"Es fehlt uns nicht viel zur Nummer eins":
Austria geht nächstes Jahr auf den Titel los

Kapitän Standfest verspricht: "Werden angreifen" Wiener feiern 2011 sicher: das 100-Jahr-Jubiläum

"Es fehlt uns nicht viel zur Nummer eins":
Austria geht nächstes Jahr auf den Titel los © Bild: GEPA/Ort

Die Vize-Würde in der Bundesliga hinter dem erfolgreichen Titelverteidiger Red Bull Salzburg hat der Austria Kraft für die kommende Saison gegeben. "Wir werden angreifen. Wenn man so knapp am Titel dran ist, darf man auch enttäuscht sein. Die Salzburger sind aber ein verdienter Meister", sagte Kapitän Joachim Standfest stellvertretend für seine Mitstreiter nach dem 2:0-Heimsieg zum Abschluss gegen SV Ried.

Der 24. Meistertitel für die Veilchen ein Jahr vor dem 100. Geburtstag wäre schön gewesen. Noch schöner wäre er zum runden Vereinsjubiläum 2011. "Es fehlt uns nicht viel zur Nummer eins in Österreich. Was Salzburg gelungen ist, wollen wir nächstes Jahr anstreben. Wir haben diesmal vor allem Punkte gegen vermeintlich schwächere Gegner liegen gelassen", meinte Aleksandar Dragovic, der wie die anderen Spieler in der Pause vom Salzburger 2:0 in Graz erfahren hatte.

Dragovic, dem ein Transfer nachgesagt wird, sprach auffallend immer von wir. "Ich gehe davon aus, dass ich dabei sein werde", klärte der junge Innenverteidiger, der abgebrüht wie ein Routinier agiert, auf. Sport-AG-Vorstand Thomas Parits meinte dazu: "Es gibt einige Anfrage, aber es ist nichts Konkretes dabei." Sicher mit von der violetten Partie ist 2010 Zlatko Junuzovic, der je näher das Saisonende nahte, immer stärker wurde. Er meinte zum verlorenen Titelkampf: "Die Salzburger sind sicher ein würdiger Meister, aber wir haben noch einmal bewiesen, was in uns steckt."

Mit mehr Konstanz zum Meistertitel
Die Mannschaft habe ihr Bestes gegeben und das bestätigt, was sie in den vergangenen Wochen gezeigt hat. "Bei uns spielen lauter junge Österreicher, wir können auf diese Saison sehr stolz sein. Wenn wir noch konstanter werden, dann können wir auch Meister werden", glaubt der kleine Mittelfeldspieler, der mit den Favoritnern die beste Frühjahrsmannschaft war. Es überwog an einem verregneten Donnerstag im mit 13.500 Zuschauern ausverkauften Horr-Stadion die Freude über die Vize-Würde.

"Denn vor vier Wochen hätte keiner gedacht, dass wir in der letzten Runde noch um den Titel mitspielen werden. Unser vorrangiges Ziel war es, den Startplatz für die Europa League abzusichern. Das ist uns geglückt, der Meistertitel wäre eine Zugabe gewesen. Wir sind faire Verlierer und gratulieren deshalb den Salzburgern", resümierte der frühere Münchner Mittelfeld-"Löwe" Julian Baumgartlinger, dem seine erste Saison im violetten Dress "viel Spaß gemacht hat". Er hoffe, dass es so weitergehe.

Erfolg trotz Verletzungspech
Bei aller Freude darüber, dass man sich gegenüber 2009 um einen Platz in der Endtabelle verbessert und den Lokalrivalen Rapid den Rang als "Nummer eins" von Wien abgelaufen hat, vergaßen die "Veilchen" nicht, welches Verletzungspech sie 2009/10 durchgemacht haben. Der Rekord-Cupsieger hatte in den vergangenen Wochen und Monaten die Torhüter Safar und Almer, die Stürmer Okotie, Jun sowie zuletzt auch noch mit Acimovic den Regisseur wegen Verletzungen ersetzen müssen.

Vor allem Milenko Arcimovic hatte Karl Daxbacher in der ersten Hälfte gegen die Rieder, als seine Truppe nicht richtig in die Gänge gekommen war, vermisst. "Da dachte ich mir, jetzt wäre ein Genieblitz von ihm notwendig", erzählte der Austria-Trainer, für den der Slowene auf der linken Seite ein Fixpunkt ist. Aber es komme letztlich immer darauf an, wie sich jeder auch im Training präsentiere. "Muratovic war in der Sturm-Elf auch nicht wegzudenken und ist zuletzt auf der Tribüne gesessen", sagte der 57-Jährige.

(apa/red)