Estibaliz C. von

"Esti ist keine eiskalte Mörderin"

Roland R. über die Liebe zu seiner Frau - Berufungsverhandlung: Anwälte abgeblitzt

Dritter Verhandlungstag im Fall Estibaliz C. © Bild: Getty Images/AFP/DIETER NAGL

Am Mittwoch ist bei der Berufungsverhandlung die lebenslange Haftstrafe für Estibaliz C. bestätigt worden. Die verurteilte Doppelmörderin könnte – EU-Gesetzen zufolge – ihre Überstellung in ein spanisches Gefängnis beantragen, wie "WOMAN" berichtet. Obwohl sie weiß, dass der Standard der Haftanstalten in ihrem Heimatland hinter dem österreichischen liegt, ziehe sie, laut Roland R., "ernsthaft in Betracht, ein solches Ansuchen zu tätigen. Weil ihr dort wahrscheinlich mehr Besuche unseres Buben gestattet wären." Ihr Ehemann steht trotz allem zu seiner Frau: Im WOMAN-Interview spricht er über die unendliche Liebe zu seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn. Und seinen festen Glauben daran, "dass uns drei nichts voneinander trennen kann, niemals".

© NEWS/Martina Prewein Roland R.

WOMAN: Herr R., bei der Verhandlung gegen Ihre Frau haben Sie die Aussage verweigert, ihr keinen Blick geschenkt …
Roland R.: Dass alles so geschehen ist, tut mir sehr leid. Weil es dadurch zu Fehlspekulationen gekommen ist. Die Medien berichteten, ich hätte mich von Esti abgewandt. Selbst Menschen aus meinem Umfeld dachten das. Eben – wegen meines absurden Auftritts im Prozess.

WOMAN: Aber warum haben Sie, wie Sie es ausdrücken, so "absurd" gehandelt?
Roland R.: Glauben Sie mir: Als ich im Gerichtssaal war, wollte ich nichts mehr, als meine Frau an mich drücken. Und für sie sprechen – wie ich das schon davor bei der Polizei getan hatte. Aber es gab Personen, die mir von alledem abrieten. Leider habe ich auf sie gehört. Und damit gegen mein Wissen und Gewissen agiert.

WOMAN: Fakt ist: Sie hätten, auch wenn Sie geredet hätten, nichts zu den Hintergründen der Taten erklären können.
Roland R.: Aber ich weiß, dass Esti keine eiskalte Mörderin ist.

WOMAN: Sondern?
Roland R.: Ein wunderbarer Mensch.

WOMAN: Und Sie haben nie daran gedacht, dass Sie vielleicht auch ein Opfer von ihr hätten werden können?
Roland R.: Über derartige Mutmaßungen kann ich nur lachen. Wäre es anders, hätte ich Esti nicht geheiratet und würde sie nicht, sooft es mir erlaubt ist, im Gefängnis besuchen.

WOMAN: Apropos: Haben Sie mittlerweile in der Kuschelzelle der Schwarzau Ihre Hochzeitsnacht nachgeholt?
Roland R.: Nein. Doch das ist auch nicht so wichtig. Viel wichtiger wäre mir und meiner Frau, in diesem Raum, der ja hauptsächlich für familiäre Sozialkontakte gedacht ist, endlich einmal ein paar Stunden mit unserem Sohn verbringen zu dürfen; unbeobachtet von Wachebeamten, in einer entspannten Atmosphäre.

WOMAN: Wann werden Ihnen derartige Zusammenkünfte gestattet sein?
Roland R.: Das wird die Zeit zeigen.

WOMAN: Ihre Hoffnungen, Ihre Träume – Ihre Vorstellungen von der Zukunft?
Roland R.: Ich habe längst aufgehört, im Großen zu planen. Weil ich das Schicksal ohnehin nicht beeinflussen kann. Esti erklärt mir immer, dass sie Gott vertraut und er alles regeln wird. Ich bin froh, dass wenigstens sie so gläubig ist.

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