Erwin Pröll entsetzt über Bundespolitik

"Einmalige Chancen vernudelt!"

Erwin Pröll entsetzt über Bundespolitik © Bild: APA

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, der seit seinem fulminanten Landes-Wahlsieg am 9. März (mit 54 Prozent) innerhalb der ÖVP noch mächtiger gewordene Partei-Grande, hat für die Situation der Bundesregierung, aber auch zum Verhalten der Bundes-ÖVP „nur mehr Kopfschütteln” übrig.

In der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS geisselt er erneut in scharfen Worten die SPÖ und fordert Bundespräsident Heinz Fischer („Nun muss er zeigen, ob er was kann oder ob er auf eine Repräsentationsfigur reduziert wird”) auf, die Kanzlerpartei in der EU-Frage „so rasch wie möglich auf den Grundkonsens zurückzuführen.” Denn, so Pröll, „das ist die Nagelprobe dafür, ob diese Bundesregierung miteinander überhaupt noch kann und will.”

Ebenso scharfe Worte findet Pröll für das Verhalten der Bundes-ÖVP in den letzten Wochen, vor allem im Zusammenhang mit der jüngsten Regierungsumbildung: „Der Herr Vizekanzler hat in den letzten Tagen eine einmalige Chance verpasst...da wurde vieles vernudelt, um in der Fussballersprache zu reden.” Tatsächlich war Pröll in mehreren Gesprächen mit Vizekanzler Molterer für ein Regierungs-Comeback von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser nebst der Neubesetzung mehrer Ministerien eingetreten, die Nominierung Maria-Theresia Fekters allein sein zuwenig gewesen, um mannschaftsmässig für eventuelle Neuwahlen gerüstet zu sein, deutet Landeshauptmann Pröll im NEWS-Interview an: „Über die ÖVP-Aufstellung in der jetzigen Situation möchte ich kein weiteres Urteil mehr abgeben.” Sein galliges Resümee zur Bundes-ÖVP: „Wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu helfen!”