Erziehung von

Warum werdende Eltern
immer unsicherer werden

"Viele fühlen sich in der neuen Rolle überfordert"

Erziehung - Warum werdende Eltern
immer unsicherer werden © Bild: shutterstock

Im Prinzip ist es das Natürlichste der Welt. Doch die Schwangerschaft und das neue Leben mit Baby wirft viele Paare aus der Bahn. Woher die Ängste kommen und wo die Unsicherheiten liegen, weiß Pädagogin Katharina Zauner.

Es sind die unterschiedlichsten Fragen, mit denen die 27-jährige Elementarpädagogin und bald zweifache Mama konfrontiert ist. Welche schadstofffreie Wandfarbe dürfen wir für das Kinderzimmer verwenden? Warum schläft mein Kind nicht durch? Welche Impfungen sind empfehlenswert? Was ist besser: Stoffwindeln oder Einwegwindeln? Wie richte ich das Kinderzimmer am besten nach Montessori ein?

»Viele werdende Eltern fühlen sich überfordert«

"Die meisten wollen einfach nur reden. Es geht um ihre Emotionen und Nerven. Manche fühlen sich nicht gut und sind überfordert", sagt Katharina Zauner im Gespräch mit News.at. Sie selbst sei freilich keine Psychotherapeutin, doch viele ihrer Kunden, die im Schnitt zwischen 25 und 45 Jahren alt sind, gehe es einfach darum, ein Gespräch mit einer Mutter zu haben. Eine neutrale Person, die am neuesten Stand ist und ihre Probleme nachvollziehen kann.

Größtes Konfliktpotential? Die eigene Familie

"Oft ist die Familie das Problem. Die Omas mischen sich ein und versuchen ihre Meinung durchzudrücken", sagt sie. Die ältere Generation lasse manchmal nur schwer mit sich reden. "Die können manchmal wirklich stur sein, selbst wenn es um Dinge geht, die wissenschaftlich bewiesen sind", ergänzt Zauner.

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So sei es vor 20 Jahren noch völlig normal gewesen, das Baby beim Schlafen auf den Bauch zu legen. Heute weiß man, dass die Bauchlage eine der größten Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod ist. Und genau bei solchen Themen geraten die Generationen aneinander.

»Lasst euch nicht vom Internet verrückt machen!«

Hinzu komme die Überinformation via Internet und einschlägigen Babyforen. "Klar kann man sich im Internet informieren, aber es muss jedem bewusst sein, dass dort auch viele Laien ihre Meinung abgeben", warnt sie. In ihren Gruppen- oder Einzelgesprächen empfiehlt sie entsprechende Fachliteratur. Auch ein Team von Experten stehe ihr zur Seite, an die sie ihre Kunden in manchen Fällen direkt weiterleite.

Erste-Hilfe-Kurse liegen im Trend

Besonders gefragt seien Erste-Hilfe-Kurse, die sie in Kooperation mit Sanitätern der Berufsrettung anbietet. Was sie schwangeren Frauen mit auf den Weg geben möchte? "Einfach ruhig bleiben und die Zeit, so gut es geht, genießen. Und sich auf keinen Fall vom Internet verrückt machen lassen - Kinderärzte oder Frauenärzte sind der bessere Ansprechpartner."

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Zur Person
Die 27-Jährige Wienerin Katharina Zauner ist gelernteTouristikkauffrau sowie Pädagogin mit Schwerpunkt auf Spielgruppen, Geschwisterkursvorbereitung und Montessori. Ihr Unternehmen "Glücksmomente" hat sie 2017 gegründet.
Preise: Gruppengespräche ab 5 Euro pro Stunde, Einzelgespräche bis 60 Euro pro Stunde
Website: Glücksmomente

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