Erzieherin erhielt Tee mit Desinfektions- mittel: Jugendliche müssen Heim verlassen

Wasser für das Frühstücksgetränk aus der Toilette Täter: Zwei Burschen im Alter von 16 und 18 Jahren

Der aus Toilette-Wasser zubereitete und mit einem Desinfektionsmittel versetzte Frühstückstee für eine strenge Erzieherin in einem Jugendheim in Treffen (Bezirk Villach-Land) war das Tagesgespräch in Kärnten. Zwei Burschen im Alter von 16 und 18 Jahren hatten der 54-Jährigen laut bisherigen Ermittlungen vermutlich seit Juli dieses Gebräu verabreicht. Sie müssen jetzt das von der Diakonie betriebene "Haus Ausblick", ein Internat für Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung, verlassen.

Die beiden Burschen absolvierten eine Gastronomieausbildung und versahen daher Küchendienst. Sie sind laut Polizei geständig, das Frühstücksgetränk der aus Villach stammenden Erzieherin auf diese wenig appetitliche und vermutlich auch gesundheitsschädigende Art und Weise zubereitet zu haben. Wie oft das der Fall war, stand vorerst nicht fest.

Das Opfer hatte nichts bemerkt, die Frau litt allerdings seit längerer Zeit an Atembeschwerden und Husten und suchte deswegen auch einen Arzt auf. Untersuchungen des Desinfektionsmittels sowie des Blutes der Erzieherin sollen jetzt klären, ob das Reinigungsmittel gesundheitsschädlich gewirkt hat.

Aufgeflogen ist die Sache, als das Küchenpersonal im Heim mitbekam, dass die Burschen ständig über Desinfektionsmittel tuschelten. Sie klärten die Jugendlichen auf, wie gefährlich das Mittel sei. Daraufhin bekam ein dritter Lehrling, der vom Vorgehen seiner Kollegen wusste, ein schlechtes Gewissen und erzählte zu Hause seiner Mutter von der Angelegenheit. Diese alarmierte die Polizei.

Der Rektor der Diakonie, Josef Stotter, ist über den Vorfall bestürzt. Die beiden Haupttäter werden des Heimes verwiesen und müssen mit einer Anzeige wegen des Verdachtes der schweren Körperverletzung rechnen. (apa)