Erziehung

Mamas Masterplan

Nadja Sarwat zum Thema Schulferien: Verschnaufpause oder Belastung?

Erziehung - Mamas Masterplan © Bild: Beigestellt

Es ist betreuungstechnisch der alljährliche Hitchcockthriller für die werktätige Mutter: Wie überlebe ich die Sommerferien? Diese hier steckt als Sofortmaßnahme den gesamten Jahresurlaub hinein. Je nach Budget ist Dachgarteln oder große Welt angesagt.

In der Restzeit werden die Kids in den Oma-Express gepackt: Aus Wiener Stadtpflanzen werden Tiroler Bergfexe und Alpenzoo-Besteiger. Fazit: Quality Time vom Feinsten. Endlich Zeit für das kleine, in Wahrheit das ganz große Glück: lange schlafen, viel spielen, abends erschöpft vom Freizeitspaß ins Bett fallen. Zugegeben, lieber Kollege: Die Ferien sind lang. Sehr lang. Welcher Normalsterbliche außer Lehrern, Parlamentariern oder Frühpensionisten kann neun Wochen in die hochsommerliche Hängematte investieren? Doch: Die Existenz als Working Mom ist ohnehin ein Ganzjahres-Seiltanz am Rande des Organisationszusammenbruchs.

Für Akutfälle haben wir auch zu Schulzeiten am Netzwerk aushilfsreicher Geister (Oma, Babysitter) zu häkeln. Sommers stricken wir uns halt den Super-Masterplan. Die viel beschworene Entschleunigung, wenigstens unseren Kindern sollten wir sie nachhaltig gönnen. Herbstferien als Draufgabe? Aber gerne! Knapst sie uns nur nicht von den Sommerferien ab. Die brarchialmorgendliche Schulglocke läutet den Stressalltag früh genug wieder ein.