen Union", sagte er.

In einer Erklärung teilte Steinmeier mit, trotz des Beitritts werde es sowohl Rumänien als auch Bulgarien noch viel Anstrengung kosten, bis sie vollständig integriert seien. Mit dem Beitritt vollende sich jedoch für die zwei Länder die "Rückkehr nach Europa", die mit dem Fall des Eisernen Vorhangs begonnen habe. Auch Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac begrüßte die Erweiterung der Union als einen Fortschritt bei der Versöhnung Europas. "Sofia und Bukarest sind wieder europäische Hauptstädte", erklärte er in einer von seinem Büro veröffentlichten Rede.

Prammer heißt Neo-Mitglieder Willkommen
Ein herzliches "Willkommen" sprach auch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Neujahrstag in einer Aussendung aus: "Der Erweiterungsprozess ist ein großer Erfolg. Wir haben die Spaltung Europas überwunden und mit der EU-Erweiterung den Frieden gesichert und die europäischen Grundwerte von Freiheit, Gerechtigkeit, Achtung der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie auf unserem Kontinent nachhaltig verankert."

Plassnik mahnt Reformen ein
Außenministerin Ursula Plassnik (V) hatte an die beiden neuen EU-Mitglieder appelliert, die Reformarbeit, insbesondere in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung, mit Nachdruck fortzusetzen. Bei der strikten Einhaltung der Gemeinschaftsregeln werde es "keine Abstriche" geben, unterstrich Plassnik, die in Bukarest und Sofia an den Beitrittsfeierlichkeiten teilnahm. Sie verwies darauf, dass Österreich, der größte ausländische Investor sowohl in Rumänien als auch in Bulgarien sei.

Tausende feiern Aufnahme
Die Aufnahme ihrer Länder in die EU zum Jahreswechsel feierten in Rumänien und Bulgarien tausende Menschen mit Feuerwerken und Straßenfesten. "Durch den Beitritt zur EU gewinnen wir unseren Frieden und Wohlstand", sagte der rumänische Präsident Traian Basescu den Feiernden auf dem Universitätsplatz in Bukarest am Sonntag kurz vor Mitternacht. An diesem Tag sei ein Traum wahr geworden, sagte der bulgarische Ministerpräsident Sergej Stanischew bei einem Open-Air-Konzert in Sofia. Es handle sich um "einen Traum von Generationen von Bulgaren, die schon immer mit den freien Völkern Europas in Frieden und Wohlstand leben wollten". Die bulgarische Zeitung "Trud" titelte am Montag in einer Sonderausgabe: "Wir sind daheim!"

490 Millionen EU-Bürger
Mit der Aufnahme der beiden osteuropäischen Staaten wächst die Gemeinschaft auf 27 Mitgliedsländer, ihre Grenzen reichen nun bis ans Schwarze Meer. Die Zahl der EU-Bürger stieg um 30 Millionen auf 490 Millionen. Die Wirtschaftsleistung der Gemeinschaft wird durch die beiden EU-Neulinge nur um ein Prozent erhöht. Obwohl die Wirtschaft in beiden Ländern schnell wächst, liegt das Pro-Kopf-Einkommen nur bei einem Drittel des EU-Durchschnitts.

Ursprünglich sollten Bulgarien und Rumänien zusammen mit anderen ost- und südeuropäischen Staaten der EU bereits am 1. Mai 2004 beitreten. Wegen Defiziten vor allem im Kampf gegen Korruption und das Organisierte Verbrechen wurde das Aufnahmedatum aber wiederholt verschoben. Für die Länder gelten jetzt auch zahlreiche Übergangsregelungen, um die Folgen der Erweiterung für die alten EU-Staaten abzufedern. So gibt es beispielsweise bis auf weiteres Beschränkungen für Agrarexporte beider Länder in die anderen EU-Mitgliedstaaten. (apa/red)