Es kann also doch noch schlimmer kommen:
Zentralbanken erwarten scharfe Rezession

Euopäische Zentralbank rechnet mit 5,1 % Rückgang Leitzins wird aber weiterhin bei 1,0 Prozent belassen

Es kann also doch noch schlimmer kommen:
Zentralbanken erwarten scharfe Rezession © Bild: APA/EPA

Die Europäische Zentralbank sieht die Wirtschaftsentwicklung in Europa immer düsterer: In ihrer neuen Prognose geht sie von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung der Euro-Zone von 4,1 bis 5,1 Prozent für das Jahr 2009 aus. Im März hatte die EZB ein Minus von 2,2 bis 3,2 Prozent erwartet. Auch die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) nahm ihre Prognose für die österreichische Wirtschaft zurück.

Die Wirtschaft in der Eurozone dürfte 2009 im Mittel um 4,6 Prozent schrumpfen, sagte EZB-Präsident Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Bei ihrer letzten Prognose im März war die Notenbank noch von einem Minus von 2,7 Prozent ausgegangen.

Im Jahr 2010 soll sich die Wirtschaft der Euro-Zone gemäß der Juni-Prognose nun zwischen 0,4 Prozent Wachstum und 1,0 Prozent Schrumpfung entwickeln. Im Mittel rechnet die EZB für 2010 nun mit einer negativen Rate von 0,3 Prozent, nachdem bisher ein Nullwachstum prognostiziert wurde. Den Leitzins im Euro-Raum belässt die EZB unverändert bei 1,0 Prozent.

Niedrige Inflation zu erwarten
Angesichts der schwachen Konjunktur rechnen die Experten der EZB bis in das nächste Jahr hinein mit einer sehr niedrigen Inflation. Die Teuerungsrate werde 2009 nur etwa 0,3 Prozent betragen und 2010 bei etwa 1 Prozent liegen. Die Wirtschaft der 16 Euro-Länder wird nach Einschätzung der EZB-Ökonomen in diesem Jahr viel drastischer einbrechen als bisher angenommen und auch 2010 schrumpfen.

Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise verlässt die EZB die ausgetretenen Pfade. Ab Juli wollen die Frankfurter Währungshüter erstmals Pfandbriefe von bis zu 60 Mrd. Euro aufkaufen und auf diese Weise zusätzliche Liquidität in das Finanzsystem pumpen, so Trichet.

Österreich erwartet Minus von 4,2 Prozent
Auch die Oesterreichische Nationalbank erwartet eine deutliche Rezession für das Jahr 2009: Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 4,2 Prozent schrumpfen. Nach einem weiteren leichten Rückgang um 0,4 Prozent im Jahr 2010 werde sich erst 2011 wieder ein positives reales Jahreswachstum im Ausmaß von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einstellen.

" Die OeNB rechnet mit einer Stabilisierung der Entwicklung gegen Ende des Jahres 2009", meint OeNB-Gouverneur Nowotny. Gegenüber der OeNB-Prognose vom Dezember 2008 wurden die Wachstumserwartungen für die Jahre 2009 und 2010 um 3,9 bzw. 1,2 Prozentpunkte zurückgenommen.
(apa/red)