"Es gab keine Bedingungen": Stephanies geständiger Vergewaltiger am Dach gab auf!

Ließ sich nach 20 Stunden von Gefängnisdach holen Prozess wegen Verhandlungsunfähigkeit vertagt

"Es gab keine Bedingungen": Stephanies geständiger Vergewaltiger am Dach gab auf!

Der Prozess gegen den geständigen Peiniger der 14-jährigen Stephanie ist in Deutschland nach wenigen Minuten wegen Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten vertagt worden. Der Vorsitzende Richter Tom Maciejewski teilte mit, eine medizinische Untersuchung des Angeklagten habe ergeben, dass er wegen Übermüdung nicht verhandlungsfähig sei. Unter anderem seien Gleichgewichtsstörungen festgestellt worden.

Der wegen Entführung und Vergewaltigung der 14-jährigen Schülerin angeklagte Mario M. hatte erst wenige Stunden vor Beginn der Verhandlung seine spektakuläre Flucht auf ein Dach des Dresdner Gefängnisses nach 20 Stunden beendet, in dem er in Untersuchungshaft sitzt.

Der zweite Prozesstag fand unter deutlich höheren Sicherheitsvorkehrungen statt als der Prozessauftakt. Der Angeklagte wurde von sieben vermummten Angehörigen eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei eskortiert und trug Hand- und Fußfesseln. Das Sonderkommando bewachte M. auch während der kurzen Verhandlung. Der Richter ordnete an, dass der Gefangene auch im weiteren Prozessverlauf während der Verhandlungen an Händen und Füßen gefesselt bleiben müsse. Den nächsten Prozesstag setzte das Gericht für den 21. November an.

Mario M. war bei einem Hofgang auf ein 13 Meter hohes Dach im Innenhof des Dresdner Gefängnisses entkommen und hatte erst nach rund 20 Stunden aufgegeben. M hatte zu Prozessauftakt gestanden, Stephanie im Jänner entführt, sie über fünf Wochen festgehalten und vielfach sexuell missbraucht zu haben.

Die Eltern des Opfers hatten wegen der Dach-Flucht des Angeklagten bereits die ursprünglich geplante Zeugenvernehmung des Mädchens abgelehnt. Sie hätten nach den Zwischenfällen kein Vertrauen mehr, dass die Justiz in der Lage sei, die Sicherheit ihrer Tochter zu gewährleisten.

Bereits zu Prozessauftakt hatte es einen Zwischenfall gegeben, als der Angeklagte versucht hatte, den Gerichtssaal zu verlassen. Justizbeamte hatten ihn überwältigen können. Auch bei der Fahndung nach der Entführten und dem Täter war es bereits zu Pannen gekommen.

Unterdessen hat die neuerliche Justizpanne zu einer politischen Diskussion geführt. Sachsens Justizminister Geert Mackenroth schloss seien Rücktritt wegen des Zwischenfalls im ZDF nicht aus. Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) versuchte indes, die Debatte über personelle Konsequenzen zu verschieben. Vorher müsse der Fall ausgewertet werden, sagte er der "Bild"-Zeitung. FDP-Chef Guido Westerwelle sprach von einem "Justizskandal, der zum Himmel schreit" und forderte persönliche Konsequenzen der Verantwortlichen.

(APA/red)