Ethik-Debatte von

Bangen um
todkrankes Baby Charlie

Eltern wollen ihr Kind noch nicht aufgeben - Ärzte sehen keine Chance auf Heilung

Baby Charlie Gard © Bild: imago/PA Images

In Großbritannien kämpfen zwei junge Eltern gerade um das Leben ihres zehn Monate alten Babys: Der kleine Charlie Gard leidet an der seltenen genetischen Erkrankung mitochondrialer Myopathie. Britische Ärzte haben dem todkranken Buben keine Chance auf Heilung ausgerechnet, woraufhin im April ein Gericht in London entschieden hat, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzuschalten. Die Eltern wollen jedoch nicht aufgeben.

Frist bis Dienstag

Charlies Eltern, Connie Yates und Chris Gard, möchten ihren Sohn für eine experimentelle Therapie in die USA bringen, von der sich Ärzte allerdings wenig versprechen. Sie haben bereits zweimal Berufung gegen das Gerichtsurteil eingelegt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist letztendlich eingeschritten und hat in Straßburg eine vorläufige Anordnung erlassen, das Baby bis auf weiteres am Leben zu halten. Das gilt bis Dienstag, 20. Juni. Danach soll ein Gericht endgültig über Charlies Schicksal entscheiden.

Die Eltern wollen jedenfalls um das Leben von Charlie kämpfen. Bei einem Picknick mit ihrem Baby Mitte Juni sagte die 31-jährige Mutter gegenüber der "Daily Mail": "Charlie war die ganze Zeit über wach. Es war wundervoll für ihn, die Sonne auf seinem Gesicht und den Wind in seinem Haar zu spüren."

Derzeit prüft der Menschenrechtsgerichtshof den Fall, der eine Ethik-Debatte ausgelöst hat. Mit der vorläufigen Entscheidung über die Fortsetzung der Behandlung hat er sich in der Sache noch nicht festgelegt. Die Eltern müssen ihre Beschwerde noch begründen. Sollten sie dies nicht tun, endet die Anordnung der lebensverlängernden Behandlung am Dienstag.