"Es waren furchtbare Stunden": Alpinistin Kaltenbrunner über Lawinenunglück in Nepal

2 spanische Bergsteiger starben unter Schneebrett "Ich frage mich immer: 'Wieso habe ich überlebt?'"

"Es waren furchtbare Stunden": Alpinistin Kaltenbrunner über Lawinenunglück in Nepal

"Es waren furchtbare Stunden. Ich frage mich immer wieder: 'Wieso habe ich das überlebt?'", berichtete die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner auf ihrer Homepage. Die 36-Jährige und drei Spanier wurden auf dem 8.167 Meter hohen Dhaulagiri in Nepal von einem Schneebrett verschüttet. Zwei Bergsteiger starben, Kaltenbrunner und ein Kollege konnten sich ins Basislager retten.

Die Stelle, an der die Zelte der vier Bergsteiger von einem Schneebrett weggerissen wurden, habe als sicher gegolten, so Kaltenbrunner in ihrem Bericht. "Dort stellen alle ihr Lager II hin, wenn sie über den Nordost-Grat gehen." Nach einer sternenklaren Nacht, sei um 6.00 Uhr früh ein Sturm aufgekommen. Drei Stunden später wurde das Zelt der Oberösterreicherin "ohne jede Vorwarnung" weggerissen. "Das war's! Jetzt ist alles vorbei!", beschreibt die 36-Jährige ihre Gedanken zum Zeitpunkt des Unglücks.

Kaltenbrunner überlebte in 6.650 Meter Höhe in einer Luftblase in ihrem Zelt. "(...) ich konnte mich mit viel Glück selber ausgraben", erzählte die Bergsteigerin, die sich mit einem Messer befreite und sich dann freischaufelte. Über ihrem Zelt lag etwa ein halber Meter Schnee, nach einer halben bis dreiviertel Stunde hatte sich die 36-Jährige ohne Schuhe aus der Lawine emporgearbeitet.

Zwei Bergsteigerkollegen, deren Zelt nur fünf Meter entfernt stand, wurden unter zwei Metern Schnee begraben und starben. "Mir war klar, dass die beiden nicht mehr leben konnten, wollte es jedoch nicht wahr haben", so Kaltenbrunner. "Die beiden waren völlig einbetoniert." (apa/red)