"Es waren die Mäuse"

"Es waren die Mäuse"

„Da ist eben etwas passiert“, erklärt er im Verhör nur. Weiß Robert Ackermann, was er getan hat? Ist er überhaupt zurechnungsfähig?

Eine „Wahnsinnstat“. Ein Amtsarzt, der den jungen Mann mittlerweile untersucht hat, spricht von massiven Hinweisen auf eine schwer gestörte Persönlichkeit. Krankenakte bestätigen diese Annahme: Seit seinem zwölften Lebensjahr war der Verhaftete immer wieder in diversen psychiatrischen Anstalten in stationärer Behandlung. Die Diagnose: paranoide Schizophrenie. Schon als Bub litt er an Verfolgungsfantasien, hörte fremde Stimmen in seinem Kopf. Robert Ackermann: Er steht nun unter dem dringenden Verdacht, seinen Mitbewohner Josef Schweiger, 49, ermordet – und Leichenteile des Toten gegessen zu haben.

In welcher Beziehung standen Opfer und Täter zueinander?
Robert Ackermann und Josef Schweiger: zwei Obdachlose. In einer von einem privaten Hilfsverein betreuten Notunterkunft hatten sie beide eine Schlafstelle. In der Reichsapfelgasse in Wien-Fünfhaus. Mezzanin, 60 Quadratmeter, Küche, Bad, WC, zwei Zimmer. Der 49-Jährige logierte dort seit vergangenem Juni, Ackermann seit August. Oft, sehr oft wären, so berichten Nachbarn, aus der Wohnung laute Stimmen und das Geräusch zuschlagender Türen zu hören gewesen, zum letzten Mal am vergangenen Sonntag, in den frühen Abendstunden, „doch ab da war es still …“

Tod im Schlaf. Josef Schweiger dürfte im Schlaf getötet worden sein. In seinem Bett. Das Mordwerkzeug: eine zehn Kilo schwere Hantel. Der Täter zielte damit auf das Gesicht seines Opfers, zerstörte es vollends, bis bloß noch eine Masse aus Fleisch, Knochen und Blut davon übrig geblieben war. Bis zuletzt steckten in dem, was von den Ohren übrig geblieben war, die Stöpsel eines Walkmans.
Herr Ackermann, warum haben Sie Josef Schweiger getötet?
„Ich will dazu nichts sagen.“ Wann haben Sie seinen Körper aufgeschlitzt? Schweigen. Der 19-Jährige setzte an der Leiche einen fast 50 Zentimeter langen Schnitt, vom Hals- bis zum Schambereich, zog Haut, Fett- und Muskelmasse auseinander, bis die Gedärme und Innereien freilagen.

Er sah neben dem Toten fern. Herr Ackermann, wollten Sie Ihr Opfer verspeisen? „Ich rede jetzt gar nichts mehr.“
Fakt ist: Dutzende Stunden hat der junge Mann neben dem Toten verbracht, neben ihm geschlafen, Geschirr abgewaschen, ferngesehen. Am Montag ging er in einen Supermarkt einkaufen, besuchte ein Kaffeehaus, saß zufrieden lächelnd an einem Tisch und trank zwei Achtel Rotwein. Und als am Dienstag, kurz vor acht Uhr früh eine Heimbetreuerin in seine Notunterkunft kam, um dort, wie alle zwei Wochen, zu putzen, sagte er freundlich: „Guten Morgen.“ Sein Mund und seine Hände waren blutverschmiert.

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