Este fügt NATO & EU schweren Schaden zu:
Jahrelange Spionagen im Dienste Moskaus

Festnahme ist bereits im September 2008 erfolgt Beitritt Estlands zu NATO & EU eiskalt ausgenutzt

Este fügt NATO & EU schweren Schaden zu:
Jahrelange Spionagen im Dienste Moskaus © Bild: APA/dpa/Weißbrod

Der vor eineinhalb Jahren aufgeflogene estnische Spion Herman Simm hat internen Einschätzungen zufolge der NATO den "wahrscheinlich größten Schaden seit ihrer Gründung" zugefügt. Das sagte der Chef des lettischen Verfassungsschutzes, Janis Kazocins, laut der Nachrichtenagentur BNS am Dienstag in einer Informationssendung des Privatsenders LNT. Das Positive aus regionaler Sicht sei, dass es den baltischen Geheimdiensten gelungen sei, Simm zu enttarnen. Ein deutscher Sicherheitsbeamter hatte bereits seinerzeit von einer "Katastrophe" gesprochen.

Der heute 62-jährige Simm hatte als hoher Sicherheitsbeamter im estnischen Verteidigungsministerium jahrelang NATO-Geheimnisse an Moskau weitergegeben. Am 21. September 2008 wurde er festgenommen und ein halbes Jahrs später wegen Hochverrats und Weitergabe von Staatsgeheimnissen zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Von 2000 bis 2006 war Simm Chef der Sicherheitsabteilung im Tallinner Verteidigungsministerium. Insgesamt hat er zwischen 1994 und 2007 angeblich rund 3.000 sensible Dokumente an seinen mutmaßlichen Auftraggeber, den russischen Auslandsgeheimdienst SWR, übermittelt.

Simm soll neben Informationen über den US-Raketenschild auch EU-Militärgeheimnisse an Moskau weitergegeben haben. Bis zum NATO-und EU-Beitritt Estlands im Frühjahr 2004 führte ihn laut einem seinerzeitigen "Spiegel"-Bericht auch der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) als Informanten.
(apa/red)