Erziehung von

Hupf in Gatsch?

Nein danke! Nadja Sarwat zum Streitfall Wehrpflicht

Erziehung - Hupf in Gatsch? © Bild: Beigestellt

Geht's um den Wehrdienst, schießt der 3-Buben-Mutter reflexhaft Reinhard Mey ein: "Meine Söhne geb ich nicht". Doch das Leben ist kein Wunschkonzert, und für meinen Großen spielt's jetzt Granada: Dienst am Vaterland. Zivildienst als Rettungssanitäter, das freut das Mutterherz dann doch.

Praktisch, diagnostiziert man, nicht nur, falls man sich aus Frust über die Rüben zum Spontan-Fenstersturz entschließen müsste. Neun Monate Blut, Schweiß & Blaulicht zahlen sich aus: ein wenig Taschengeld, eine komplette Berufsausbildung und Unbezahlbares fürs Leben gelernt. Der Horizont wird so groß, wenn man sich für die Kleinen, Kranken, Schwachen stark macht. Nur: Warum das eine Zwangsveranstaltung sein muss, will sich mir nicht erschließen. Exklusiv für große Söhne.

Ein freiwilliges Sozialjahr täte Buben und Mädchen gut. Vollends retro die Alternative: wenn man unsere Kids zum bewaffneten Inden-Gatsch-Hupfen ins Bootcamp, Verzeihung, Bundesheer, zwangsverpflichtet. (Töchter? Ausgeschlossen!) Die Wehrpflicht gehört, wie in Rest-Europa, abgeschafft, das Bundesheer reformiert. Zum modernen Berufsheer, topfit für humanitäre Einsätze, offen für voll Motivierte beiderlei Geschlechts, die gern und freiwillig mitmachen. Mein Wunsch-Soundtrack fürs neue Kopfkino zur Causa, lieber Kollege: Tim Bendzkos "Nur noch schnell die Welt retten".

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