'Es wird ein böses Erwachen geben': Polster macht sich in NEWS Sorgen um die Austria!

Violette Ikone macht sich Sorgen um "seinen" Klub "Krankl oder Prohaska sollten Fußball Impulse geben"

'Es wird ein böses Erwachen geben': Polster macht sich in NEWS Sorgen um die Austria!

Nach dem Erfolg vor Gericht gegen Frank Stronach redet sich die Austria-Ikone den Frust von der Seele - und hat Pläne für Austria neu. Der Ex-General-Manager macht sich Sorgen um "seinen" Klub. Und er ruft Wiens Bürgermeister Häupl zu Hilfe.

NEWS: Sind Sie mit dem Urteil des Arbeitsgerichts zufrieden?
Polster: Ich bin froh, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat. Für das Geld hätte ich mit großem Vergnügen gearbeitet, leider gab es diese Möglichkeit nicht.

NEWS: Schmerzt die Kündigung noch immer?
Polster: Im Prinzip war das eine logische Schlussfolgerung, denn Frank Stronach wollte alles nach wie vor selbst bestimmen. Dafür hätte er mich nicht holen müssen. Drei Wochen nach dem Amtsantritt hab ich schon gespürt, dass er das, was er mir versprochen hat, gar nie vor hatte einzuhalten.

NEWS: Planen Sie jetzt weitere rechtliche Schritte?
Polster: Das werde ich besprechen. Immerhin habe ich einen Dreijahresvertrag bei Borussia Mönchengladbach gekündigt und meine Familie nach Wien geholt. Wir werden auch gegen das Stadionverbot etwas unternehmen, obwohl ich dort eh nicht mehr hingehe, weil dieser Klub mit der Austria, wie ich sie kenne und liebe, nichts mehr zu tun hat.

NEWS: Wie könnte es mit der Austria weitergehen?
Polster: Es gibt drei Szenarien: Erstens, die Austria ist in eineinhalb Jahren tot, zweitens, Frank Stronach macht weiter, drittens, die Austria wird jetzt so aufgestellt, wie sie sich in der Nach-Stronach-Zeit präsentieren soll.

NEWS: Von wem erwarten Sie eine Entscheidung?
Polster: Diese Entscheidungswege kann nur Bürgermeister Michael Häupl kanalisieren. Ich habe ihm meine Sorgen mitgeteilt, weil ich ihn in dieser Sache für die einzige kompetente Person halte. Das Präsidium mit Langer, Pelinka und Rudas erfüllt seine Funktion nur am Papier und ist nicht einmal kompetent, um Bleistifte zu bestellen. Dieser Vereinsführung wird man nirgendwo mehr Vertrauen schenken.

NEWS: Was genau soll Bürgermeister Häupl tun?
Polster: Frank Stronach soll definitiv erklären, ob er weitermacht oder nicht. Und zwar binnen weniger Wochen. Wenn nicht, dann muss er seine Verpflichtungen bis zum Vertragsende erfüllen. Aber es kann nicht sein, dass er bis dahin die Zügel in der Hand hält. Wenn man erst acht Wochen, bevor er definitiv aufhört, die Austria strukturiert und versucht, ein Budget zusammenzustellen, wird das fürchterlich schief gehen. Auch was Spielerverpflichtungen betrifft, muss man im Fußball Jahre vorausentscheiden. Jetzt herrscht Stillstand, den Trainern sind die Hände gebunden. Daher bitte ich auf Knien, dass der Bürgermeister Klarheit schafft, sonst wird es ein böses Erwachen geben.

NEWS: Gesetzt den Fall, Stronach zieht sich zurück. Wer soll das Ruder übernehmen?
Polster: Man muss Gespräche mit Leuten führen, die das im Sinne der Austria wollen. Es heißt jetzt, alles für die Nach-Stronach-Ära in die Wege zu leiten, und das geht nur mit Kompetenzen. Da muss dringend etwas gemacht werden. Die Austria hat nicht einmal eine Marketingabteilung.

NEWS: Wäre das nichts für Sie?
Polster: Zum jetzigen Stand nicht. Aber Herbert Prohaska muss in einer zukünftigen Austria eine Position übernehmen, er hat für den Fußball mehr geleistet als Stronach mit seinem ganzen Geld.

NEWS: Ist seit der Austria-Kündigung ein anderer Klub auf Sie zugekommen?
Polster: Mit zwei Klubs habe ich Gespräche geführt. Das war's.

NEWS: Und der ÖFB denkt nicht an eine Zusammenarbeit mit Ihnen für die EM 2008?
Polster: Da bin ich der falsche Ansprechpartner, aber ich finde es merkwürdig und nachdenkenswert, dass in Deutschland Franz Beckenbauer an der Spitze steht, in Frankreich Michel Platini, in England Bobby Charlton und dass bei uns keine Lichtgestalt als EM-Aushängeschild da ist. Offensichtlich ist das nicht vorgesehen und nicht erwünscht.

NEWS: Gibt es im österreichischen Fußball keine Verwendung für Stars?
Polster: Fußballerische Vergangenheit bedeutet ja nicht, dass man der tollste Experte ist, man muss auch den Willen zur Veränderung haben und an sich arbeiten. Aber natürlich glaube ich, dass Ikonen wie Prohaska und Krankl dem österreichischen Fußball viele Impulse geben sollten.

Das gesamte Interview und Polsters Abrechnung mit der Austria lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!