"Es wird geklotzt, nicht gekleckert!":
Minister Spindelegger im NEWS-Interview

Außenminister über ÖVP NÖ und die EU-Kandidaturen Parteivize von Erwin Pröll mit großen Ambitionen

"Es wird geklotzt, nicht gekleckert!":
Minister Spindelegger im NEWS-Interview
© Bild: APA/EPA/Lane

Außenminister Michael Spindelegger geht das Jahr 2009 ambitioniert an. Aus Budgetnöten sind Botschaftsschließungen möglich, andererseits kündigt er starke Vorhaben an: Schwarzmeer-Konferenz mit den Kaukasus-Staaten und - als Höhepunkt - den Vorsitz Österreichs im November im UNO-Sicherheitsrat. Im Interview mit NEWS spricht er über den Einfluss der ÖVP NÖ, die Hofburg und EU-Kandidaturen.

NEWS: Zur ÖVP. Sie sind nun Parteivize von Erwin Pröll in NÖ geworden, und im Juli werden Sie ÖAAB-Bundeschef. Eine ziemlich steile Karriere.
Spindelegger: Das mit dem Parteivize in NÖ ist eine hervorragende Sache, das ist Verankerung, noch dazu in einem Land, wo es nicht schlecht läuft. Was den Bundes-ÖAAB anlangt, da ist noch nichts entschieden.

NEWS: Fakt ist aber, mit beiden Funktionen sind Sie neben Parteichef Josef Pröll und dessen Onkel LH Erwin Pröll formal am einflussreichsten.
Spindelegger: Es geht nicht um stark oder nicht, es ist eine spannende Herausforderung.

NEWS: Spötter sagen schon, dass das Land zu sehr "verniederösterreichere" bzw. "verprölle"…
Spindelegger: Es geht um Persönlichkeiten. Solange es an diesen keine direkte Kritik gibt, dass sie die falschen wären, ist es sekundär, woher sie kommen. Das war in der Vergangenheit auch nicht anders. Als Erwin Pröll ÖVP-Bundesvize war, war Leopold Maderthaner Chef der Wirtschaftskammer und Rosemarie Bauer Chefin der ÖVP-Frauen. Alles Niederösterreicher.

NEWS: Der jüngste nö. Parteitag war die schon dementsprechend starke Demonstration.
Spindelegger: Das ist die Art von NÖ: dann, wenn's drauf ankommt, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Das hat in diesem Fall auch seine Berechtigung, ist nicht außergewöhnlich nach dem sensationellen 54,4-%-Wahlergebnis 2008. Das ist eine gewisse Marke, eine Qualität, der man folgt.

Wie Spindelegger über die EU-Kandidaturen denkt, lesen Sie im NEWS 14/09!