Es wird noch teurer: Immer kostspieligere Alltagsgüter leeren unsere Brieftaschen

NEWS: Öl-Preis wirkt sich auch auf Schokoriegel aus Gefühlte Inflation liegt bereits bei saftigen elf Prozent

Es wird noch teurer: Immer kostspieligere Alltagsgüter leeren unsere Brieftaschen © Bild: APA/Hochmuth

Wer soll das bezahlen? Beim Blick auf den Kassazettel im Supermarkt wird den Österreichern angst und bange. Wer sein Auto auch noch volltankt, gilt bereits als wohlhabend. Ein Land im Würgegriff der Teuerung.

Doch es wird noch dicker kommen. Steigt der Ölpreis weiter, wie Experten prognostizieren, stehen uns noch heuer saftige Preiserhöhungen ins Haus: Gas soll bis Herbst um 20 Prozent teurer werden, Benzin und Diesel um weitere 14 Prozent, und auch vor Lebensmitteln macht die Teuerung nicht Halt. Die Preise für Gemüse, Käse und Brot klettern rapide. Bei Taxis ist ein Treibstoffzuschlag von 50 Cent pro Fahrt in Aussicht, und die Chauffeure wollen künftig bis zu acht Prozent mehr verlangen. Flugreisen werden sich in den nächsten Monaten um fast zehn Prozent verteuern, so die Wirtschaftsforscher.

Die Teuerungswelle rollt
Die Folge der Inflation: Für viele Menschen wird der Alltag zur finanziellen Herausforderung. Österreichs engagiertester Konsumentenschützer, Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel, fordert eine massive Entlastung: "Es ist unglaublich, um wie viel Essen, Sprit und Heizen teurer wurde. Das sind Kosten, denen niemand ausweichen kann. Wer wenig verdient, ist besonders betroffen."

Hauptverursacher der Preislawine ist die Kostenexplosion bei Erdöl. Dadurch wird nicht nur der Sprit an den Zapfsäulen sauteuer, sondern auch alle anderen Produkte des täglichen Bedarfs steigen im Preis. Traktor und Mähdrescher werden ebenso von Erdölprodukten betrieben wie die Klimaanlage im Lagerhaus und die Transport-Lkws. Eine OECD-Studie zeigt, dass in einer Kuh von der Aufzucht über den Futtertransport und die Stallheizung bis zum Plastik der Supermarkt-Fleischtassen rund sechs Barrel (960 Liter) Öl stecken. Vom Ölpreis kann sich nichts und niemand abkoppeln.

Inflation explodiert
Dass die Teuerung gerade jetzt besonders spürbar wird, hängt laut Universitätsprofessor Hans Wolfgang Brachinger, Präsident der schweizerischen Kommission für die Bundesstatistik, mit der zunehmenden Kluft zwischen Einkommen und täglichen Ausgaben zusammen. Die von ihm berechnete gefühlte Inflation liegt bereits bei knapp zwölf Prozent. Dieses Phänomen kann IHS-Chef Bernhard Felderer bestätigen: "Die gefühlte Inflation in Österreich liegt deutlich über der amtlichen Inflationsberechnung." Die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und Öl bereitet ihm Sorge. Er sieht Handlungsbedarf für die Europäische Zentralbank, die Zinsschraube nach oben zu drehen.

Preistreiber Öl
Die Inflation wird vom Ölpreis weiter angeheizt. Denn ob Schokoriegel oder Salatgurke - die Transportkosten steigen. Bei den Lebensmittelhandelsriesen Spar und Rewe, wo jährlich rund 32 Millionen Kilometer mit Lkws abgespult werden, geht man nun daran, Routen zu optimieren und die Fahrer in Spritsparkurse zu schicken.

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