Estland von

Die Ökonomie-Oper

Twitter-Auseinandersetzung zwischen Präsident und Nobelpreisträger als Thema

Paul Krugman Oper in Tallin © Bild: Getty/ AFP/RAIGO PAJULA

„Nostra Culpa“ also „unsere Schuld“ nennt sich eine Oper die eine Auseinandersetzung, zwischen dem estnischen Präsidenten und dem Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, vertonte: Diese Oper wurde inzwischen sogar im estnischen Staatsfernsehen aufgeführt. Ausgangspunkt dieser Groteske war ein Text des Nobelpreisträgers, in dem er die Wirtschaftspolitik des Landes kritisierte. Der Präsident antwortete auf Twitter. Der Rest wurde eine Oper.

Krugman, seines Zeichens Wirtschaftsnobelpreisträger, bekannter Kolumnist der „New York Times“ und Ikone der amerikanischen Linken, kritisierte die Politik Estlands die Staatsausgaben zu kürzen, die zu einem massiven Wirtschaftseinbruch führte.

Der Präsident des Landes, Toomas Hendrik, antwortete auf diesen Artikel über den Kurznachrichtendienst „Twitter“. Mit einer Reihe von Tweets attackierte der Präsident den Nobelpreisträger und warf ihm vor sein Land als Ödland zu bezeichnen, sowie die Esten für dumme und unaufgeklärte Osteuropäer zu halten. Der Präsident wurde in seiner Attacke sehr heftig und wenig präsidentiell.

Oper im Staatsfernsehen

Die Tweets gingen um die Welt und später wurde von zwei Amerikanern, die in Estland leben, beschlossen diese Auseinandersetzung in einer Oper zu verewigen. Sie nannten die Oper „Nostra Culpa“ – Lateinisch für „unsere Schuld“, da der Präsident einen seiner Tweets mit diesem Spruch beendete.

Die Oper feierte inzwischen in Estlands Hauptstadt Tallin Premiere und das – nur 18 Minuten lange – Stück wurde auch im Staatsfernsehen gezeigt. Im ersten Akt geht es um die Argumente Krugmans, während im zweiten Akt die Tweets des Präsidenten gewürdigt werden.

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